Österreicher schaffen Handball-Sensation:
Nach Sieg gegen Serbien in EM-Hauptrunde

Klarer 37:31-Erfolg dank grandioser Aufholjagd Stellt bisher größten Erfolg in der Geschichte dar

Österreicher schaffen Handball-Sensation:
Nach Sieg gegen Serbien in EM-Hauptrunde © Bild: APA/Gindl

Österreichs Herren haben ein kleines Handball-Wunder vollbracht und den Einzug in die Hauptrunde der Heim-Europameisterschaft geschafft. Im Entscheidungsspiel der Gruppe B gewann die ÖHB-Auswahl in Linz gegen Serbien 37:31 (15:18) und spielt damit ab Montag in der Wiener Stadthalle weiter. Die Truppe von Teamchef Dagur Sigurdsson schaffte damit den größten Erfolg in der Geschichte des österreichischen Herren-Handballs.

Die Matchwinner der Österreicher im mit 5.500 Zuschauern ausverkauften Linzer Hexenkessel waren vor allem Zweier-Tormann Thomas Bauer und Kapitän Viktor Szilagyi (10 Tore) sowie Flügelspieler Robert Weber (8). In der Hauptrunde I treffen die Österreicher nun auf die Top-Drei der Vorrunden-Gruppe A. Als Aufsteiger aus dieser Gruppe steht bis jetzt nur Kroatien fest.

Der genaue Spielplan sowie die Anpfiffzeiten für die Hauptrunde werden erst nach dem endgültigen Ende der Gruppenphase fixiert. Die Ergebnisse gegen die Mit-Aufsteiger Dänemark (29:33) und Island (37:37) werden in die Hauptrunde mitgenommen, Österreich startet also mit einem Punkt.

Trotz rot-weiß-roter Festtagsstimmung in der EM-Arena auf der Gugl war der Start in die Partie aus heimischer Sicht miserabel. Angeführt von Momir Ilic schossen die Serben eine schnelle 4:0-Führung heraus. Das erste Tor der Österreicher gelang Robert Weber erst nach 5:45 Minuten zum 1:4.

Österreich fand danach ins Spiel, auch die Deckung ging deutlich aktiver und aggressiver zu Werke. Hinter der Defensive stand jedoch mit Nikola Marinovic ein neuerlich vergeblich nach seiner Hochform suchender Tormann. Marinovic kassierte aus dem Rückraum einen Treffer nach dem anderen, bis Teamchef Dagur Sigurdsson anstelle des gebürtigen Serben in der 17. Minute beim Stand von 7:11 Zweier-Goalie Thomas Bauer brachte.

Und der Showman vom deutschen Zweitligisten Korschenbroich brachte die Halle zum Brodeln, parierte mit unglaublichen Reflexen acht Würfe en suite, darunter einen Siebenmeter, und ebnete somit den Weg zur Aufholjagd. In der 22. Minute glich Viktor Szilagyi per Siebenmeter erstmals zum 11:11 aus. Erst in der 25. Minute kassierte Bauer dann das erste Gegentor. In die Pause ging Österreich mit einem Dreitore-Rückstand (15:18), weil man kurz vor der Sirene innerhalb von 16 Sekunden noch zwei Tore kassierte.

Österreich war aber auch nach Seitenwechsel bis in die Haarspitzen motiviert und kämpfte sich schnell zurück, in der 35. Minute glich Vitas Ziura zum 19:19 aus, ein neuerliches Siebenmetertor von Szilagyi bedeutete in der 43. Minute die erstmalige Führung zum 24:23. Nach dem 27:24 durch einen Gegenstoß von Martin Abadir (46.) war Österreich nicht mehr aufzuhalten. Berauscht durch die Führung und durchs Publikum gaben die Österreicher, bei denen Bauer auch nach der Pause sensationell hielt, das Heft nicht mehr aus der Hand. Szilagyi und Co. überrannten die entnervten Serben und siegten am Ende überlegen 37:31.

(apa/red)

Kommentare

Handballer in Hauptrunde Unser Team ist ganz super, aber die Wendung in Ihrem Artikel, dass mit dem Einzug in die Hauptrunde der größte Erfolg in der Geschichte des österreichischen Herren-Handballs geschafft worden sei, stimmt nicht. Wohl für die Zeit ab 1945 oder nur für den Hallenhandball, nicht aber für die gesamte Geschichte des ÖHB. Und hier ragt hervor der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. M.E. war dies der größte Erfolg in der Geschichte des österreichischen Herrenhandballes. Ich könnte hier einen Auszug aus der Geschichte des ÖHB zur Verfügung stellen. Siehe auch bei Google unter Olympische Spiele 1936, Handball.
Gratulation für unser heutiges Team, aber man sollte die Leistungen unserer damaligen Akteure nicht der allgemeinen Vergessenheit anheim fallen lassen.

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