Österreichs Segler ohne Medaillenchance:
Medal Race wird versöhnlicher Abschluss

Wetter-Bedingungen halten nicht als Ausrede her Spitzauer/Nehammer landen auf dem 12. Endrang

Österreichs Segler ohne Medaillenchance:
Medal Race wird versöhnlicher Abschluss © Bild: APA/Techt

Der Einzug in das Medal Race der Top Ten in der olympischen Segelregatta vor Qingdao ist für die Tornado-Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher ein versöhnlicher Abschluss ihrer Karriere im Zeichen der Fünf Ringe. Eine Medaille ist mit 24 Punkten Rückstand auf Bronze aber nicht mehr möglich. Das Star-Duo Hans Spitzauer/Christian Nehammer landete auf dem 12. Platz und ist in der heutigen finalen Wettfahrt nicht mehr dabei.

Mit den Tagerängen 9, 5 und 5 schafften Österreichs erfolgreichste Segler aller Zeiten den Einzug in die Medaillenentscheidung mit einer Rangverbesserung auf der letzten Kreuz und insgesamt um einen Punkt. In Führung und damit auf Gold-Kurs liegen die Spanier Fernando Echavarri/Anton Paz (36) vor den Australiern Darren Bundock/Glenn Ashby (39) sowie den Argentiniern Santiago Lange/Carlos Espinola (44).

Schöner Abschluss
"Für uns ist das noch ein schöner Abschluss, so wie es hier angefangen hat, hat man nicht daran glauben können. Aber wir haben gesagt, wir geben nicht auf, wir kämpfen bis zum Schluss, das ist unser Ziel. Wenn es ein bisserl besser gelaufen wäre in den letzten Wettfahrten, dann wäre noch viel mehr drinnen gewesen. Es war heute wieder so ein Tag, wo wir vom zweiten Platz in der ersten Wettfahrt auf den neunten zurückgefallen sind. Das sind dann einfach Punkte, die einem fehlen", bilanzierte Hagara. "Morgen zuschauen wäre nicht schön gewesen", meinte auch Steinacher. Welche Verbesserung der Platzierung noch möglich sei? "Das bestimmen die anderen."

Und natürlich auch der Wind. Denn der hatte auch diesmal das Feld wieder gehörig herumgewirbelt. "Es war ein Wahnsinn, es waren solche Windlöcher drinnen in allen drei Wettfahrten, brutal!", meinte Steinacher. Besonders hart erwischt hatte es in der ersten Wettfahrt das griechische Boot mit Iordanis Paschalidis/Konstantinos Trigonis, das nach Führung nur Zehnter wurde. "Der war der Arme, er wäre voll noch um die Bronzemedaille mitgefahren, jetzt wird's schön schwer für ihn. Er hat überhaupt nix dafürkönnen", hatte der Vorschoter aus Zell Mitleid.

Wetter-Bedingungen keine Ausrede
Auf die Bedingungen, warum es nicht für eine dritte Olympia-Medaille reichte, reden sich Hagara und Steinacher nicht aus. Zu späte Materialauswahl, zu wenig Regatta-Training, das sind die entscheidenden Faktoren gewesen. "Im Prinzip sind die Besten vorne, von dem her brauchen wir uns nicht beschweren. Die haben genau die gleichen Bedingungen gehabt, heute hat jeder einmal was ausgefasst, das gleicht sich irgendwie aus. Wenn du keinen Lauf hast, dann geht sich halt nicht immer alles aus", erklärte Hagara.

Letzter Olympia-Auftritt
Heute werden Hagara und Steinacher ihre letzte olympische Wettfahrt bestreiten. Sentimental werden sie dabei nicht. "Wir haben das eh ausgereut bis aufs letzte, zwölf Jahre lang. Wir haben uns darauf schon lange vorbereitet. Wir sind irgendwie auch froh. Emotional wirst du, wenn du aufhören musst, weil du nicht mehr länger kannst. Aber wir haben uns ja vorgenommen, dass wir aufhören, und wir sind auch froh", gestand Steinacher. Hagara fügte an: "Das einzige, das passieren kann, ist, dass wir den Tornado versenken." Vier Stück besitzen sie, jeder von ihnen wird sich zumindest einen aufheben. Gesegelt wird auch in Zukunft werden, beide wollen ihre Karriere im Großboot fortsetzen.

Surfer-Gold an Neuseeland und China
Spitzauer/Nehammer landeten auf den Wettfahrträngen 4,12, und 14 und wurden Gesamt-12. Auch für Spitzauer heißt es Abschiednehmen von Olympia. Bei den Surfern (RS:X) fielen bereits die Entscheidungen, Tom Ashley gewann für Neuseeland die Goldmedaille vor dem Franzosen Julien Bontemps und dem Israeli Shahar Zubari. Das erste Segel-Gold für China in der Geschichte holte Yin Jian, Silber ging an Alessandra Sensini aus Italien und Bronze an die Britin Bryony Shaw.

(apa/red)