ÖSV-Adler werden schon wieder flügge:
Skisprung-Saisonauftakt in Finnland steht an

Keine Erfolgsmüdigkeit bei Springern oder Trainern Nordische Weltmeisterschaft ist Highlight der Saison

ÖSV-Adler werden schon wieder flügge:
Skisprung-Saisonauftakt in Finnland steht an © Bild: APA/Buholzer

Weltcup-Gesamtsieg durch Thomas Morgenstern, Platz zwei durch Gregor Schlierenzauer, vierter Nationencupsieg in Folge und auch noch Skiflug-WM-Gold für das Team und für Schlierenzauer. Österreichs Athleten waren auch in der vergangenen Saison das Non-plus-Ultra der Skisprung-Szene und sind freilich für die am Freitag und Samstag in Kuusamo (Finnland) beginnende Weltcup- und WM-Saison wieder die Gejagten.

Wie schon im Vorjahr setzte "Goldschmied" Alexander Pointner kurz vor Saisonbeginn auf einen Sonnenurlaub in Ägypten zum Kräfte tanken und flog mit seinen Springern erst eine Woche vor dem Weltcup-Auftakt zu den ersten Schneesprüngen. Ein Konzept, das sich auch im Vorjahr bewährt hatte. "Wir haben es schon öfters gemacht, dass wir davor im Süden waren, das war auch heuer wieder ein ganz wichtiger Schachzug", glaubt Pointner im Gespräch mit der APA. In der Haupttrainingszeit im Sommer seien die Weichen gestellt worden. "Vom technischen Niveau her sind unsere Springer auf so einem Level, dass ich weiß, dass die Adaption auf den Schnee nicht lange dauert. Die Saison dauert doch bis 22. März, da ist viel wichtiger, hier mit vollen Energietanks zum Weltcupstart zu kommen."

Erste Schneesprünge in Lillehammer
Für andere Nationen, die schon zweieinhalb Wochen auf Schnee trainieren, dauere der Winter dann eben noch länger. Wie im Vorjahr absolvierten Morgenstern und Co. in Lillehammer ihre ersten Schneesprünge. Das Team lässt einen Teil des Gepäcks gleich dort, denn nach Kuusamo kehrt man auf der Durchreise zur zweiten Weltcup-Station in Trondheim für drei weitere Trainingstage nach Lillehammer zurück.

Lillehammer sei eine der besten Trainingsschanzen, weil man da dank des nahen Liftes auch einen sehr hohen Rhythmus (also viele Sprünge in kurzer Zeit) bekomme. Erfolgsmüde ist Pointner trotz der seit Jahren großartigen Auftritte seiner Schützlinge keinesfalls. "Was die Motivation und die Herausforderung betrifft, wird mir definitiv nicht langweilig. So wie der Fokus immer mehr auf uns gerichtet ist und die Erwartungshaltung sehr groß ist, da müssen natürlich einzelne Bewältigungsstrategien und Konzepte erarbeitet werden und das ist sehr spannend." Durch das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit und der Medien werde u.a. das Mannschaftsklima und Ähnliches auf die Probe gestellt. Ziel ist es, auch aus Randerscheinungen Energie zu gewinnen.

Persönliche Entwicklung genießt Aufmerksamkeit
Niemand leidet mehr unter der erhöhten Aufmerksamkeit, versichert Pointner. Auch jene, die es zu Beginn weniger geschätzt haben, hätten gelernt, damit umzugehen. Wie immer ist Pointner nicht nur der Kampf um jeden Zentimeter wichtig, sondern auch die persönliche Entwicklung seiner Burschen. Mit Kursen wie dem Improvisationstheater zu Saisonbeginn hat er seine Leute auch geistig gefordert. "Es geht um wichtige Sachen, die den Athleten auch im weiteren Leben weiterhelfen können. Zum Beispiel wie man auch in Stress-Situationen ruhigbleibt und noch Informationen liefern kann. Das Wichtigste ist natürlich, dass man dabei den Kernbereich Sport immer mit dem Umfang und der Intensität ausübt wie früher."

Darf man nun gar einen Zweikampf Morgenstern-Schlierenzauer um die Kristallkugel erwarten? "Die Hausaufgaben haben wir sehr gut erfüllt, jeder Springer hat sich weiterentwickelt. Die Vorbereitung war wieder optimal, es hat keine Verletzungen gegeben. Aber die Latte ist sehr hoch", warnt der Cheftrainer. Sehr erfreut zeigt sich "Pointex" über die Rückkehr des Skiflug-Weltcups, der Sieger wird wie vor Jahren mit einer eigenen Weltcup-Kugel belohnt. Mit den Skifliegen auf dem Kulm, Oberstdorf, Vikersund und den drei Abschlussbewerben in Planica gibt es gleich neun Veranstaltungen für die "Flieger".

Die Prioritäten für Pointner für die WM-Saison? "Die Tournee ist jedes Jahr wichtig für uns, es ist lange her, dass wir gewonnen haben (2000 Widhölzl mit Pointner als Co-Trainer - Anm.). Beim Skifliegen am Kulm stecken auch sehr viele Emotionen dahinter." Und freilich ist die Nordische WM das Saisonhighlight. "Natürlich möchten wir die Möglichkeit nützen, Einzelmedaillen bei einer WM zu gewinnen", sagt er es vorsichtig.
(apa/red)