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Österreich reagiert auf Klimawandel

Startschuss für Modellregionen, die Anpassungsmöglichkeiten erproben

"Die Schäden, die wir jetzt erleben, sind nur ein Vorgeschmack auf den Klimawandel", so Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. Österreich ist gut beraten, sich an höhere Temperaturen und die Folgen anzupassen. Ein erster Schritt sind 23 Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!), wie Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Dienstag in Wien erklärte.

Auch wenn sich in Österreich, wie Umweltschützer des öfteren kritisieren, nur wenig in Sachen Reduktion von Treibhausgasen tut, beim Arrangieren ist die Alpenrepublik ein Vorreiter. Schließlich ist unser Land durch seine geografische Vielfalt auch besonders vom Klimawandel betroffen. Seit vorindustrieller Zeit wurde hier laut Höbarth ein Plus von zwei Grad verzeichnet, weltweit waren es nur 0,8.

"Mit den Auswirkungen hat man sich zu arrangieren, um die Folgen abzufedern", sagte Rupprechter bei der Pressekonferenz. Von Schneeausfall, Hochwasser, Frost und Dürre sind vor allem die Landwirtschaft, aber auch der Tourismus betroffen. Bereits jetzt gäbe es jährliche Schäden von einer Milliarde Euro, die bis 2050 auf 8,8 Milliarden per anno anwachsen werden, warnte Höbarth.

Mit insgesamt nicht ganz einer Million Euro werden nun die KLAR!-Modellregionen gefördert, wobei sich die Gemeinden mit 25 Prozent beteiligen müssen. Durch die unterschiedliche Topographie und wirtschaftlichen Voraussetzungen stehen die Regionen auch vor unterschiedlichen Herausforderungen, denen differenziert begegnet werden muss. Derzeit werden die Konzepte erstellt, Anfang 2018 soll die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen starten und 2020 evaluiert und angepasst werden.

Cathrine Maislinger vom Verein Leader im Pongau ortet auch Chancen: "Wenn die Städte überhitzen, werden mehr im Sommer Urlaub machen, eben die klassische Sommerfrische." Ansonsten setzt man in "ihrer" Modellregion auf softe Mobilität und Grünen Tourismus.

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