Österreich Rundfahrt von

Geniez räumt groß ab

23-jähriger Franzose wird Glocknerkönig und gewinnt auch die 4. Etappe

Österreich Rundfahrt - Geniez räumt groß ab © Bild: GEPA/Hoermandinger

Der Mann der Königsetappe der Österreich-Radrundfahrt heißt Alexandre Geniez. Der Franzose aus dem Skil-Rennstall sicherte sich neben dem Sieg der vierten Etappe auch den Titel des Glocknerkönigs, der unterwegs am 2.504 m hohen Hochtor zu holen war. Für die Konkurrenz blieb auf dem 199,3 Kilometer langen Abschnitt von Matrei nach St. Johann/Alpendorf nicht viel übrig. Alexandre Geniez ist wie der Gesamtführende Kessiakoff ein ehemaliger Mountainbiker.

In der Gesamtwertung blieb nach der längsten Etappe der Rundfahrt alles beim Alten. Der Schwede Fredrik Kessiakoff wurde als Bester der Anwärter auf den Gesamtsieg Etappenvierter. Der 31-Jährige gab sich im zwei Kilometer langen Schlussanstieg der 4. Etappe keine Blöße und führte die Verfolgergruppe 41 Sekunden hinter dem Tagessieger ins Ziel. "Ich war stark und auch mein Team war stark", sagte der Astana-Profi, der beim Vorstoß Rohreggers auf dem Dientner Sattel ruhig blieb. "Ich habe gemerkt, dass er nicht entscheidend wegkommt."

Zum Gesamtsieg wollte sich Kessiakoff noch nicht gratulieren lassen. "Es kann noch viel passieren", sagte der Gewinner vom Kitzbüheler Horn. "Aber ich freue mich auf das Einzelzeitfahren." Auf diesen 30 Kilometern wird am Samstag in Podersdorf endgültig über den Gesamtsieg entschieden. Kessiakoff führt mit 1:18 Minuten Vorsprung auf Mauro Santambrogio (Italien) und 1:26 auf Leopold König (CZE).

Funkverbot contra Rohregger
Rohreggers versuchte sich abzusetzen, der Vorstoß verlief aber im Sand, nicht zuletzt wegen des Funkverbots bei Rennen der gleichen Kategorie wie der Österreich-Tour. Dadurch war sein früher ausgerissener Leopard-Teamkollege Oliver Zaugg (SUI) nicht informiert und wartete nicht wie vom 28-jährigen Kramsacher erhofft. So wurde Rohregger in der Abfahrt bald wieder eingeholt und als 15. mit 43 Sekunden Rückstand klassiert.

"Leider hat der Kontakt mit Zaugg nicht geklappt, schade, aber das kann passieren", meinte der Gesamtsieger von 2008. "Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe das Rennen aktiv gestaltet, ich merke, dass die anderen Fahrer vor mir Respekt haben, wenn ich etwas probiere." Nichts zu bieten hatten erneut Ex-Tour-de-France-Sieger Carlos Sastre und Vuelta- und Giro-Gewinner Denis Mentschow. Als bester Österreicher der Tageswertung lag Martin Schöffmann (Viperbike Kärnten) als Zwölfter wie Rohregger noch vor Sastre (17.) und Mentschow (18.).

Die Chance auf den Gesamtsieg eines heimischen Fahrers ist nach der letzten Bergetappe dahin, doch Rohregger will sich mit Rang fünf nicht zufriedengeben. "Das Podium ist noch möglich, ich werde alles versuchen." Daniel Schorn musste die Nacht auf Mittwoch im Spital in Lienz verbringen. Der 22-Jährige aus dem deutschen Team NetApp hatte sich am Dienstag bei seinem Sturz über die Leitplanke in der Abfahrt von der Pustertaler Höhenstraße in Osttirol eine Quetschung des rechten Oberschenkelmuskels zugezogen.