Österreicher am 3. Einkaufssamstag im Kaufrausch: Händler bejubeln "Spitzentag"

Handel erwartet heuer Umsatzplus von 1,5 Prozent PLUS: SJ Wien zeigt die "Sonntags-Rebellen" an

Österreicher am 3. Einkaufssamstag im Kaufrausch: Händler bejubeln "Spitzentag"

Auch am dritten Advent-Samstag stand das Fest des Friedens ganz im Zeichen des Kaufrausches. Der österreichische Handel vermeldete für einzelne Bereiche ein zweistelliges Umsatzplus, unterm Strich soll das Weihnachtsgeschäft 2006 rund 1,5 Prozent über dem Vorjahr liegen, schätzt die Wirtschaftskammer. Entsprechend euphorisch die Meldungen zum gestrigen Samstag: Sie reichten von "ein sehr guter Tag" bis "Spitzentag".

Besonders Frauen über 60 haben ein spendables Händchen, hieß es etwa aus Salzburg. Sie verfügten über ein durchschnittliches Weihnachtsbudget von 430 Euro. Frauen aller Altersklassen würden im Schnitt 360 Euro ausgeben, Männer 340 Euro. Die Renner in Salzburg sind Elektrogeräte und Schmuck mit zweistelligen Zuwachsraten. Aber auch jene Ware, die in den ersten Adventwochen eher liegenblieb - wie Bekleidung und Sportartikel - verkauft sich nun besser, sagte der Obmann der Bundessparte Handel, Erich Lemler, am Sonntag zur APA. Als Renner hätten sich auch Geschenksgutscheine herausgestellt, so die steirischen Händler.

Das heurige Weihnachtsgeschäft sei dadurch gekennzeichnet gewesen, dass es erst recht spät begonnen habe. Lemler rechnet damit, dass das Geschäft in den nächsten Tagen noch einmal anziehen wird. Schon derzeit würden einige Kammermitglieder von einem Andrang "wie noch nie" berichten.

Einen besonderen Ansturm werden am heutigen Sonntagnachmittag jene Händler erleben, die entgegen der Rechtslage am Sonntag in der Wiener Innenstadt ihre Geschäfte geöffnet haben. Sie erhalten Besuch vom BZÖ. Wirtschaftssprecher Veit Schalle und der Wiener BZÖ-Obmann Günther Barnet werden "den Geschäftsleuten anbieten, ihre Unterschriftenliste als Petition an den Nationalrat einzubringen", so die kleinste Parlamentspartei.

Ganz anders sieht das die Sozialistische Jugend Wien (SJ Wien). Sie veranstaltete am 3. Adventsonntag gemeinsam mit der Initiative "Wir sind ÖGB" einen "Einkaufsbummel" in der Wiener Innenstadt gegen eine mögliche Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Die Ziele des Umzuges durch die Kärntner Straße waren drei Boutiquen des Unternehmers und "Sonntags-Rebellen" Ernst Fischer. Gegen ihn erstatte die SJ Wien Anzeige wegen des Offenhaltens am Sonntag.

(apa/red)