Österreich steht auf Stand-by und blecht...:
Zweiter Negativ-Platz unter 19 EU-Ländern

Stand-by frisst 2,5% des Gesamtstromverbrauchs auf Pro Haushalt und Jahr 95 Euro Einsparungspotenzial

Österreich steht auf Stand-by und blecht...:
Zweiter Negativ-Platz unter 19 EU-Ländern

Elektrische Geräte verbrauchen auch im Stand-by-Betrieb Strom. Die Österreicher schenken dieser Energieverschwendungsfalle noch viel zu wenig Beachtung: Sie rangieren in einer Liste von Bürgern aus 19 EU-Ländern, die selten den Stecker ziehen, gleich nach Deutschland auf Platz 2, berichtete das Online-Portal www.konsument.at.

Im Vergleich von 19 EU-Mitgliedsstaaten weist Österreich den Angaben zufolge mit 2,5 Prozent den zweithöchsten Stand-by-Anteil am Gesamtstromverbrauch auf. Die Regulierungsbehörde "e-control" hat errechnet, welchen Umfang der Stand-by-Betrieb am heimischen Energiebedarf genau hat, inklusive Industrie, Handel, Verkehr, und kommt auf 150 Megawatt. Das Wasserkraftwerk Kaprun (Hauptstufe) erzeugt 220 Megawatt jährlich.

Bequemlichkeit... und Kostenfalle
Beim TV-Gerät bedeutet das Abdrehen mit dem Netzschalter bei vielen Geräten nicht, dass der Stromverbrauch auf Null sinkt. Viele Fernseher besitzen überdies gar keinen Netzschalter mehr. Dasselbe gilt für Drucker, Monitore und PCs. Auch Satelliten- oder DVB-T-Receiver besitzen oft keine Ausschalttaste. Wer Handy-Ladegeräte immer einsatzbereit in der Steckdose lässt, verbraucht auch unnötig Energie. Das gilt ebenso für die Zeitanzeige beim Mikrowellenherd oder nicht abgeschaltete Waschmaschinen und Geschirrspüler.

Stecker ziehen
Die beste Maßnahme gegen unnötigen "Stromfraß": Stecker ziehen. Sich schaltbare Steckerleisten anschaffen, die mit einem einzigen Handgriff die Verbindung zum Netz kappen lassen. Als Alternative bieten sich fernbediente Steckdosen an, die auf die normale Steckdose aufgesetzt werden und als automatischer Schalter für alle nachgeschalteten Geräte dienen.

95 Euro Einsparungspotenzial pro Jahr
Wird der Anteil des Stand-by-Betriebes auf den einzelnen Haushalt aufgerechnet, ergibt sich ein noch drastischeres Bild: Rund zehn Prozent der jährlichen Stromkosten eines Haushalts entfallen auf diesen Bereich, so die Konsumentenschützer. Die Höhe der jährlichen Stromrechnung könnte um etwa 200 Euro gesenkt werden, beschrieb "Konsument"-Experte Paul Srna das durchschnittliche Einsparungspotenzial. "Der Anteil von 'Stand-by' würde dabei bei rund 95 Euro liegen." (apa/red)