Österreich bremste US-Vorstoß an den Golf

Wegen Verweigerung von Überflugrechten

Die Weigerung Österreichs, den Amerikanern Überflugrechte beim Transport ihrer Truppen aus Deutschland zu gewähren, habe den US-Vorstoß an den Golf erheblich abgebremst. Das berichtet das "Wall Street Journal" nach Angaben von "Spiegel-Online" von Donnerstag. Wären andere Truppenkontingente hingegen in Osteuropa oder Zentralasien stationiert gewesen, hätte Österreichs "Nein" weniger großen Einfluss gehabt, heißt es in der Zeitung.

Nach Angaben des Blattes zielt die neue Doktrin von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfelds auf eine mehr unabhängig agierende US-Streitmacht. Nach den Vorstellungen Rumsfelds soll die Armee künftig nicht mehr an zentralen Punkten wie Deutschland oder Korea stationiert sein, sondern sich gleichmäßiger verteilen, um so schneller in Krisenherden eingreifen zu können.

Überraschend leicht nahmen die US-Soldaten am Mittwoch die irakische Hauptstadt ein und bescherten damit dem Pentagon-Chef einen großen Sieg auch an der Heimatfront. Denn nun sieht sich er sich laut "Wall Street Journal" in seiner umstrittenen Strategie von schnellen, harten, kurzen Kriegen bestätigt.

Rumsfelds Grundidee sei, dass die Schnelligkeit der Truppen wichtiger ist als ihre Anzahl. "Speed kills" (Schnelligkeit tötet"), zitiert das Blatt den pensionierten Vizeadmiral Arthur Cebrowski, der das Büro zur Umwandlung der Streitkräfte leitet. Dank der Geschwindigkeit gebe es weniger zivile Opfer und weniger Tote unter den US-Soldaten.