Österreicher sind konservative Sparer: 80 Prozent legen ihr Geld gerne "sicher" an

Beim Schuldenmachen gehen sie aber Risiko ein Österreicher besitzt im Schnitt 2,5 Jahresgehälter

Die Österreicher sind bei ihrem Umgang mit Geld gespalten: Beim Sparen sind sie vorsichtig, bei den Schulden risikofreudig. Es gebe eine "erstaunliche Diskrepanz" zwischen Veranlagung und Verschuldung, sagte Wifo-Experte Thomas Url bei einer Pressekonferenz. So wird das Geldvermögen zwar meistens "sicher" veranlagt, andererseits gibt es aber einen hohen Anteil an Fremdwährungskrediten.

Beim Veranlagen sind die Österreicher gern auf der sicheren Seite, wenngleich in den vergangen zehn Jahren die Risikobereitschaft zugenommen hat. Wie aus der Wifo-Analyse hervorgeht, waren 1995 noch fast 92 Prozent des gesamten Geldvermögens "sicher" veranlagt, also in Bargeld und Einlagen, festverzinslichen Wertpapieren, risikoarmen Fonds, Lebensversicherungen und Ansprüchen aus Pensionskassen. 2006 waren es nur mehr rund 82 Prozent. Den rund 80 Prozent sicheren Geldanlagen in Österreich stehen im Durchschnitt der Eurozone rund 70 Prozent gegenüber.

Mehr Risiko beim Schuldenmachen
Die Risikofreudigkeit beim Schuldenmachen zeigt sich am hohen Anteil der Fremdwährungskredite am Kreditbestand: Bei den privaten Haushalten lag er 2006 bei rund 32 Prozent, insgesamt (inklusive Unternehmen) bei 20 Prozent. Zum Vergleich: In der Euro-Zone waren es 2005 durchschnittlich bei privaten und Unternehmen 4 Prozent. Die mit Fremdwährungskrediten verbundenen Risiken - Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko - würden von den österreichischen Haushalten offensichtlich sehr niedrig eingeschätzt, so Url.

Das Geldvermögen hat sich seit 1995 deutlich erhöht. 1995 lag es im Durchschnitt beim eineinhalbfachen eines Jahresgehaltes, derzeit ist es das zweieinhalbfache.

(apa/red)