Österreichische Ärzte schlagen Alarm: Ein Viertel der Kinder ist zu dick oder adipös!

Experten: Österreich international im oberen Bereich "Epidemie der vielen Kilos" breitet sich rasant aus

Ein Viertel der österreichischen Kinder ist zu dick oder gar adipös. "Mit einem Anteil von rund 25 Prozent liegt Österreich (im internationalen Vergleich, Anm.) eher im oberen Bereich", warnte die Klinische Psychologin an der Wiener Universitäts -Kinderklinik (AKH), Mag. Sabine Dietrich, bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado.

Weltweit sind etwa zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren übergewichtig oder fettsüchtig (adipös). In den USA sind es 35 Prozent, in Europa 25 Prozent. Auch im Nahen Osten betrifft die "Epidemie der zu vielen Kilos" schon etwas mehr als 20 Prozent des Nachwuchses. Nur in Asien und im pazifischen Raum (etwa zwölf Prozent) und in Afrika mit etwa zwei Prozent ist das Problem noch kaum bekannt.

Für Österreich fehlen flächendeckende Zahlen. Eine Untersuchung der Wiener Universitäts-Kinderklinik bei 25.000 Kindern und Jugendlichen brachte folgende Ergebnisse: 19,2 Prozent der Kinder zwischen einem halben Jahr und zehn Jahren sind übergewichtig. Das trifft auch auf 24,9 Prozent der Jugendlichen zu. 5,7 Prozent der jüngeren Gruppe und 6,1 Prozent der älteren sind adipös. 2,2 Prozent der unter Zehnjährigen haben enormes Übergewicht (morbide Adipositas). In Österreich dürften damit zehn bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sein. Hinzu kommen fünf bis acht Prozent Adipöse.

Als Risikofaktoren gelten Eltern mit niedrigerer Schulbildung, Nicht- Stillen im Säuglingsalter und mangelndes Wissen der Eltern in Ernährungsfragen. Aus der Wiener Untersuchung ergibt sich auch, dass Kinder und Jugendliche mit einer anderen Muttersprache als Deutsch mehr gefährdet sind. Bei schwereren Fällen hilft nur eine intensive Therapie mit Diät, Bewegung und psychologischer Betreuung. (apa)