ÖSV-Adler weiter nicht zu bremsen: "Morgi"
triumphiert in Trondheim vor Kofler & Loitzl

Kärntner mit drittem Sieg im dritten Weltcup-Bewerb Österreicher nach Doppelsieg jetzt mit Dreifacherfolg

ÖSV-Adler weiter nicht zu bremsen: "Morgi"
triumphiert in Trondheim vor Kofler & Loitzl

Doppelsieg und Dreifacherfolg. Die ÖSV-Skispringer haben auf der zweiten Weltcup-Station in Trondheim klar das Geschehen dominiert. Nummer eins im Team von Cheftrainer Alexander Pointner war Thomas Morgenstern. Der Olympiasieger machte mit seinem fünften Weltcuperfolg vor Andreas Kofler (14,4 Punkte zurück) und Wolfgang Loitzl (21,6) sein persönliches Trondheim-Doppel perfekt und kommt als klarer Weltcup-Spitzenreiter zu den Heimbewerben auf der Normalschanze in Villach.

Der 21-jährige Morgenstern präsentierte sich in Skandinavien in beeindruckender Form. Der Kärntner hat die ersten drei Einzelkonkurrenzen der Saison gewonnen, das war von den Österreichern zuletzt Andreas Felder 1984/85 (vier Siege) gelungen. Zudem übernahm Österreich mit diesem insgesamt 142. Weltcupsieg die alleinige Führung vor Finnland in der "ewigen" Bestenliste.

Pointner zog nach dem Flug Morgensterns auf die Tageshöchstweite von 134,0 Meter im ersten Durchgang auf dem Trainerturm symbolisch die Kappe - an dieser Leistung, mit der der aktuelle "Überflieger" die Konkurrenz um mindestens sieben Meter bzw. 12,1 Punkte distanzierte, gab es nichts auszusetzen. Im Finale spielte der Mann mit dem erklärten Ziel Weltcup-Gesamtsieg seinen Part im Stile eines Routiniers zuende. "Er ist in einer anderen Liga gesprungen, jeder gute Sprung macht ihn noch stärker", betonte Pointner und zeigte sich beeindruckt vom Triple und insgesamt vier Mann am Wochenende auf den Podestplätzen. "Das ist die tollste Bestätigung, die ein Team bekommen kann."

Morgenstern lässt es rasseln
Morgensterns Selbstvertrauen ist weiter gewachsen. "Ich bin mit dem Ziel hergekommen, dass es rasselt, ich habe meine Stärke ausspielen können", freute sich der Team-Olympiasieger und -Weltmeister, der den zweiten Sprung als vom Gefühl her am schönsten einstufte. "Weil ich gewusst habe, dass Kofi führt. Und dass jetzt zwei Teamkollegen neben mir auf dem Stockerl stehen, ist ein geniales Erlebnis." 140 Punkte beträgt das Guthaben des Seebodeners vor dem Antreten in Villach, das nach der Absage von Kranj (Slowenien) einen zweiten Normalschanzen-Bewerb erhielt.

Nachdem am Vortag Gregor Schlierenzauer als Zweiter neben Morgenstern auf dem Podest gestanden war (am Sonntag wurde der 17-Jährige Neunter), gelang dies nun dem Olympia-Zweiten Kofler sowie Loitzl ebenfalls erstmals in der Saison. Kofler freute sich, Teil des Dreifach-Erfolgs zu sein. "Das ist ein super Gefühl, das steht noch eine Stufe drüber, denn in diese Situation kommt man nicht oft", erklärte der Tiroler.

Ende für Loitzls Durststrecke
Der 27-jährige Loitzl, Junioren-Weltmeister von 1998, sprang erstmals seit fast sieben Jahren (und zum insgesamt vierten Mal) wieder unter die ersten Drei. Zuletzt war der mehrfache Team-Weltmeister im März 2001 in Falun Dritter gewesen. Schlierenzauer, fünffacher Gewinner in seiner vergangenen Premierensaison, war in Trondheim durch eine Beinhautentzündung an den Unterschenkeln gehandicapt - er war am Samstag Zweiter, vermochte am Sonntag aber nicht sein gesamtes Potenzial auszuspielen.

Ergebnisse in Trondheim
1. Thomas Morgenstern AUT 269,6 (134,0/128,0)
2. Andreas Kofler AUT 255,2 (124,0/130,0)
3. Wolfgang Loitzl AUT 248,0 (123,5/126,5)
4. Björn Einar Romören NOR 247,5 (127,0/123,0)
5. Jernej Damjan SLO 246,9 (125,0/125,5)
6. Tom Hilde NOR 237,8 (124,0/122,0)
7. Janne Ahonen FIN 237,3 (123,0/123,0)
8. Adam Malysz POL 223,3 (114,0/124,5)
9. Gregor Schlierenzauer AUT 223,2 (123,0/116,0)
10. Matti Hautamäki FIN 221,4 (115,5/122,5)
11. Simon Ammann SUI 221,1 (119,0/118,0)
12. Anders Bardal NOR 220,6 (116,5/120,5)
13. Denis Kornilow RUS 219,7 (119,0/120,0)
14. Andreas Küttel SUI 217,3 (118,5/117,5)
15. Emmanuel Chedal FRA 214,5 (114,5/120,5)
16. Daiki Ito JPN 213,5 (117,0/118,0)
17. Noriaki Kasai JPN 212,7 (120,5/113,5)
18. Arthur Pauli AUT 210,9 (114,5/118,5)
. Roman Koudelka CZE 210,9 (118,5/114,5)
20. Lars Bystöl NOR 198,0 (116,0/111,5)
. Taku Takeuchi JPN 198,0 (112,5/115,0)
22. Henning Stensrud NOR 192,0 (113,0/112,0)
23. Roar Ljökelsöy NOR 191,2 (111,0/113,0)
24. Guido Landert SUI 189,8 (113,0/110,5)
25. Andreas Vilberg NOR 189,6 (114,0/110,5)
26. Georg Späth GER 188,8 (112,5/111,0)
. Sigurd Pettersen NOR 188,8 (112,0/111,5)
28. Pawel Karelin RUS 186,6 (112,0/110,0)
29. Martin Schmitt GER 186,1 (113,0/109,0)
30. Nikolaj Karpenko KAZ 167,6 (109,5/102,5)

nicht für das Finale qualifiziert u.a.:
37. Martin Koch - 40. Bastian Kaltenböck (beide AUT)

(apa/red)