Österreich-Rundfahrt von

Peter Kaiser holt zum
Rundumschlag aus

Österreich-Rundfahrt - Peter Kaiser holt zum
Rundumschlag aus © Bild: Ricardo Herrgott

Der Kärntner Landeschef Peter Kaiser holt zum Rundumschlag aus: Warum die Regierung mit psychologischen Tricks arbeitet, den Verhandlungstisch meidet und ihr Stil an die Gegenrevolution der Habsburger von 1848 erinnert

Vor einem Jahr sind wir auch hier am Wörthersee gesessen. Damals gab es noch einen SPÖ-Kanzler, Sie waren aber schon Landeschef. Was hat sich seitdem für Sie getan?
Dieses Jahr hat gezeigt, wie schnell sich Situationen verändern können. Mit der Nationalratswahl ist genau das eingetreten, was mir überhaupt nicht gefällt und wovor ich schon vor dem vergangenen Sommer gewarnt habe: Die Regierung ist von innen heraus gesprengt worden. Mit dem Wahlergebnis hat eine Wende -die sich in ganz Europa hin zu rechten nationalen Parteien manifestiert hat - Österreich erreicht. Ich bedaure das sehr. Die Warnungen - auch von mir -, dass hier ein Umbau der Zweiten Republik hin zur Dritten Republik im Gang ist, werden mittlerweile von vielen Kommentatoren übernommen.

Wie geht es Ihnen mit der türkis-blauen Regierung und ihrem Arbeitsstil?
Äußerst durchwachsen. Ist es wirklich ein neuer Stil, wenn man Projekte, die man vorhat, über die Öffentlichkeit mitteilt? Und nicht das, was Österreich so stark gemacht hat, pflegt? Nämlich sich an einen Tisch zu setzen und zu reden, um gemeinsame Lösungen zu suchen, weil man weiß, dass nur diese nachhaltig sind. Da merkt man, dass hier entweder ein Generations-oder ein gravierender Auffassungsunterschied vorhanden ist. Ich habe Verständnis dafür, dass man neue Wege beschreitet. Ich habe Verständnis dafür, dass man anders regiert, als es die Vorgänger gemacht haben. Das ist alles okay. Wofür ich kein Verständnis habe, ist, dass man stabile Werte, die dieses Österreich so einzigartig machen - als Wirtschaftsstandort, als Land, in dem viele internationale Lösungen besprochen oder zustande gebracht worden sind - riskiert. Und dabei das riskiert, was dieses Land so besonders macht: nämlich den sozialen Frieden.

Das komplette Interview können Sie in der aktuellen Printausgabe von News (31/2018) nachlesen!