Österreichs Studenten wählen Vertretung: Fraktionen und Kandidaten im Überblick

Freier Uni-Zugang als kleinster gemeinsamer Nenner Fast alle Parteien setzen 2009 auf neue Gesichter

AktionsGemeinschaft (AG): Die AktionsGemeinschaft (AG) setzt bei diesen ÖH-Wahlen auf Bewährtes: Spitzenkandidat ist Samir Al-Mobayyed (25). Der Steirer machte die VP-nahe Fraktion bereits 2007 zur stimmstärksten Fraktion, seit Sommer 2008 ist der Jurist und Doktoratsstudent auch ÖH-Chef. Als wichtigste Herausforderung in den kommenden zwei Jahre sieht Al-Mobayyed die Erhaltung eines freien Zugangs für Master-Studien, Verbesserung der "teils katastrophalen Betreuungsverhältnisse" an den Unis und bessere soziale Absicherung für Studenten. (Internet: http://www.aktionsgemeinschaft.at/)

GRAS
Grüne und Alternative StudentInnen (GRAS): Eine Aufstockung des Unibudgets um 400 Mio. Euro, das Recht auf universitäre Bildung für alle und damit verbunden eine Abschaffung aller Zugangsbeschränkungen ist ein Hauptanliegen der Spitzenkandidatin der den Grünen nahe stehenden GRAS, Sigrid Maurer (24). Sie wuchs im Stubaital (Tirol) auf, studierte ursprünglich Musikwissenschaften, sattelte dann aber auf Politikwissenschaften um. Inskribiert ist Maurer an den Unis Innsbruck und Wien. Seit 2005 engagiert sich Maurer in der ÖH, für den Wahlkampf hat sie ihren Wohnsitz mit Februar 2009 extra nach Wien verlegt. (Internet: http://www.gras.at/)

Fachschaftslisten (FLÖ)
Für die FLÖ, einen Zusammenschluss parteiunabhängiger Gruppen an mehreren Unis, geht Manfred Menhart als Spitzenkandidat ins Rennen. Der 26-Jährige studiert Technische Physik an der Technischen Uni Wien und Politikwissenschaften an der Uni Wien. Die FLÖ wollen diesmal überall mandatsstärkste Fraktion werden und in der Exekutive der Uni- wie Bundesvertretung der ÖH vertreten sein. Inhaltlich treten die FLÖ für die gänzliche Abschaffung der Studiengebühren, einen hochschulpolitischen Bildungsplan, bessere finanzielle Absicherung von Studenten und gegen Zugangsbeschränkungen ein. (Internet: http://www.fachschaftsliste.at/)

Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ)
Spitzenkandidatin des SP-nahen VSStÖ ist die 24-jährige Wienerin Sophie Wollner. Die Studentin der Germanistik und Politikwissenschaften an der Uni Wien engagiert sich seit vier Jahren in der Uni-Politik. Wollner tritt für bessere finanzielle Absicherung der Studenten und freien Uni-Zugang ein und will die Rolle der ÖH als politische Interessensvertretung stärken. Der VSStÖ will durch die Abschaffung der Studiengebühren und Einführung eines Grundstipendiums Studenten aus ihrer "persönlichen Finanzkrise" helfen. Ziel ist außerdem eine Studie über strukturelle Benachteiligung von Frauen an den Unis und die Einführung von Mindeststandards bei Praktika. (Internet: http://www.vsstoe.at/)

Kommunistischer StudentInnenverband (KSV)
Der 24-jährige Sebastian Wisiak (24), Student an der Medizin-Uni Graz und KSV-Bundesvorsitzender, führt die Liste des KSV an. Sein Hauptziel ist die Ausweitung der direkten Mitbestimmung und mehr demokratische Kontrolle an den Unis. (Internet: http://www.comunista.at/)

Junge Liberale (JULIS)
Spitzenkandidatin der JULIS - ehemals Liberales StudentInnen Forum (LSF) - ist die gebürtige Deutsche Alegra-Isabel Raising. Die 22-jährige studiert seit 2007 Rechtswissenschaften, Internationale Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften in Wien, seit 2009 ist sie Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Österreich und tritt für diese auch als Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl an. Ihre Forderungen: Mehr Transparenz über die Verwendung der ÖH-Mitgliedsbeiträge, Abbau von Barrieren für Studenten aus Nicht-EU-Ländern und Verbesserung der Studienbedingungen. (Internet: http://machdichfrei.wordpress.com/)

Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) Der FP-nahe RFS wird bei diesen Wahlen vom 23-jährigen Jus-Studenten Philipp Schrangl vertreten. Der RFS fordert in seinem Programm unbedingte Freiheit der Lehre und Forschung und den Erhalt des freien Zugangs zu Universitäten ein. Stipendien sollen in erster Linie zur Förderung von Studenten mit entsprechenden Leistungen vergeben werden. (Internet: http://www.rfs.at)

(apa/red)