Österreicher ohne Angst vor Rezession:
Konsumverhalten dennoch stark gezügelt

'Gehören trotz hohem Lebensstandard zu Pessimisten' Finanzielle Absicherung laut Umfrage im Mittelpunkt

Österreicher ohne Angst vor Rezession:
Konsumverhalten dennoch stark gezügelt © Bild: APA/dpa/Frank

Die Österreicherinnen und Österreicher haben kaum Angst vor einer Rezession. Lediglich 14 Prozent fürchten sich heuer vor einem tiefgreifenden Wirtschaftsabschwung - im weltweiten Schnitt sind es doppelt so viele. Sollte die Rezession aber kommen, dann hat jeder zweite Österreicher Angst vor Arbeitslosigkeit und stark steigender Inflation, so das Ergebnis einer Nielsen-Umfrage (globaler Sample: 26.312 Internetuser).

Der weltweite Indexwert für das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft ist demnach zwischen Mai und November um drei Punkte von 97 auf 94 gefallen. In Österreich sank der Wert um einen Punkt auf 92. Norwegen mit einem Wert von 135 und Indien mit 133 bleiben die weltweiten Optimisten, Korea, Portugal und Japan die pessimistischsten Nationen.

Pessimistisch veranlagt
"Global betrachtet liegen wir an 35. Stelle von insgesamt 48 Ländern, gehören also trotz hohem Lebensstandard zu den Pessimisten", so Martin Prantl, Geschäftsführer von Nielsen Österreich, zur Stimmungslage der Österreicher.

Fragt man die Österreicher nach ihren persönlichen Erwartungen für die nächste Zeit, so schätzen knapp zwei Drittel ihre Job-Aussichten als exzellent (6 Prozent) und gut (54 Prozent) ein. Ein Drittel denkt, die Job-Aussichten seien nicht so gut, der Rest (7 Prozent) erwartet Schlechtes. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den persönlichen Finanzen: Positive Einschätzungen (exzellent: 3 Prozent, gut: 52 Prozent) überwiegen. Etwas mehr als ein Drittel geht davon aus, dass die persönlichen Finanzen in den nächsten Monaten nicht so gut sein werden, 11 Prozent denken, dass die Lage schlecht sein wird.

Konsumverhalten sehr eingeschränkt
Kritisch beobachten Österreicher die Entwicklung der laufenden Kosten: Bezogen auf die persönliche finanzielle Lage denkt weniger als ein Drittel, dass der Zeitpunkt, sich Dinge zu kaufen, die man haben möchte und braucht, derzeit exzellent (1 Prozent) oder gut (28 Prozent) sei. Knapp die Hälfte findet, es sei kein so guter Moment, ein Viertel sagt, es sei ein schlechter Zeitpunkt.

Finanzielle Absicherung im Mittelpunkt
Wenn Geld überbleiben sollte, denken die meisten in erster Linie an ihre finanzielle Absicherung. Am häufigsten wird das Extra-Geld für die Rückzahlung von Schulden (41 Prozent) verwendet, an vierter Stelle steht der persönliche Ansparplan (29 Prozent). Den fünften Platz nimmt die Pensionsvorsorge (26 Prozent) ein. Aber auch die persönlichen Benefits kommen nicht zu kurz: Am zweithäufigsten geben die Österreicher ihr Extra-Geld für Kino, Essen, Sport oder andere Freizeitaktivitäten (35 Prozent) aus. Außerdem kaufen die Österreicher gerne Kleidung oder machen Urlaub (jeweils 31 Prozent). (apa/red)