ÖSV geht bei Heimrennen in Lienz leer aus: Zettel als beste Österreicherin auf Platz fünf

Sieg im Riesentorlauf geht an Deutsche Hölzl Lindsey Vonn nach Sturz an der Hand verletzt

ÖSV geht bei Heimrennen in Lienz leer aus: Zettel als beste Österreicherin auf Platz fünf

Die deutsche Weltmeisterin Kathrin Hölzl hat den Weltcup-Riesentorlauf in Lienz gewonnen und damit Kathrin Zettel die Führung in der Disziplinwertung abgejagt. Die Niederösterreicherin wurde trotz Last-Minute-Entscheidung über den Start wegen einer Knieverletzung als beste Österreicherin Fünfte mit nur 0,19 Sekunden Rückstand. Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn behielt die Führung im Gesamtweltcup, verletzte sich bei einem Sturz aber am Handgelenk.

Die 25-jährige Hölzl setzte sich bei ihrem zweiten Weltcup-Sieg vor der Südtirolerin Manuela Mölgg (0,05 Sekunden zurück), die im Finale von noch etwas besseren Lichtverhältnissen profitierte und von Rang zwölf nach vor fuhr, sowie der Französin Taina Barioz (0,11) durch. "Der WM-Titel hat mir super viel Selbstvertrauen gegeben, ich hatte eine starke Vorbereitung und im Moment läuft es wirklich sehr gut", freute sich die Läuferin aus Bischofswiesen.

Sturz von Vonn
Bei der Entscheidung nicht mehr dabei war Vonn. Im ersten Durchgang war sie hart auf der Piste aufgeprallt, nachdem es ihr vor der zweiten Zwischenzeit den Ski gefangen und es sie regelrecht ausgehoben hatte. Nach einziger Zeit stand die US-Amerikanerin auf und fuhrt selbst ins Ziel, den linken Arm in einer Schleife. "Mein Arm tut irrsinnig weh, ich muss jetzt ins Spital gehen und schauen, ob er gebrochen ist. Das ist mein Gefühl, denn ich habe viele Schmerzen", sagte Vonn im Zielraum, ehe sie ins Bezirkskrankenhaus Lienz fuhr.

Bei einem Röntgen und einer MRI-Untersuchung wurde "kein klassischer Handgelenksbruch, aber eine Schwellung bzw. ein Ödem im Knochen" festgestellt. Vonn selbst hatte gemeint: "Die MRI-Untersuchung hat viele kleine Frakturen ergeben und ein großes Hämatom über das ganze Gelenk." Sie werde jetzt erst einmal einen Handspezialisten aufsuchen.

Freundin Maria Riesch musste ob der Rennunterbrechung am Start warten - wie bereits öfters in dieser Saison. "Sicher ist das immer ein Einschnitt in die Konzentrationsphase, aber das dürfte nicht als Ausrede genommen werden. Wenn es jemand ist, mit dem man befreundet ist, ist es schon was anderes, und dann haben sie oben was von Rettungsdienst gesagt, sicher bringt einen das ein bisschen 'draus'", sagte die Deutsche, die den Lauf nicht beendete. Im Rennen um die große Kristallkugel rückte die drittplatzierte Zettel mit nun 429 Punkten Vonn (581) und Riesch (531) näher.

Zufriedene Zettel
Zettel, die trotz am Samstag erlittener Kreuzbandzerrung und Schienbeinkopf-Prellung das Rennen bestritten hatte, war sehr zufrieden, ein schwerer Patzer im ersten Durchgang verhinderte ein noch besseres Ergebnis. "Es ist viel wichtiger, dass ich Skifahren kann, dass es mir so weit gut geht. Und das Ergebnis ich nicht so schlecht, ich könnte ganz woanders auch sein heute", meinte Österreichs Top-Technikerin. Die Schmerzen seinen im Finale durch die Belastung größer geworden, auf schmerzstillende Injektionen hatte sie aber verzichtet.

Zweitbeste Österreicherin war die Tirolerin Eva-Maria Brem als Siebente, die Halbzeitzweite Michaela Kirchgasser fiel auf Rang zehn zurück. Andrea Fischbacher landete auf Platz 23, Stefanie Köhle auf 24. Nicht in den zweiten Durchgang geschafft hatten es Regina Mader (31.), Karin Hackl (37.), Elisabeth Görgl (44.), Martina Geisler (47.) sowie Debütantin Ramona Siebenhofer, die ausschied.

"Ich möchte es eh herunterbringen, aber es funktioniert nicht. Als Zehnte kann ich schon zufrieden sein, aber es wäre halt viel mehr möglich, das ist, was mich zornig macht. Aber morgen passt es, im Slalom geht es ja noch besser. Und irgendwann findet jedes blinde Huhn ein Korn", sagte Kirchgasser, die auf zwei gleichwertig gute Läufe in dieser Saison noch wartet.

Endstand
1. Kathrin Hölzl GER 2:16,61 Min. 1:08,17 1:08,44
2. Manuela Mölgg ITA 2:16,66 +0,05 1:09,41 1:07,25
3. Taina Barioz FRA 2:16,72 +0,11 1:08,69 1:08,03
4. Federica Brignone ITA 2:16,73 +0,12 1:09,41 1:07,32
5. Kathrin Zettel AUT 2:16,80 +0,19 1:09,12 1:07,68
. Viktoria Rebensburg GER 2:16,80 +0,19 1:08,86 1:07,94
7. Eva-Maria Brem AUT 2:16,89 +0,28 1:08,87 1:08,02
8. Tina Maze SLO 2:16,95 +0,34 1:08,70 1:08,25
9. Maria Pietilä-Holmner SWE 2:17,32 +0,71 1:09,42 1:07,90
10. Michaela Kirchgasser AUT 2:17,45 +0,84 1:08,58 1:08,87
11. Anja Pärson SWE 2:17,63 +1,02 1:09,45 1:08,18
12. Nicole Gius ITA 2:17,94 +1,33 1:10,19 1:07,75
13. Sarah Schleper USA 2:17,95 +1,34 1:10,22 1:07,73
14. Tanja Poutiainen FIN 2:18,03 +1,42 1:09,13 1:08,90
15. Olivia Bertrand FRA 2:18,09 +1,48 1:09,87 1:08,22
16. Camilla Alfieri ITA 2:18,11 +1,50 1:09,14 1:08,97
17. Denise Karbon ITA 2:18,19 +1,58 1:09,26 1:08,93
18. Tessa Worley FRA 2:18,33 +1,72 1:09,29 1:09,04
19. Giulia Gianesini ITA 2:18,54 +1,93 1:10,17 1:08,37
20. Megan McJames USA 2:18,64 +2,03 1:11,29 1:07,35
21. Anemone Marmottan FRA 2:18,71 +2,10 1:10,78 1:07,93
22. Irene Curtoni ITA 2:18,91 +2,30 1:10,64 1:08,27
23. Andrea Fischbacher AUT 2:19,03 +2,42 1:09,64 1:09,39
24. Stefanie Köhle AUT 2:19,17 +2,56 1:11,22 1:07,95
25. Lena Dürr GER 2:19,52 +2,91 1:11,45 1:08,07
26. Fabienne Suter SUI 2:19,85 +3,24 1:11,23 1:08,62
27. Jessica Lindell-Vikarby SWE 2:20,01 +3,40 1:11,51 1:08,50
28. Marion Bertrand FRA 2:20,10 +3,49 1:11,46 1:08,64
29. Ingrid Jacquemod FRA 2:20,58 +3,97 1:11,51 1:09,07


(apa/red)