Österreichs Wirtschaft vor dem Stillstand:
Bruttoinlandsprodukt neigt sich gegen Null

Zuwachsrate im 3. Quartal nur noch bei 0,1 Prozent Mehr Unternehmen mit Rückgang als mit Ausweitung

Österreichs Wirtschaft vor dem Stillstand:
Bruttoinlandsprodukt neigt sich gegen Null © Bild: APA

Österreichs Wirtschaft ist im 3. Quartal kaum noch gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal legte das heimische BIP nur noch um 0,1 Prozent zu, nach noch +0,3 Prozent im 2. Quartal. Im Jahresabstand betrug die Zuwachsrate 1,5 Prozent nach +2,2 Prozent im 2. Quartal. Dies geht aus der ersten Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor.

Vor allem die exportgetriebene Sachgütererzeugung verzeichnete vor dem Hintergrund des internationalen Abschwungs einen deutlichen Rückgang, erklärte das Wifo. Die Bauwirtschaft, die die nachlassende Konjunktur im 1. Halbjahr 2008 gestützt hatte, steigerte die Wertschöpfung im Vorquartalsvergleich nur noch geringfügig.

Verstärkter Abschwung in der EU
Nachdem einige große europäische Volkswirtschaften bereits im 2. Quartal geschrumpft waren, verstärkte sich der Abschwung in der EU im 3. Quartal. Die Industrieproduktion ging im Euro-Raum seit Mai im Vorjahresvergleich zurück, und die Unsicherheit angesichts der Finanzkrise dämpfte die Konsum- und Investitionsnachfrage, so das Wifo. In den USA sank die reale Wirtschaftsleistung im 3. Quartal gegenüber dem guten 2. Quartal (+0,7 Prozent) bereits um 0,1 Prozent.

Laut aktuellem Wifo-Konjunkturtest dürfte sich der Abschwung in der österreichischen Industrie im Abschlussquartal verstärken, nehmen die Wifo-Experten an. Erstmals seit fünf Jahren meldeten im Oktober mehr Unternehmen einen Rückgang der Produktion als eine Ausweitung.

Gedämpfe Arbeitsmarktdynamik
Der Konjunkturabschwung dämpft auch die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Während sich der Beschäftigungszuwachs im Jahresverlauf abschwächte (Oktober +1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, +0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal), stieg die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Im Oktober waren in Österreich 202.800 Arbeitsuchende vorgemerkt, die Quote laut heimischer Berechnung verharrte saisonbereinigt bei 5,9 Prozent. (apa/red)