Österreichischer Filmpreis von

"Der Räuber" räumt ab

Preise auch für die "unabsichtliche Entführung der Frau Ott".

Österreichischer Filmpreis - "Der Räuber" räumt ab

Nicht im Rahmen einer ursprünglich geplanten Galaveranstaltung, sondern in der Atmosphäre eines gemütlichen Branchenfestes wurde im Wiener Theater Odeon der erste Österreichische Filmpreis vergeben. Als großer Gewinner ging dabei Andreas Prochaskas skurriler Streifen "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott hervor, der in allen drei nominierten Kategorien abräumte.

Zudem wurde er als "Bester Spielfilm" ausgezeichnet. Der Räuber", der die Liste mit sieben Nominierungen angeführt hatte, wurde ebenfalls dreimal ausgezeichnet und erhielt neben dem Preis für die beste Tongestaltung auch Ehrungen in den Königskategorien für Regisseur Benjamin Heisenberg und Hauptdarsteller Andreas Lust.

"Es kann sich nur um einen Irrtum handeln", meinte die Musikformation Kollegium Kalksburg bei ihrer Laudatio zum Preis für die "Beste Musik". Es sollte nicht die einzige sichtlich überraschende Auszeichnung für das Team hinter "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" bleiben: Das für das "Beste Drehbuch" ausgezeichnete Autorenteam - an diesem Abend ohne Co-Autor und Hauptdarsteller Michael Ostrowski - merkte an, beim Schreiben eigentlich den "Tatort" im Sinn gehabt zu haben, "aber dann haben wir uns verzettelt".

Gewinner der Herzen war Samstagabend jedoch Houchang und Tom-Dariusch Allahyaris Streifen "Bock for president", der zum besten Dokumentarfilm gekürt wurde. Protagonistin und Sozialarbeiterin Ute Bock, die nur widerwillig nach Aufforderung der beiden Regisseure die Bühne betrat, erhielt vom Publikum Standing Ovations und zeigte sich zu Tränen gerührt. Mit begeistertem Applaus gefeiert wurde auch Martin Gschlacht, der für seine Kameraarbeit in Shirin Neshats "Women without men" ausgezeichnet wurde.

Während Filme wie Tizza Covi und Rainer Frimmels "La Pivellina" oder Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" bei der Verleihung leer ausgingen, wurden die jeweils viermal nominierten Produktionen "Jud Süss - Film ohne Gewissen" von Oskar Roehler und "Lourdes" von Jessica Hausner mit nur jeweils einer Ehrung in den Kategorien "Beste Maske" bzw. "Bester Schnitt" bedacht. Zur besten Hauptdarstellerin wurde die hochschwangere Barbara Romaner für ihre erste Filmrolle in "Mahler auf der Couch" ernannt - "und die Kleine strampelt mit", wie sie bei ihrer Laudatio scherzte.

Als metaphorisches Kind bezeichnete auch Regisseur, Autor und Schauspieler Rupert Henning den ersten Österreichischen Filmpreis, der noch "wachsen und gedeihen" soll, damit "es nächstes Jahr ein noch gelungenerer Kindergeburtstag wird".