Österreicher für Tour de France höchst motiviert: Austro-Trio hat heuer einiges vor

Totschnig will in Gesamt-Wertung unter die Top fünf Eisel hofft noch auf Top-Form, Wrolich mit Doppelrolle

Drei Österreicher stehen auf der Startliste der 93. Tour de France, und alle drei sind hoch motiviert. Im Jahr eins nach Lance Armstrong, dem Gewinner der vergangenen sieben Auflagen, hat Georg Totschnig große Ziele. Der 35-jährige Tiroler peilt einen Rang unter den Top 5 der Gesamtwertung an und möchte zudem auf einer Etappe aufzeigen. So wie bei seinem historischen Sieg im Vorjahr. Sprinter Bernhard Eisel hofft noch auf die für Spitzenplätze nötige Topform, während Peter Wrolich neuerlich eine Doppelrolle spielt.

Totschnig, der Siebente von 2004, will in seiner achten und möglicherweise letzten "Großen Schleife" das nach Armstrongs Rücktritt entstandene "Vakuum" nützen. Der dreifache Familienvater sieht sich selbst zwar nicht als Sieganwärter, seine Beständigkeit könnte in der dreiwöchigen, harten Rundfahrt über 3.657 Kilometer aber zur Trumpfkarte werden. "Die Entscheidung wird in der letzten Woche auf den Alpenpässen fallen, die sind heuer schwieriger als die Pyrenäen", sagte Totschnig.

Giro-Sieger Ivan Basso (ITA/Team CSC) und Jan Ullrich (GER/Team T-Mobile), der Gewinner von 1997, gelten als Topfavoriten der Tour mit drei Bergankünften und drei Einzelzeitfahren über insgesamt 116 km. Im Windschatten des Duos lauern Alexander Winokurow (KZK), Alejandro Valverde und Francisco Mancebo (beide ESP), Vuelta-Sieger Denis Mentschow (RUS) sowie nicht zuletzt die zwei Gerolsteiner-Kapitäne Levi Leipheimer (USA) und Totschnig.

Beim Steirer Eisel rollt es derzeit nicht so rund wie bei seinen ersten zwei Teilnahmen. "Die Kraft ist nach der zehntägigen Zwangspause zwar wieder da, aber ich fühle mich auf dem Rad nicht wohl, der Rhythmus fehlt", erklärte der Profi des Teams Francaise des Jeux. Wegen der im Trainingslager in L'Alpe d'Huez Ende Mai aufgetretenen Knieblessur musste der dreifache Saisonsieger seine hoch gesteckten Ziele revidieren. "Ich brauche zwei, drei Tage zum Einrollen und hoffe, dass die Form dann da ist", sagte der 25-Jährige mit Wohnsitz in Kärnten, der einen Etappen-Rang unter den Top 3 für möglich hält.

Wrolich sind gleich mehrere Aufgaben zugedacht. Als Profi mit großer Übersicht soll er den Kapitän Totschnig aus kritischen Situationen im Feld heraushalten, bevor es auf der 10. Etappe in den Pyrenäen erstmals ins Hochgebirge geht. Doch bei seiner dritten Tour hat der Jung-Vater vom Faakersee neuerlich auch eigene Erfolge im Visier. Wrolich ist immer wieder in Ausreißergruppen präsent und dass er auch in Massensprints stark ist hat er mit Rang zwei hinter dem späteren Weltmeister Tom Boonen (BEL) im Vorjahr in Tours bewiesen.

(apa/red)