Plastikgeld von

Bar oder Karte: Österreicher
im EU-Vergleich konservativ

Vor allem in Mittel- und Südeuropa "erhebliches" Wachstumspotenzial

Kartenzahlung © Bild: Thinkstock

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Harmonisierung des gemeinsamen Zahlungsraums Sepa vorantreiben. Nach Überweisungen und Lastschriften sollen auch die Kartenzahlungen harmonisiert werden. Die EZB sieht beträchtliches Einsparungs- sowie Wachstumspotenzial. Bisher gibt es bei der Kartennutzung große Unterschiede. Österreich befindet sich lediglich im Mittelfeld.

Während die Schweden im Jahresschnitt 230 mal ihre Karte zücken, zahlen die Bulgaren nur viermal und die Griechen und Rumänen nur siebenmal im Jahr mit Plastikgeld, geht aus einem heute, Dienstag, veröffentlichten Bericht der EZB hervor. Die Österreicher liegen mit 58 Zahlungen sowohl hinter dem Schnitt der EU (79 mal) als auch hinter dem Schnitt des Euroraums (70,8). Neben den Schweden nutzen auch die Dänen (224), Finnen (213), Briten (167) und Esten (159), Niederländer (158) und Luxemburger (156) ihre Karte ziemlich häufig.

Durchschnittlich 3.620 Euro pro Jahr mit Karte

Auch bei den gezahlten Summen klafft die Nord-Süd-Schere: In Luxemburg wurden 2012 pro Einwohner durchschnittlich 12.004 Euro mit der Karte umgesetzt, in Bulgarien nur 189 Euro und in Rumänien 257 Euro. Österreich liegt mit 3.620 Euro im Mittelfeld (Euroraum: 3.613 Euro, EU: 4.055 Euro).

Vor allem für Mittel- und Südeuropa macht die Zentralbank "erhebliches" Wachstumspotenzial aus. "Allerdings müssen selbst in kartenfreundlichen Ländern wie Frankreich die Kartenzahlungen um 72 Prozent zunehmen, damit das Niveau in den drei führenden Ländern erreicht werden kann", erklärte die EZB in einer Pressemitteilung.

Ausdehnung des einheitlichen Zahlungsraums

Die Euro-Notenbank möchte den einheitlichen Zahlungsraum Sepa (Single Euro Payments Area) auch auf Karten ausdehnen. Gerade ist die Umstellung von Überweisungen und Lastschriften im Gange - es sind das die neuen langen Kontonummern IBAN und BIC. Ende 2013 wurden in den Sepa-Staaten (EU-Mitglieder sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und die Schweiz) knapp drei Viertel aller Geldüberweisungen mittels IBAN getätigt.

"Sepa für Karten ist der nächste logische Schritt bei der Integration des europäischen Markts für den Massenzahlungsverkehr", so EZB-Direktor Yves Mersch. Für ihn ist es "kaum zu glauben", dass Verbraucher, Händler und Banken immer noch auf Hindernisse beim Zahlen mit Karte stießen. Zumal die Plastikkarten weniger Kosten verursachten als die Verwendung von Bargeld. Derzeit beliefen sich die "sozialen Kosten für Massenzahlungen" auf 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder EU-weit rund 130 Mrd. Euro im Jahr, das entspricht beinahe dem EU-Budget für das Jahr 2014.

Generell stieg die Kartennutzung in den vergangenen Jahren in allen EU-Ländern an. Im Jahr 2000 hatte es in Europa rund 13 Milliarden Transaktionen gegeben, 2012 wurden bereits 40 Mrd. Kartenzahlungen verzeichnet.

Kommentare

So lange es geht werde ich nicht mit der Karte zahlen. Kaufe also nur das , was mein Geldtascherl hergibt. Fahre damit sehr gut!

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