ÖSV-Adler sind heiß auf Simon Ammann:
Loitzl und Schlierenzauer in Lauerstellung

Nach 1. Springen nur knapp hinter dem Schweizer ÖSV-Chef Innauer: "Ausgangssituation gefällt mir"

ÖSV-Adler sind heiß auf Simon Ammann:
Loitzl und Schlierenzauer in Lauerstellung © Bild: Reuters/news.at

Wolfgang Loitzl und Gregor Schlierenzauer haben sich mit den Rängen zwei bzw. vier in Oberstdorf hinter Simon Ammann in eine Lauerpositionen gebracht, die im ÖSV-Lager ausdrücklich begrüßt wird. Loitzl hat vor dem Neujahrsspringen der Vierschanzen-Tournee in Garmisch-Partenkirchen heute lediglich 1,2 Zähler Rückstand auf den fünffachen Saisonsieger aus der Schweiz, Schlierenzauer fehlen 6,3 Punkte. "Die Situation ist nicht die schlechteste, es hat sich keiner absetzen können", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner.

"Mir gefällt die Ausgangsposition für den weiteren Verlauf", meinte auch ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer. "Unsere Sprünge haben noch Reserve gehabt." Beim 18-jährigen Schlierenzauer sei spürbar gewesen, dass er in einer neuen Rolle als Favorit war und geglaubt hat, er müsste gleich im ersten Bewerb den Tournee-Sieg in die Wege leiten. Nun sei die Situation wieder anders. In den vergangenen beiden Jahren hatten Schlierenzauer und Thomas Morgenstern den Auftakt in Oberstdorf gewonnen. "Gut, dass es momentan anders ist", so Pointner. Schlierenzauer war dann nach Garmisch jeweils Tournee-Halbzeitführender.

Abgerechnet wird zum Schluss
"Die Tournee gewinnt man am Schluss. Es gibt noch einige Reserven. Ich weiß, es ist alles drinnen, ich habe ein sehr gutes Gefühl", bekräftigte Schlierenzauer, der in Oberstdorf erst zum zweiten Mal in dieser Saison nicht am Siegespodest stand und 2008 in Garmisch gewonnen hatte. "Sechs Punkte Rückstand sind gar nichts", betonte Innauer. Trainer Pointner sah beim zweifachen Saisonsieger ein wenig Verbesserungsbedarf. "Er muss das eine oder andere nachjustieren, es gibt Sachen, die besser sein könnten", sagte Pointner in Hinblick auf den zweiten Bewerb auf der Olympia-Schanze.

Nuancen fehlen Loitzl zum Sieg
Loitzl hatte zum vierten Mal in dieser Saison knapp das Nachsehen und steht weiter ohne Weltcupsieg da. Der Steirer haderte nach dem dritten zweiten Platz in Folge aber nicht mit dem Schicksal, sondern blickte nach vorne. "Das sind super Platzierungen, ich bin happy", betonte der 28-jährige Steirer. "Ich hätte nichts dagegen, wenn es mit zweiten Plätzen weiter geht, aber vielleicht passt es ja schon in Garmisch mit dem ersten Sieg." Innauer betonte, dass auch bei Loitzl noch Nuancen zu verbessern seien. "Das ist kein Grund den Kopf hängen zu lassen, er merkt, dass er fällig ist für den ersten Sieg, das ist beflügelnd", sagte Innauer.

Morgenstern mit kleinen Fortschritten
Ammann, der mit seinem fünften Saisonsieg auch die Weltcupführung ausbaute, wirkte gelöster denn je. "Bei mir stimmt es momentan einfach, ich werde mich aber weiterhin nicht mir der Favoritenrolle beschäftigen", sagte der 27-jährige Doppel-Olympiasieger von 2002, der erstmals ein Tournee-Springen gewann. Weiterhin nicht ganz nach Wunsch läuft es für Thomas Morgenstern. Der Vorjahressieger war aber mit Platz elf keineswegs unzufrieden und sieht sich auf dem richtigen Weg. "Ich glaube, dass ich einen Schritt weitergekommen bin, 2009 kann man drauf aufbauen. Die Formentwicklung schaut gut aus", meinte der Weltcup-Titelverteidiger, der stets die WM als vorrangiges Saisonziel angegeben hatte.

(apa/red)