Österreicher setzen auf Bio-Lebensmittel:
85 % greifen zur biologischen Alternative

Biologische Babynahrung ganz besonders beliebt Bio-Gesamtumsatz könnte heuer 600 Mio. erreichen

Österreicher setzen auf Bio-Lebensmittel:
85 % greifen zur biologischen Alternative

Der Bio-Trend im Lebensmittelhandel hält an. 85 Prozent der Österreicher geben an, zumindest gelegentlich zur Bio-Alternative zu greifen. 9 Prozent kaufen (fast) ausschließlich Bio-Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts AC Nielsen. Der klassische Lebensmittelhandel ist inzwischen zum wichtigsten Verkaufskanal für Bio-Produkte geworden.

Bis Mitte August 2007 wurden im Lebensmittelhandel 360,5 Mio. Euro für Bio-Produkte ausgegeben. Das sind 4,4 Prozent des gesamten Umsatzes im Food-Bereich. Der Bio-Gesamtumsatz im Lebensmitteleinzelhandel wird 2007 damit bei geschätzten 580 bis 600 Mio. Euro liegen und weiterhin kräftiges Wachstum erzielen, prognostiziert AC Nielsen.

Am stärksten greifen die Österreicher bei Babynahrung zur biologischen Alternative. 39 Prozent des Umsatzes entfallen in diesem Bereich bereits auf Bio. "Vor allem Frauen legen beim Kauf von Bioprodukten Wert auf die Gesundheit der eigenen Kinder", analysiert Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich. Mit mehr als 26 Prozent ist auch der Bio-Anteil bei Reformwaren (Müsli, Haferflocken....) naturgemäß sehr hoch.

Mit 6,7 Prozent ist der Bio-Anteil bei Molkereierzeugnissen und den übrigen Frischwaren (Obst, Gemüse, Fleisch, Brot, Eier....) deutlich niedriger. Hier wird jedoch der größte Teil des Bio-Gesamtumsatzes, nämlich fast 80 Prozent, getätigt. Beim Kauf von Eiern entfallen bereits 16 Prozent des Umsatzes auf Bio, bei Brot liegt der Anteil bei knapp 12 Prozent und bei Gemüse bei fast 10 Prozent.

Der österreichische Handel hätte das Potenzial von Bio-Produkten bereits sehr früh erkannt und auf starke Eigenmarken gesetzt. Diese seien bei den Konsumenten beliebt und bekannt. Auch die Diskonter hätten rasch nachgezogen. So seien die Bio-Anteile bei Hofer und Lidl vor allem im Frischebereich etwa gleich hoch wie im klassischen Lebensmittelhandel, erläutert Prantl die sehr spezifische Bio-Angebotslage in Österreich.

Regionale Anbieter bevorzugt
In der Studie wurde des weiteren festgestellt, dass umweltfreundliches Einkaufen nicht unbedingt etwas mit Bio zu tun haben muss. Dem Konsumenten sei das Merkmal Bio zwar wichtig, noch wichtiger ist jedoch der Gesamtaspekt der Umweltfreundlichkeit. So wurden die Herkunft aus Österreich und geringe Verpackung wichtiger eingestuft als der Aspekt Bio, wenn das Produkt lange Transportwege aus dem Ausland hat, erklärt Prantl. Dies sei ein enormes Potenzial für regionale Anbieter und Konzepte, die die Regionalität zum Thema machen.

In der Studie wurde auch festgestellt, dass die eigene Gesundheit das wichtigste Argument für den Kauf ist. Deutlich weniger wichtig ist die Gesundheit der Kinder. Den Österreichern ist außerdem - anders als im weltweiten Schnitt - auch der Aspekt der tierfreundlichen Haltung beim Kauf von Bio-Produkten wichtig.

Eine Hemmschwelle, Bio-Produkte nicht zu kaufen, sei sicherlich der höhere Preis. Allerdings geben 28 Prozent der Befragten an, dass sie bereit sind, für Bio einen höheren Preis zu bezahlen. Dies erklärt auch die wachsenden Bio-Umsätze im österreichischen Lebensmittelhandel.

(apa/red)