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In die Pedale!

Im Schatten der Tour de France steigt die 63. Auflage der Österreich-Rundfahrt

österreich-rundfahrt - In die Pedale! © Bild: GEPA/Grebien

Große Namen, eine schwierige Streckenführung und heimische Fahrer mit guten Chancen - bei der am Sonntag in Dornbirn beginnenden 63. Österreich-Rundfahrt scheinen wichtige Voraussetzungen für ein attraktives Rennen gegeben. Der Spanier Carlos Sastre (36) und der Russe Denis Mentschow (33) fahren als Gewinner großer Rundfahrten erstmals auf das Kitzbüheler Horn und über die Glocknerstraße, der Tiroler Thomas Rohregger, der Gesamt-Erste von 2008, könnte um den Sieg mitmischen.

Nach dem Start im "Ländle" geht es Schlag auf Schlag, sind Kletter-Qualitäten gefragt. Auf drei harten Bergetappen von Montag bis Mittwoch werden die Positionen im Gesamtklassement vergeben. Radsport-Fans können die 144 Fahrer aus 18 Teams nicht nur vom Straßenrand, sondern auch via TV live sehen. In ORF eins werden die Klettertour zur Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn (Montag, ab 12.30 Uhr), die Fahrt über Felbertauern nach Prägraten in Osttirol (Dienstag, ab 12.30) und die Königsetappe über Hochtor und Fuschertörl am Glockner sowie den Dientner Sattel ins Alpendorf oberhalb von St. Johann/Pongau (Mittwoch, ab 11.05) jeweils direkt übertragen. Im schon traditionellen Einzelzeitfahren in Podersdorf am Neusiedlersee (30,1 km) wird am Samstag, einen Tag vor der Zielankunft in Wien, das Gelbe Trikot endgültig vergeben.

Mehrere Sieganwärter
Rohregger bezeichnete Sastre und Mentschow als Favoriten, für das Duo aus dem Team Geox hat nach einer Pause nach dem extrem harten Giro d'Italia aber eben erst die zweite Saisonhälfte begonnen. Daher scheint es fraglich, ob der Gewinner der Tour de France 2008 bzw. der Sieger von Vuelta (2005/2007) und Giro (2009) auf den 1.149 Kilometern (ca. 11.700 Höhenmeter) auf die Gesamtwertung fahren. Aber es gibt noch andere Sieganwärter, auch der Kroate Robert Kiserlovski, der Zehnte des Giro 2010, und der Portugiese Tiago Machado, im Vorjahr Vierter in Österreich, zählen dazu.

Doch Rohregger, der heuer im neuen Luxemburger Rennstall Leopard-Trek der Brüder Andy und Fränk Schleck und des Schweizers Fabian Cancellara unterkam, will sich nicht auf Spekulationen einlassen. "Ich muss auf mich selbst achten und schauen, dass die eigene Leistung stimmt", erklärte der 28-Jährige. Die seltene Chance, in der Heimat im Trikot eines der weltbesten Teams auf eigene Rechnung zu fahren, will er jedenfalls nützen. "Ich möchte ein attraktives Rennen fahren", betonte er gegenüber der APA.

Fragezeichen hinter Denifl
Nach dem zweiten Tag werde man mehr wissen über die Kräfteverhältnisse. "Denn speziell auf dem Kitzbüheler Horn darf man sich keinen schlechten Tag leisten", meinte Rohregger. Er fährt erstmals seit seinem Sieg 2008 in der Heimat, in den vergangenen zwei Jahren hatte er mit dem Team Milram Tour de France, Giro und Vuelta bestritten. Hinter dem Leistungsvermögen seines Tiroler Teamkollegen Stefan Denifl stand nach einem Eingriff wegen Sitzbeschwerden ein Fragezeichen.

Große Ambitionen hatte auch der Vorarlberger Matthias Brändle. Doch eine schwere Rippenprellung als Folge eines Sturzes bei der Slowenien-Rundfahrt hat den 21-jährigen Geox-Teamkollegen von Sastre und Mentschow etwas zurückgeworfen. Nur zehn Tage nach der Blessur fuhr Brändle schon über den Glockner und besichtigte auch Dientner Sattel und die Schlusssteigung ins Alpendorf. "Es quält mich zwar schon noch etwas, aber abgesehen vom verpassten Training bin ich zuversichtlich, am Sonntag relativ fit in Dornbirn am Start zu stehen", schrieb der Hohenemser in seinem Tagebuch auf www.oesterreich-rundfahrt.at.

Heimische Teams wollen Bühne nützen
Acht Rennställe der World Tour und sechs der Professional Continental Tour, in deren Reihen sich neben Geox mit NetApp und dem Salzburger Sprinter Daniel Schorn ein weiteres Österreicher-Team befindet, rollen acht Tage lang durch Österreich. Dazu gab es laut Reglement des Weltverbandes bei der Rundfahrt der höchsten kontinentalen Kategorie (unterhalb der World Tour) maximal vier Startplätze für heimische Rennställe der Continental Tour. Das Team Vorarlberg (u.a. mit Josef Benetseder), WSA Viperbike Kärnten (u.a. mit Stefan Rucker), das Tyrol Team (u.a. Harald Totschnig) und Gebrüder Weiss Braunau (u.a. Stefan Probst) wollen die Bühne nützen und sich zumindest phasenweise in den Vordergrund schieben.