Südafrika von

Österreicher von Hai getötet

Für 66-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Ehefrau musste Unglück mitansehen.

Hai © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Ein Mühlviertler Tourist ist am Samstag in Südafrika von einem Hai tödlich verletzt worden, als er im Meer vor der Hafenstadt Port St. Johns badete. Es handelt sich um einen 66 Jahre alten Oberösterreicher, der mit seiner Frau einer österreichischen Reisegruppe angehört hatte, bestätigte Martin Weiss, Sprecher des Außenministeriums in Wien. Im Geburtsort des Mannes herrschte am Sonntag Bestürzung.

Bernhard Johann Fenk, Bürgermeister von Putzleinsdorf (Bezirk Rohrbach), wo der 66-Jährige herstammte, bestätigte einen Bericht des ORF Oberösterreich zur Herkunft des Mannes und erklärte: "Mit so etwas rechnet man überhaupt nicht." Die Familie des Toten, der seit rund 40 Jahren im wenige Kilometer entfernten Hofkirchen im Mühlkreis gelebt hatte, ist in Putzleinsdorf für ihre Sportlichkeit bekannt, berichtete Fenk: "Ein Bruder des Verstorbenen war sogar einmal am Mount Everest." Von dem Unglück wüssten im Ort bisher aber nur ganz wenige, auch er selbst habe noch keine näheren Informationen, sagte der Bürgermeister.

Bisher unbekannte Hai-Art

Der Oberösterreicher war mit einer Reisegruppe in der Heimatregion des im Vorjahr verstorbenen, südafrikanischen Anti-Apartheid-Kämpfers, Friedensnobelpreisträgers und ersten schwarzen Staatspräsidenten des Landes, Nelson Mandela, unterwegs. Sie liegt an der für ihre naturbelassenen Badestrände bekannten Südostküste am Indischen Ozean. Welche Art Hai den 66-Jährigen an dem für derartige Attacken berüchtigten "Zweiten Strand" von Port St. Johns angefallen hat, sei noch nicht bekannt, hieß es am Sonntag aus Südafrika. Der Strandabschnitt gilt als der gefährlichste der Welt, was Haie betrifft: Seit 2007 wurden dort acht tödliche Angriffe registriert.

Anrainerin Cat Yazbek sagte "City Press" (online), die Attacke habe sich kurz vor 15.00 Uhr ereignet. Sie und ihr Partner Michael Gatke riefen die Wasserretter. "Die Leiche treibt im Wasser umher. Es ist schrecklich", sagte Yazbek. Laut Gatke war der 66-Jährige gemeinsam mit anderen Personen im Wasser am "Zweiten Strand". Laut mehreren Medienberichten habe die Ehefrau des Oberösterreichers das Unglück mitangesehen. Noch als der Körper des Toten geborgen und abtransportiert wurde, seien neuerlich Schwimmer im Wasser gewesen, so Gatke.

Laut Außenministeriumssprecher Weiss wurden die Angehörigen verständigt. Die Ehefrau und die anderen Mitglieder der Reisegruppe werden durch Botschaftsmitarbeiter betreut, die auch bei weiteren Schritten wie der Überstellung des Toten Hilfe leisten werden.

Hai-Angriffe im Überblick

Dass ein Österreicher durch einen Hai umkommt, ist nicht sehr häufig: Im Februar 2008 endete das Taucherlebnis eines Wiener Anwaltes vor der Küste Floridas - 50 Kilometer vor Fort Lauderdale nahe den Bahamas - tödlich. Der 49-Jährige wurde bei einer Haiköderung von einem Bullenhai angegriffen und ins Bein gebissen. Er wurde noch in ein Spital gebracht, verblutete aber.

Glimpflich davon kam ein 19-jähriger Badener 2005: Ein Hai attackierte ihn im Badeort Boca Grande an der Golfküste Floridas, als er bis zur Brust im Wasser stand, und biss den jungen Mann in den Knöchel. Das Opfer wurde damals mit einem Hubschrauber ins Spital gebracht und konnte drei Tage später nach Österreich zurückkehren.

Laut der Datenbank International Shark Attack File kam es 2013 weltweit zu 72 Hai-Attacken auf Menschen, zehn von ihnen kamen dabei ums Leben. Hotspots von Hai-Angriffen sind Florida, Australien, Hawaii sowie Südafrika.

Kommentare

So tragisch der Vorfall auch ist, man sollte schon auch davon ausgehen, dass eine riesige Warntafel am Strand eigentlich ausreichend sein müsste, um einem erwachsenen Menschen die Gefahr aufzuzeigen.

strizzi49 melden

Liebe Journalisten! An diesem Strand standen auch Tafeln, die vor den Haien warnten! Aber der Österreicher war wahrscheinlich des Lesens unkundig! Es ist immer das Gleiche, ob beim Schifahren oder beim Schwimmen, es gibt immer wieder Obergescheite, die glauben, solche Tafeln stehen zum Spass herum! Was passiert ist, ist zwar traurig, aber selber Schuld!

strizzi49 melden

Man sollte viel mehr darüber schreiben, dass man Warnhinweise beachten sollte! Und man sollte in Artikeln über solche Unglücke nicht verschweigen, dass es Warnschilder gab, sondern daarauf hinweisen, was passieren kann, wenn man sie nicht beachtet!

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