ÖSV-Asse fahren in Wengen um Olympia:
Lizeroux will Slalomsieg für seinen Bruder

Herbst und Raich haben Olympia-Tickets wohl fix Pranger, Hirscher und Matt müssen überzeugen

ÖSV-Asse fahren in Wengen um Olympia:
Lizeroux will Slalomsieg für seinen Bruder © Bild: Reuters/Rattay

Julien Lizeroux strebt heute in Wengen seinen vierten Weltcupsieg an, wenn er den Slalom (derzeit live auf NEWS.at) gewinnt, wird ihn der 30-jährige Franzose seinem Bruder widmen. Yoann war im Sommer 2008 beim Basejumping in der Jungfrau-Region in Interlaken ums Leben gekommen. Für Olympia ist der Adelboden-Triumphator längst qualifiziert, im ÖSV-Team hat der zweifache Saisonsieger Reinfried Herbst seinen Startplatz gebucht, die vor einer Woche ausgeschiedene Mario Matt und Manfred Pranger wollen mit Topresultaten Selbstvertrauen für die Heimrennen tanken.

Im Kombinationsslalom am Freitag hat Lizeroux das Ziel nicht gesehen, aber laut eigener Aussagen wichtige Erkenntnisse für das Rennen heute gewonnen, was Piste und Schneebeschaffenheit betrifft. Der zweifache Silbermedaillengewinner der Weltmeisterschaften vergangenen Februar in Val d'Isere hat vor einem Jahr den Premierensieg in Wengen verpasst (13. Platz), ihn dann aber eine Woche später in Kitzbühel nachgeholt. "Weil Wengen sehr nahe der Unglücksstelle liegt, wollte ich dort für ihn gewinnen. Aber in Kitzbühel einen der prestigeträchtigsten Slaloms zu gewinnen, ist ebenfalls eine echte Leistung", hatte Lizeroux vor einem Jahr gesagt.

Die Aussichten auf einen Erfolg zum Abschluss der Lauberhornrennen stehen nicht schlecht, in Adelboden legte der Sportler aus Albertville einen Traumlauf im Finale hin und stürmte von Rang zwölf zum Sieg. Mit der Bestzeit im zweiten Durchgang lag er 0,92 Sekunden vor dem Schweizer Marc Gini und dem Salzburger Marcel Hirscher. Hirscher war als Zweiter bester Österreicher geworden und hat nach langer Durststrecke auch im Slalom wieder aufgezeigt - und er hat noch mehr drauf. "Jeder ist schlagbar, auch Julien. Er hat in Adelboden keine Fehler gemacht, ich drei, vier. Und das war dann die entscheidende Zeit."

Kampf um Olympia-Tickets
Mit den Rängen 6, 11 und 4 bei einem Ausfall ist Benjamin Raich neben Herbst (1,1,5, Ausfall) der in diese Saison konstanteste Slalomfahrer des österreichischen Teams, dem Olympiasieger wird das Whistler-Ticket in dieser Disziplin wohl nicht mehr zu nehmen sein. Dahinter lauern Manfred Pranger (9,3, zwei Ausfälle), Hirscher (26, 2, zwei Ausfälle) und Mario Matt (8, drei Ausfälle). Wolfgang Hörl und Rainer Schönfelder haben noch Außenseiterchancen. Bei noch vier Slaloms vor Olympia (Wengen, Kitzbühel, Schladming und Kranjska Gora) kann noch viel passieren.

Raich hat in der Kombi im Slalomdurchgang die schnellste Zeit vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen (0,16 Sekunden zurück), dem Südtiroler Manfred Mölgg (0,27) und dem Kroaten Ivica Kostelic (0,35) aufgestellt und sich damit nach dem 17. Platz in der Abfahrt noch auf den vierten Endrang vorgeschoben. "Ich habe ein gutes Gefühl gehabt im Slalom, das ist wichtig und gibt Motivation", sagte der Pitztaler, der auf die Abfahrt am Samstag verzichtet hatte.

Vor einem Jahr hatten die Österreicher ein Traumergebnis im Wengen-Slalom erreicht. Pranger hatte vor Herbst gesiegt, hinter dem drittplatzierten Kostelic waren Hirscher und Raich auf den Rängen vier und fünf gelandet. Matt war im ersten Durchgang ausgeschieden.
(apa/red)