Österreichs Eishockey wieder erstklassig!
5:3 gegen Polen sichert Aufstieg in A-WM

Tallinn: 5. Sieg im fünften Spiel der Eishockey-B-WM Nur ein Jahr nach Abstieg Team wieder in Weltspitze

Ausgerechnet bei der Heim-WM im Vorjahr kam für die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft nach acht Jahren in der Elite der Absturz. Mit frischem Wind kehrten die Österreicher nach nur einem Jahr Zweitklassigkeit wieder zurück. Jim Boni und seine Assistenten Rick Nasheim und Mental-Betreuer Chris Hamilton haben eine Mannschaft geformt, in der Teamgeist groß geschrieben wird. Nun soll der 43-Jährige das Team auch in die A-WM 2007 in Russland (27. April bis 13. Mai in Moskau und St. Petersburg) führen, der Verband wird dem Teamchef ein Angebot auf Vertragsverlängerung machen.

Bei der WM der Division I in Tallinn war Österreich als großer Favorit gestartet. Mit fünf Siegen, gegen meist sehr defensive Gegner teils hart erkämpft, wurde die Mission Wiederaufstieg aber souverän erfüllt und eine herausragende Saison mit 13 Siegen in 15 Spielen, die erfolgreichste seit Jahren, mit dem Aufstieg gekrönt. "Jeder hat seinen Job gemacht. Das war ein Team, super professionell und diszipliniert", hob Boni so wie alle Spieler den Teamgeist hervor.

Am Abend stand noch die Siegerehrung an, "dann lassen wir ein paar Bier fließen", so Boni. Danach wird er sein Versprechen wahr machen. "Heute rauche ich aus, ab morgen höre ich auf", erklärte er. Der Italo-Kanadier wird kommende Woche in den Urlaub nach South Carolina abdüsen und die Vorfreude auf die A-WM genießen. "Das wird ein Sommer. Die A-Gruppe reizt mich voll", so Boni.

Dass der ÖEHV weiter mit Boni, der hauptamtlich Trainer der Vienna Capitals ist, arbeiten will, bestätigte Verbandspräsident Dieter Kalt. "Er wird von uns ein Angebot erhalten, weiter zu machen. Es hat sich gezeigt, dass das gegenseitige Vertrauen da ist. Es war eine sehr kompakte Leistung, man kann nur gratulieren", sagte Kalt, der sich bei den mitgereisten Fans bedankte. Rund 100 machten beste Stimmung, sie wurden für ein Länderspiel in Österreich eingeladen.

Frischer Wind und gute Stimmung ist, was die Spieler im ersten Jahr unter Boni hervor heben. "Neuer Trainer, neues System, neue Ansprachen. Alle halten zusammen, wir ziehen an einem Strang und spielen mit Herz. Es ist wieder lustig im Team. Boni hat viel Feingefühl für die Spieler und eine gute Taktik", meinte Thomas Koch. Der Center war mit fünf Toren und fünf Assists bester Scorer der Österreicher und führte mit der Linie der 83-er Jahrgänge (Setzinger/Koch/Welser) eine der zwei Top-Linien der Österreicher neben dem Salzburger Trio Kalt/Pewal/Trattnig, die mit Technik und Tempo alle Gegner der B-WM unter Druck setzen konnten.

"Es ist schwer aufzusteigen, weil du musst erst jedes Spiel gewinnen. Aber wir haben gezeigt, dass die Mannschaft Potenzial hat. An der Chancenauswertung müssen wir aber arbeiten", so Koch mit Blick auf die A-WM 2007. Gegen wen es in Russland geht, entscheidet sich am 21. Mai. Im Rahmen der WM in Riga/Lettland werden die Vorrunden-Gruppen ausgelost, Österreich wird aus Topf vier gezogen und erhält damit wohl drei ganz starke Gegner.
(apa/red)