Österreichs Gegner froh über Auslosung:
Deutsche Medien sprechen über "Glückslos"

Deutschland-Coach Löw warnt aber vor der ÖFB-Elf Auch Kroatien und Polen mit der Gruppe zufrieden

Österreichs Gegner froh über Auslosung:
Deutsche Medien sprechen über "Glückslos"

Deutschland, Kroatien und Polen haben sich über ein glückliches Los für die Fußball-EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gefreut. Die Endrunden-Auslosung in Luzern bescherte den drei Teams in Gruppe B Gastgeber Österreich und damit vermutlich den leichtesten Gegner aus dem ersten Topf. Die Deutschen, die als großer Favorit in die Vorrunde gehen, treffen erst zum Abschluss am 16. Juni in Wien auf Österreich.

Davor geht es in Klagenfurt gegen Polen und Kroatien. "Es wird sicherlich schwer, aber für uns ist das eine lösbare Aufgabe", gab sich Deutschlands Teamchef Joachim Löw diplomatisch. "Wir haben eine gute Chance, die nächste Runde zu erreichen. Österreich darf man aber nicht unterschätzen. Als Gastgeber kann man bei einem Turnier enorme Kräfte freisetzen", erinnerte der Ex-Coach von FC Tirol und Austria Wien. "Es ist eine tolle Sache, gegen sie zu spielen."

Österreich in "Mega-Krise"
Während sich der Bundestrainer vornehm zurückhielt, fand der deutsche Boulevard deutliche Worte für das vermeintliche Glückslos des DFB-Teams, dem Fortuna auch bei den vergangenen Auslosungen stets treugeblieben war. "Jogi, die müsst ihr packen! Danke für diese Dusel-Gruppe", schrieb die "Bild"-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Eine der Begründungen: Der österreichische Fußball befinde sich im Moment in einer "Mega-Krise".

Die Bilanz gegen Österreich spricht bei 19 Siegen, 6 Remis und 8 Niederlagen (Torverhältnis 72:51) klar für Deutschland. In den vergangenen drei Partien hatten sich die Deutschen jeweils sehr deutlich durchgesetzt - 5:1 (1994 in Wien), 6:2 (2002 in Leverkusen) und 3:1 (2004 in Wien). Am 6. Februar - vier Monate vor Turnierbeginn - steht in Wien ein weiteres Testspiel der EM-Kontrahenten auf dem Programm. Den bis dato letzten vollen Erfolg gegen den Erzrivalen hatte das ÖFB-Team 1986 eingefahren (4:1).

Cordoba und Gijon legendär
In noch viel besserer Erinnerung sind die legendären Duelle von Cordoba und Gijon. Bei der WM 1978 eliminierten die Österreicher den amtierenden Weltmeister Deutschland dank zweier Krankl-Tore mit einem 3:2-Sieg, vier Jahre später nahm man den "großen Bruder" mit einer 0:1-Niederlage nach umstrittenem Nicht-Angriffs-Pakt auf Kosten Algeriens mit in die zweite Gruppenphase. Eine ähnliche Konstellation könnte es geben, wenn Deutschland nach zwei EM-Spielen bereits fix für das Viertelfinale qualifiziert ist.

Österreichs Auftaktgegner ist am 8. Juni Kroatien - ein unangenehmes Los. Der WM-Dritte von 1998 hat sich in den vergangenen Jahren als Dauergast bei internationalen Großereignissen etabliert. In der Vorbereitung auf die WM 2006 in Deutschland siegten die Kroaten in Wien völlig verdient mit 4:1. "Das erste Spiel wird sehr schwierig, aber ich bin zuversichtlich", erklärte Kroatiens Teamchef Slaven Bilic. "Wir haben eine Freude mit der Gruppe, aber das hätten wir mit jeder anderen Gruppe auch gehabt."

"Gutes Los für Kroatien"
In der Qualifikation hatten die Kroaten England mit einem 3:2-Sieg in London eliminiert. Bei der vergangenen EM in Portugal waren die Kroaten in der Vorrunde an England und Frankreich gescheitert. Diesmal scheint es das Los besser mit ihnen gemeint zu haben, darüber waren sich auch die kroatischen Medien einig. "Ein sehr gutes Los für Kroatien", meinte die Tageszeitung "Jutarnji list". "Die Kugeln in Luzern waren uns durchaus gewogen", ergänzte das Internet-Portal "sportnet.hr".

Auf Polen war das ÖFB-Team zuletzt in der WM-Qualifikation für Deutschland getroffen. Nach einer 1:3-Niederlage in Wien mussten sich die Österreicher im Spiel der letzten Chance auch in Chorzow mit 2:3 geschlagen geben. Eine gute Möglichkeit zur Revanche bietet sich am 12. Juni 2008 im Ernst Happel Stadion. "Es ist immer ein Vergnügen, gegen den Gastgeber zu spielen", formulierte Polens Nationaltrainer Leo Beenhakker höflich. "Es ist eine sehr offene Gruppe, wo einige Überraschungen passieren können." Und darauf hofft Österreich.

(apa/red)

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