Österreichs Politiker wenig abenteuerlustig:
Urlaubsziele gehen von Italien bis Balkonien

Sowohl Kanzler als auch Vizekanzler am Mittelmeer Karl und Berlakovich verlassen als einzige Europa

Wenn es um die Wahl des Urlaubsziels geht, zeigen sich Österreichs Politiker wenig abenteuerlustig. Statt Trips in exotische Regionen bevorzugen sie Entspannung in der heimischen Provinz oder am Mittelmeer. Italien, Kärnten und Balkonien sind in Zeiten der noch immer andauernden Wirtschaftskrise weiter angesagt. Längere Distanzen nehmen nur wenige in Kauf - zumal im Sommer auch die eine oder andere kurzfristig einberufene Sondersitzung des Nationalrats drohen könnte.

Bundeskanzler Werner Faymann (S) zieht es etwa zwei Wochen ins italienische Apulien. Er will dort Zeit mit der Familie verbringen, lesen und Rad fahren. Ebenso Vizekanzler Josef Pröll (V), der im August samt Familie an der oberen Adria baden gehen will, aber auch in Österreich urlaubt. Bundespräsident Heinz Fischer plant keinen Auslandsaufenthalt, ihn zieht es an den Hallstätter See und nach Mürzsteg. Am Programm stehen die obligatorischen Bergwanderungen.

Rote tendieren zu Kroatien
Rote Regierungsmitglieder zeigen einen Trend zu Kroatien. Sozialminister Rudolf Hundstorfer zieht es etwa nach Istrien, Gesundheitsminister Alois Stöger im Juli in die selbe Richtung. Letzterer benötigt die Erholung, um Arbeiten im oberösterreichischen Garten in Angriff zu nehmen. Weiter über die Grenze blickt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek: Eine Woche im englischen Cornwall und eine weitere in der französischen Bretagne will sie wandern und Kulturschätze genießen.

Italien-Urlauber
Wie der Kanzler fährt auch Verteidigungsminister Norbert Darabos nach Italien, genauer gesagt eine Woche mit seiner Familie nach Rom und an die Amalfiküste. Auch Staatssekretär Josef Ostermayer fährt seinem Chef nach, zwölf Tage in Sizilien sind geplant.

Urlaub auf Balkonien und in Österreich
Lange Distanzen meidet Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Sie urlaubt in Reichenau an der Rax und will dort lesen und wandern. Auch Infrastrukturministerin Doris Bures gibt Österreich den Vorzug und wird Anfang August mit der Familie am Arlberg wandern gehen. Die kürzeste Distanz legt Finanzstaatssekretär Andreas Schieder zurück: Er macht es sich auf seinem Balkon gemütlich, Grillen wird nicht ausgeschlossen.

Karl und Berlakovich trauen sich ins Flugzeug
Auch die ÖVP-Regierungsmitglieder zieht es nicht in die weite Ferne - bis auf zwei Ausnahmen: Wissenschaftsministerin Beatrix Karl besucht im August ihre Cousine in Shanghai, nachdem sie im Juli ihrem Heimatbundesland Steiermark für ein paar Tage die Ehre erwiesen hat und auch in Kroatien war. Ins Flugzeug traut sich auch Umweltminister Nikolaus Berlakovich, der sich in den USA einige Nationalparks anschauen will, aber auch ein paar Tage im Salzkammergut geplant hat.

Europa anschauen
Innenministerin Maria Fekter bleibt hingegen auf europäischem Boden und reist nach Südfrankreich, aber auch nach Oberösterreich. Familienstaatssekretärin Christine Marek hat wegen der Wien-Wahl zwar nicht viel Zeit für ausgedehnte Trips, im Juli will sie aber auf Malta ein paar Tage Kraft sammeln, Sehenswürdigkeiten anschauen und Bücher lesen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner fährt im August nach Hause ins Mühlviertel sowie eine Woche an einen Kärntner See zum Radfahren und Entspannen.

Außenminister bleibt daheim
Der österreichischen Heimat treu bleibt von den ÖVP-Regierungsmitgliedern auch Außenminister Michael Spindelegger: Er verbringt seinen Urlaub wie immer mit seiner Familie am Mondsee. Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka fährt für ein verlängertes Wochenende nach Kärnten und plant zusätzlich eine Bergtour in Südtirol. An einen Kärntner See zieht es auch wieder Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

Strache feiert Party in Ibiza
Auf Bewährtes setzt auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er fährt wieder an den Wörthersee und danach mit seinen Kindern auf die Party-Insel Ibiza. BZÖ-Obmann Josef Bucher fährt Ende Juli mit seinen Söhnen nach Italien. Sonst wird er sich regelmäßig in Kärnten aufhalten, auch Bergtouren sind geplant, etwa auf den Großvenediger. Für die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig ist der Urlaub für heuer "de facto abgesagt". "Auf jeden Fall fahren wir zu meiner Familie in Kärnten", meinte sie. Ansonsten sei aber nichts geplant. (apa/red)

Kommentare

Mit guten Beispiel in Österreich bleiben,und unsere Wirtschaft stärken ! Ich höre bei vielen Leuten um,und muß feststellen das unseren Pensionisten im Jahr mehrmals in Ausland urlauben ,obwohl unsere Pensionsvertreter Kohl und Blecha jammern ,wie schlecht es ihnen geht ! Immer wieder Prozentmäßig erhöhen,damit ja die Abzocker im Vorteil sind !

Seite 1 von 1