Österreich - Ukraine von

Was geht gegen den EM-Gastgeber?

Teamchef Koller will nicht nur "zuschauen und auf Fehler warten", sondern "agieren"

Österreich - Ukraine - Was geht gegen den EM-Gastgeber? © Bild: GEPA/Pranter

Hinten kompakt, vorne aktiv - so stellt sich ÖFB-Teamchef Marcel Koller das heutige (20.30, LIVE im NEWS.AT-Ticker) Freundschaftsspiel gegen die Ukraine in Innsbruck vor. Nach einer einwöchigen Vorbereitungsphase in Seefeld hofft der Schweizer, dass man gegen den EM-Gastgeber weitere Identitätsmerkmale seiner Spielphilosophie erkennen wird.

"Wir haben uns im Training viel erarbeitet, vor allem im Defensivverhalten. Aber das Wichtigste ist natürlich immer das Spiel. Es wäre schön, wenn man schon das eine oder andere sehen könnte. Wenn dann auch das Ergebnis stimmen würde, wäre das natürlich nur von Vorteil", erklärte Koller am Donnerstag. Dem Eidgenossen schwebt eine ähnliche Leistung wie bei seinem Debüt vor, als man am 15. November 2011 in der Ukraine nach guter Vorstellung 1:2 verlor.

"Was man beim Spiel in der Ukraine gesehen hat, so stelle ich mir das vor." Diesmal soll sich die Leistung aber auch in einem entsprechenden Ergebnis niederschlagen. "Wir versuchen durch unser Auftreten, aber auch durch das Ergebnis eine positive Stimmung zu kreieren. Nur gut spielen und verlieren, davon hat der Fan nichts. Und wir auch nicht, denn gute Resultate geben das meiste Selbstvertrauen", sagte Koller vor dem drittletzten Test vor der am 11. September in Wien gegen Deutschland beginnenden WM-Qualifikation.

Topfitte Ukrainer
Dass die Ukrainer vor ihrer Heim-EM natürlich "voll im Saft" stehen, ist Koller klar. Und dass die Osteuropäer schon gut in Form sind, konnte man am vergangenen Montag beim 4:0 in Kufstein gegen Estland erkennen. "Die Ukraine ist stark. Das ist eine gute Truppe, keine Frage, speziell in der Offensive", berichtete Koller.

Österreich will den Ukrainern mit Pressing und Aggressivität die Schneid abkaufen, von einer defensiven Abwartetaktik hält Koller nichts: "Zuschauen und auf den Fehler des Gegners warten, das ist nicht meine Grundidee vom Fußball. Wir wollen agieren, aktiv dabei sein und immer Richtung Ball marschieren." Ähnlich sieht auch die Erwartungshaltung von ÖFB-Jungstar David Alaba aus: "Wir wollen ein gutes Spiel abliefern und das umsetzen, was wir trainiert haben. Und das Ergebnis sollte auch passen."

Viele Ausfälle
Dass bei Österreich zahlreiche Leistungsträger wie Martin Harnik, Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz oder Jakob Jantscher verletzungsbedingt fehlen, war bei Koller in Seefeld nie ein Thema. Auch ohne diese Akteure hat der 51-Jährige vor seinem dritten Ländermatch als ÖFB-Chefcoach die Qual der Wahl. Denn die Trainingsleistungen haben Koller begeistert. "Die Spieler sind topmotiviert. Man hat keinesfalls den Eindruck, dass es sich um Saisonkehrausspiele handelt."

Punkto Aufstellung ließ sich Koller überhaupt nicht in die Karten blicken. Gemäß den Trainingseindrücken könnten aber Italien-Legionär György Garics und Schweiz-Export Aleksandar Dragovic überraschend nur auf der Bank sitzen. Für sie könnten Neo-Salzburger Florian Klein auf der rechten Abwehrseite und der sich auf Vereinssuche befindende Paul Scharner im Abwehrzentrum zum Einsatz kommen.

Vorerst keine Experimente
Experimente mit Neulingen wie Marcel Sabitzer auf dem rechten Flügel dürfte sich Koller für die Partie am Dienstag gegen Rumänien aufheben. Denn Koller weiß, dass ein Rückschlag gegen die Ukrainer für die Tage bis zum Rumänien-Match medial und punkto Spieler- und Fan-Stimmung wenig förderlich wäre.

Die Entscheidung, den Spielern am Mittwoch einen Urlaubstag zu gönnen, stellte sich für Koller als goldrichtig heraus. "Die Frische ist wieder da, bei allen Spielern ist wieder richtig Zug dahinter. Und die medizinischen Werte sind allesamt im Topbereich", berichtete Koller. Beim Abschlusstraining am Donnerstagabend studierte das ÖFB-Team im Tivoli-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit die letzten taktischen Feinheiten ein.

Österreich - Ukraine
(Freitag, 20.30 Uhr, Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, SR Zwayer/GER)

Österreich: Gratzei (Sturm Graz, 9 Länderspiele/21 Gegentore) -
Klein (Salzburg, 10/0)/Garics (Bologna/ITA, 24/1), Dragovic (FC
Basel/SUI, 15/0)/Scharner (West Bromwich/ENG, 38/0), Prödl (Werder
Bremen/GER, 32/3), Suttner (Austria Wien, 1/0) - Baumgartlinger
(Mainz/GER, 19/0), Alaba (Bayern München/GER, 17/0) - Ivanschitz
(Mainz/GER, 53/9), Arnautovic (Werder Bremen/GER, 17/5), Junuzovic
(Werder Bremen/GER, 17/1) - Janko (FC Porto/POR, 25/11)
Ersatz: Königshofer (Rapid, 0), Lindner (Austria Wien, 0) -
Hinteregger (Salzburg, 0), Ortlechner (Austria Wien, 8/0), Kavlak
(Besiktas Istanbul/TUR, 15/0), Pehlivan (Gaziantepspor/TUR, 14/0),
Burgstaller (Rapid, 1/0), Sabitzer (Admira, 0), Bürger (Mattersburg,
0)
Es fehlen u.a.: Almer, Fuchs, Harnik, Pogatetz, Maierhofer, Säumel, Trimmel, Ulmer, Jantscher, Leitgeb (alle verletzt), Schiemer
(Hochzeit)

Ukraine: Pijatow (Schachtjor Donezk, 25) - Gusew (Dynamo Kiew, 70/10), Michalik (Dynamo Kiew, 26/0), Katscheridi (Dynamo Kiew, 9/0), Selin (Worskla Poltawa, 6/1) - Timoschtschuk (Bayern München/GER, 115/4), Nasarenko (Tawrija Simferopol, 47/12) - Jarmolenko (Dynamo Kiew, 19/8), Devic (Metalist Charkiw, 19/2), Konopljanka (Dnjepr Dnjepropetrowsk, 17/5) - Woronin (Dynamo Moskau/RUS, 71/7)
Ersatz: Kowal (Dynamo Kiew, 0), Gorjainow (Metalist Charkiw, 1) - Kucher (Schachtjor Donezk, 29/1), Schewtschuk (Schachtjor Donezk,
20/0), Rakizki (Schachtjor Donezk, 15/3), Butko (Iljitschjowez Mariupol, 8/0), Garmasch (Dynamo Kiew, 4/0), Alijew (Dynamo Kiew, 26/6), Rotan (Dnjepr Dnjepropetrowsk, 56/6), Schewtschenko (Dynamo Kiew, 106/46), Milewski (Dynamo Kiew, 44/8), Selesnew (Schachtjor Donezk, 28/5)