Österreich Rundfahrt von

Das Kitzbüheler Horn ruft

Bergankunft nach Monster-Anstieg wird zur vorentscheidenden Qual für die Fahrer

Österreich Rundfahrt - Das Kitzbüheler Horn ruft © Bild: GEPA/Grebien

Heute ist der Tag der Wahrheit für die Anwärter auf den Gesamtsieg. Der steile Anstieg auf das Kitzbüheler Horn wird wieder einmal eine frühe Vorentscheidung bei der Österreich-Rundfahrt bringen. Die Kletter-Spezialisten müssen auf der in Innsbruck startenden Etappe ihre Karten auf den Tisch legen.

Auf der Startliste der 63. Auflage stehen große Namen, doch erst bei der Bergankunft beim Alpenhaus in 1.670 m Höhe nach dem harten 7,1-km-Anstieg wird man erkennen, wie groß ihre Ambitionen sind. Der Tiroler Thomas Rohregger ist der Lokalmatador, der Spanier Carlos Sastre, der Tour-de-France-Gewinner von 2008, der erklärte Favorit.

Rohregger hat den maximal 22,3 Prozent steilen Anstieg 2007 in Rekordzeit bezwungen und als sechster Österreicher (bisher elf Auflagen) beim Alpenhaus einen Etappensieg gefeiert. Er kennt die Kletterei mit 865 m Höhendifferenz wie seine Westentasche, ist aber gewarnt. "Speziell auf dem Horn ist man stark von der Tagesverfassung abhängig, einen schlechten Tag darf man da nicht haben." Unter Druck setzt sich der 28-Jährige aus dem Team Leopard-Trek nicht, er schiebt die Favoritenrolle den Geox-Stars Sastre und Denis Mentschow zu.

Sastre sieht Vorteile
Sastre versprach nach seiner Ankunft in Österreich am Samstag, dass er den Rad-Fans etwas zeigen werde. "Ich werde kämpfen", kündigte der 36-Jährige an und zeigte wenig Respekt vor Österreichs steilstem Rad-Berg. "Der Anstieg ist hart und das ist gut für mich." Sein Teamkollege Mentschow ist ebenfalls immer für Topleistungen gut, er bestreitet aber in Österreich sein erstes Rennen nach längerer Wettkampfpause. "Alles ist möglich, wir werden sehen", gab sich der 33-jährige Russe, der Vorjahrs-Dritte der Tour de France, vorsichtig.

Der Schweizer Michael Albasini, der neben Rohregger (2008) der einzige Sieger der Ö-Tour im Feld ist, zählt sich selbst nicht zu den Sieganwärtern. "Meine Ambitionen sind nicht so groß, ich sehe es als Aufbau", meinte der Gewinner von 2009. Der HTC-Profi hielt sich aber ein Hintertürchen offen. "Wenn es aufs Horn sehr gut klappt, werde ich vielleicht meine Meinung ändern."

Auch Außenseiter mit Chancen
Viel wurde auch dem Vorjahrsvierten Tiago Machado (Team RadioShack) aus Portugal zugetraut. Doch der Vorjahrs-Vierte fährt heuer unter anderen Voraussetzungen. "Für mich ist es das erste Rennen nach dem Giro. Ich will meine Form für die Vuelta aufbauen und werde versuchen, hier auf einzelnen Etappen vorne zu sein." Gesundheitliche Probleme hat der Kroate Robert Kiserlovski (Astana), der als kompletter Fahrer hoch eingeschätzt wird. Doch dem 24-Jährigen machen noch immer die Folgen einer bei Paris-Nizza erlittenen Wirbelverletzung zu schaffen, er ist mit Prognosen vorsichtig. "Ich bin noch immer nicht hundertprozentig fit, ich muss abwarten, wie es läuft."