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Westbahn erntet Kritik

Wegen Pendlerzuschlag. ÖBB hofft dadurch frustrierte Kunden zurückzugewinnen.

Österreichische Westbahn © Bild: APA/Neubauer

Die mehrheitlich private Westbahn macht sich mit ihrer Ankündigung vom Montag, die Preise für Pendler ab nächster Woche zu erhöhen, keine Freunde. Nach der Ablehnung durch Verkehrsministern Doris Bures (SPÖ) kritisierten am Dienstag auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und die Fahrgastvertreter von probahn den Zuschlag. Bei den ÖBB hofft man indes, "den einen oder anderen frustrierten Kunden in unsere Züge zu bekommen", wie Konzernchef Christian Kern am Rande einer Pressekonferenz sagte.

Der VCÖ lehnt den Westbahn-Aufschlag für Pendler, aber auch die neuen Tarifbestimmungen der staatlichen ÖBB, wodurch Verbundkarten und ÖBB-Fahrkarten nicht mehr uneingeschränkt kombinierbar seien, ab. Statt eines Tarifdschungels brauche es einfache Fahrkartenpreise, ausreichend Informationen und natürlich häufige Verbindungen.

Aus Sicht von probahn kommt die Westbahn-Preiserhöhung "überfallsartig", von der das Management bis zum Fahrplanwechsel im Dezember ablassen solle. Bis dahin solle die Westbahn mit den Verkehrsverbünden eine Lösung finden. "In der Folge müsste es gelingen, dass sowohl die Bundesländer als auch die Verkehrsunternehmen zu Tarifen zurückkehren, die sowohl die Finanzbasis der Verkehrsunternehmen stärkt als auch von den Fahrgästen als fair empfunden wird", fordert die Fahrgastvertretung. Massive Tariferhöhungen nach Dumpingpreisen würden von den Bahnfahrern nicht goutiert.

Wer ab 9. September unter der Woche rund um Wien vor 9 Uhr oder zur Stoßzeit am späten Nachmittag mit der Westbahn fährt, zahlt einen Aufpreis von zwei Euro. Für die Strecke Amstetten-Wien verlangt die Westbahn künftig drei Euro zusätzlich. Das ganze gilt für Besitzer von Jahres-, Monats-, Wochen- und Tageskarten, die Preise für Einzeltickets bleiben gleich.

Die staatliche Konkurrenz hat dagegen nicht im Sinn, die Preise zu erhöhen, wie ÖBB-Chef Kern am Dienstag versicherte. Zugleich kündigte er an, über die Einführung neuer Haltestellen nachzudenken. Verkehrsministerin Bures hatte gestern "angeregt", dass die ÖBB die Zahl der Halte am Pendlerbahnhof Tullnerfeld erhöht und prüft, ob die Kapazität der Züge ausgeweitet werden kann.

Kommentare

Das ist halt der Unterschied zwischen staatlich und privat! Die Privaten müssen kostendeckend kalkulieren! Den Staatlichen ist die Kostendeckung egal - Defizite gleicht der Staat (also die Steuerzahler) aus! Daraus sieht man aber auch, was uns blüht, wenn kommunale Einrichtungen privatisiert werden. Die müssen teurer werden, um kostendeckend zu arbeiten!

aber sie sind noch immer billiger als die ÖBB
sie wollen wieder gut dastehen ist das nicht lächerlich für wie DUMM verkaufen die uns...................

Was für die AUA gut war kann doch für die schwer defizitäre ÖBB nicht schlecht sein? Die ÖBB können locker Billigpreise anbieten, den Rest zahlt der Steuerzahler drauf.

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