ÖSV-Alpinchef Pum mit bisheriger Saison
zufrieden: Auch die Jungen machen sich gut

Österreichs Spitzenfahrer mit Kurs auf Weltcupsieg Froh, dass Maier in Kitzbühel nicht gewonnen hat

ÖSV-Alpinchef Pum mit bisheriger Saison
zufrieden: Auch die Jungen machen sich gut © Bild: APA/Parigger

Mit Benjamin Raich sowie Nicole Hosp und Marlies Schild liegen ein Drittel vor Saisonende Österreichs Alpinskiläufer auf Kurs Gesamtweltcup. Im Jahr ohne Großereignis stehen die Kristallkugeln ganz oben auf der Prioritätenliste, ÖSV-Alpin-Chef Hans Pum sprach im Interview in Val d'Isere über den WM-Ort von 2009, Reglementänderungen im Materialbereich, die Verletztenliste, Raichs Jänner-Loch und darüber, dass er auch ein bisschen froh ist, dass Hermann Maier in Kitzbühel nicht gewonnen hat.

APA: Acht Siege und insgesamt 26 Stockerlplätze bei den Damen, sechs Erfolge und 22 Podestränge bei den Herren (Stand vor den Sonntag-Rennen). Wie sind Sie mit den bisherigen Saisonleistungen zufrieden?
Pum: "Damit muss man natürlich zufrieden sein. Was die Saisonziele betrifft, sind wir gut im Rennen, da stehen die Gesamtweltcupsiege ganz oben. Und ich denke, es wird bis zum Schluss spannend sein. Und auch im Kampf um die kleinen Kugeln ist noch viel drinnen. Die Dichte ist aber enorm groß, es mischen viele Nationen mit."

APA: Auf was lag im WM-Zwischenjahr weiters das ÖSV-Augenmerk?
Pum: "Bei den Damen wollten wir im Abfahrtsbereich hinter Renate Götschl eine Mannschaft aufbauen und im Slalom die Jungen unter die Top 30 führen, das ist uns gelungen. Bei den Herren war es eine wichtige Geschichte für uns, dass wir im Riesentorlauf wieder stärker geworden sind. Erfreulich ist, dass im Nachwuchsbereich einiges daher kommt - Hirscher, Hörl, Streng, Triendl, Brem, Fenninger, Schmidhofer."

APA: Mit Reglementänderungen im Materialbereich wollte man die Sicherheit der Rennläufer erhöhen, doch die Verletztenliste ist nicht nur im rot-weiß-roten Lager lang. Was ist da schief gegangen?
Pum: "Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn es keine Änderungen gegeben hätte. Die Athleten gehen alle derart ans Limit, ich würde nicht unbedingt sagen, dass dies mit dem Material zusammenhängt."

APA: Benjamin Raich hat im Jänner im Vergleich zu anderen Jahren im Kampf um den Gesamtweltcup viele Punkte liegen gelassen. Er meinte, er sei nicht ganz so in Form gewesen und auch bei der Materialabstimmung gab es Probleme. Gab es noch andere Gründe?
Pum: "Es müssen alle Faktoren zusammenspielen. Mit der Reglement-Änderung beim Material sind die Skifirmen besser oder schlechter zurechtgekommen. Und wir hatten im Jänner auch noch nie solche Witterungsbedingungen wie heuer, es war verhältnismäßig warm, es gab keine eisigen und harten Pisten."

APA: Dafür fiel bis jetzt nach der schneelosen Vorjahressaison mit der Abfahrt in Val d'Isere aber auch erst ein Rennen wirklich aus.
Pum: "Ja, auch weil wir mit der Reiteralm (für Levi/Anm.) gleich am Saisonbeginn übernommen haben. Das war für den ÖSV zwar kein Geschäft, aber für den Skisport und den österreichischen Tourismus eine wichtige Veranstaltung."

APA: So wichtig wie eine gute WM für den Alpinsport ist. Was erwartet uns 2009 in Val d'Isere?
Pum: "Ein würdiger WM-Ort, da gibt es nix zu zittern. Hier ist alles auf einem Fleck, die Pisten sind super, die Abfahrten technisch sehr, sehr schwer und mit einem eigenen Charakter, der sie sehr interessant macht. Von der Organisation her hat für uns auch alles gepasst, sie hängen sich rein. Ich bin sehr positiv eingestellt."

APA: Dank Nicole Hosp und Marlies Schild, Benjamin Raich und Mario Scheiber wird der ÖSV weiterhin Erfolge feiern. Fürchten Sie sich dennoch schon ein wenig davor, wenn Typen wie Hermann Maier oder Renate Götschl ihre Karrieren beenden?
Pum: "Nein, denn wenn man gewinnt, dann wird man auch ein Typ. Und ein Typ zu sein, ohne zu gewinnen, das ist zu wenig. Der Hermann, der ist uns wirklich hereingeschneit, man hat nicht oft solche Typen, die so viel erreichen. Er hätte heuer in Kitzbühel zweimal gewinnen können, und dabei haben ihn so viele schon abgeschrieben. Ich bin aber auch ein bisschen froh, dass er nicht gewonnen hat, sonst hätte er womöglich aufgehört. Ein Abschied mit einem Sieg, das wäre was für ihn."

(apa/red)