Österreich-Rundfahrt von

Ciolek holt 6. Etappe

Deutscher im Massensprint vor Italiener Ponzi - Leader Seeldraeyers gestürzt

Ciolek © Bild: GEPA

Auch der Spitzenreiter blieb auf der ereignisreichen 6. Etappe der Österreich-Rundfahrt nicht vom Pech verschont. Der Belgier Kevin Seeldraeyers stürzte auf der 182-km-Fahrt von Maria Taferl nach Poysdorf am Freitag gleich zweimal, behielt aber trotz blutender Wunden die Gesamtführung vor dem Oberösterreicher Riccardo Zoidl, der problemlos durchkam. Vor dem entscheidenden Zeitfahren in Podersdorf (24,1 km) hat der Astana-Profi 52 Sekunden Vorsprung auf Zoidl. Der Deutsche Gerald Ciolek sicherte sich im Massensprint den Tagessieg.

Auf der Fahrt aus der Wachau (Bernhard Eisel initiierte eine Spendenaktion zugunsten der Betroffenen der Überschwemmungen) ins Weinviertel erlebten zahlreiche Fahrer böse Überraschungen. Der Tiroler Stefan Denifl (Gesamt-Elfter) musste nach einem Sturz nach rund 90 km wegen eines Schlüsselbeinbruchs aufgeben, auch Seeldraeyers ging zu Boden. Prellungen und Abschürfungen am linken Bein zog sich der 26-Jährige dann im Zielsprint zu. "Vor mir sind mehrere Fahrer gestürzt, ich konnte nicht mehr ausweichen", sagte der Belgier, der damit vor dem Zeitfahr-Match mit Zoidl einen schmerzhaften Rückschlag erlebte.

Seeldraeyers glaubt dennoch an seine Chance. Er sei in besserer Form als bei den drei bisherigen Starts in Podersdorf. Er wird am Samstag ein Leistungsmessgerät verwenden. "Ich werde mit 380 Watt beginnen und versuche das durchzuhalten", sagte der Profi des kasachischen Rennstalls.

Zoidl hat Gesamtsieg noch nicht abgeschrieben

Zoidl verlässt sich hingegen auf seine innere Uhr. "Ich werde mit etwa 400 Watt fahren", sagte der WM-14. des Vorjahres. Theoretisch sei für ihn der Sieg noch möglich. Es wäre der erste eines Österreichers seit Thomas Rohregger 2008. "Ich werde mit Vollgas fahren, es wird ein faires Duell", kündigte der Gourmetfein-Profi an. Sollte zwischen den zwei Sieganwärtern - der drittplatzierte Kasache Alexander Djatschenko lag auch nur 12 Sekunden hinter Zoidl - über die gesamte Distanz ein Unterschied von etwa 20 Watt sein, würde das Rennen zum Sekunden-Krimi.

Am Freitag kam Zoidl trotz zahlreicher Zwischenfälle sturzfrei durch. "Es hat den ganzen Tag gescheppert. Dank an mein Team, das mich gut herausgehalten hat", sagte er. Der Sportliche Leiter Andreas Grossek meinte, Zoidl habe nichts zu verlieren. "Wir werden sehen, was rauskommt, es ist alles möglich."

Denifl muss nach Sturz aufgeben

Stefan Denifl, der zweitbeste Österreicher der Gesamtwertung, musste hingegen nach einem Sturz aufgeben. Damit verlor das IAM-Team 24 Stunden nach dem wohl zu Unrecht disqualifizierten Matthias Brändle auch den zweiten Österreicher. Denifl erlitt einen Bruch des linken Schlüsselbeins und musste die Nacht im Spital in Hollabrunn verbringen. Am Samstag werde nach einer Untersuchung in Innsbruck in Absprache mit den Teamärzten entschieden, ob eine Operation nötig sei, teilte der Rennstall mit.

Der Kärntner Marco Haller, dem vor dem ersten Massensprint in Matrei die Kurbel gebrochen war, musste neuerlich zu Boden. Nach ersten Eindrücken kam er mit Prellungen relativ glimpflich davon, verpasste aber neuerlich die Chance, sich in Szene zu setzen. So war Daniel Biedermann (Team Vorarlberg) als Neunter der bestplatzierte Österreicher.

Der 26-jährige Ciolek feierte nach einem Double 2007 seinen dritten Sieg bei der Österreich-Tour, diesmal setzte sich der U23-Weltmeister von Salzburg 2006 vor dem Italiener Simone Ponzi durch. "Für unser kleines Team MTN-Qhubeka ist die Österreich-Rundfahrt ein Highlight, wir wollten hier unbedingt etwas erreichen", sagte der heurige Gewinner des Klassikers Mailand-San Remo.

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