Österreichs Bau-Meister: H.P. Haselsteiner bringt seinen Strabag-Konzern an die Börse

Der erfolgreichste Unternehmer des Landes im Porträt NEWS: Was Opinion-Leader über ihn zu sagen haben!

Österreichs Bau-Meister: H.P. Haselsteiner bringt seinen Strabag-Konzern an die Börse

Lange bevor andere Personen ihre Initialen zur Marke hochstilisierten, waren die drei Buchstaben HPH in Österreichs Wirtschaft längst eine Trademark. Sie stehen für Hans Peter Haselsteiner, 63. Der Vorstandsvorsitzende und Hälfteeigentümer des Baukonzerns Strabag wird von vielen als bester Unternehmer des Landes geschätzt. In den vergangenen 35 Jahren hat der gebürtige Tiroler und glühende Europäer aus der mittelständischen Kärntner Baufirma seiner Gattin einen Baukonzern gezimmert, der zu den fünf größten Europas zählt und wohl bald an deren Spitze rangieren wird. Jetzt bringt er seine Strabag an die Wiener Börse. Der Konzern, dessen Wert Analysten auf über 3 Milliarden Euro schätzen, soll der bislang größte Börsengang in der Historie der Wiener Börse werden.

Hinter dem unglaublichen Erfolg der Strabag steht ganz klar die Persönlichkeit des Hans Peter Haselsteiner, auch wenn er sich gerne auf sein gutes Team beruft. "Ich habe immer das gemacht, wovon ich überzeugt war", sagt er im sehr persönlichen NEWS-Interview über seinen Erfolg.

Netzwerk als Erfolgsgeheimnis
Sein Netzwerk kennt wie sein Denken kaum Grenzen. Zu seinen engsten Freunden zählt der VP-nahe Raiffeisen-General ebenso wie Bundeskanzler und SP-Chef Alfred Gusenbauer. Eine sehr enge Freundschaft verbindet den Industriellen nach wie vor mit der früheren Spitzenpolitikerin Heide Schmidt. Haselsteiner hatte sie bei der Gründung des Liberalen Forums unterstützt und war selbst Nationalratsabgeordneter und stellvertretender Parteiobmann.

Berufliche Härte und menschliche Züge
Das beinharte Geschäft der Bauwirtschaft hat den Tycoon freilich geprägt. "Trotz seiner beruflichen Härte hat Haselsteiner seine menschlichen Züge beibehalten und ist ein wirklich angenehmer Zeitgenosse", schätzt Rössl-Wirt Helmut Peter seinen früheren liberalen Mitstreiter. "Haselsteiner ist ein Stratege, der alles sehr genau plant. Er kann Teams bilden und ist unerhört loyal, wenn sich jemand ernsthaft bemüht. Aber wenn es nicht passt, dann schmeißt er ihn auch sofort raus", schildert Peter den Industriellen.

Von Mitarbeitern verehrt
Von den meisten seiner 53.000 Mitarbeiter wird der "Doktor", wie man den promovierten Wirtschafts- und Steuerberater gerne respektvoll nennt, wird Haselsteiner geradezu verehrt. Sie wissen, was sie ihrem Chef verdanken, und der virile Tiroler kann auch unglaublich charmant sein. Die Höchstleistungen, die Haselsteiner seinen Mitarbeitern abverlangt, erbringt er auch selbst.

Diskretes Privatleben
Sein Privatleben hält Haselsteiner ganz penibel aus der Öffentlichkeit heraus. Zwar schätzt er gediegenes Ambiente, aber abseits von Promi-Enklaven. Seine drei Söhne sind in Bozen aufgewachsen, wo die Familie ein schönes Landgut, umgeben von 1,5 Hektar Weingarten, ihr Eigen nennt. Hier sind nur sehr vertraute Freunde wie Gusenbauer zu Gast. In seiner zweiten Wahlheimat Kärnten spannt Haselsteiner direkt am Millstätter See aus.

Kunstleidenschaft
Umgeben ist Haselsteiner dabei stets von seiner wohl größten Leidenschaft, der Kunst. Sein Mäzenatentum, das sich von bildender bis zu darstellender Kunst erstreckt, erklärt der Industrielle so: "Kunst erweitert den Horizont eines Menschen. Deshalb sollen sich auch meine Mitarbeiter mit Kunst beschäftigen."

Mehr über Haselsteiner & Strabag lesen Sie in NEWS Nr. 16/07!