Österreich uneinig über Raucherregelung:
Gastronomen selbst gegen ein totales Verbot

ÖVP-Abgeordnete plädieren für "Spanien-Modell" Oberhauser mahnt zum Anschluss an Europa-Trend

Österreich uneinig über Raucherregelung:
Gastronomen selbst gegen ein totales Verbot © Bild: APA/Artinger

Für "Wahlfreiheit und Nichtraucherschutz" treten die ÖVP-Tourismussprecher Franz Hörl und Gabriel Obernosterer ein. Die beiden Abgeordneten sprachen sich in einer Presseaussendung für das von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky angestrebte "Spanische Modell" aus. Dieses sieht vor, dass Lokale ab einer Größe von 75 Quadratmetern eine räumliche Trennung anbieten müssen, jene mit einer Größe unter 75 Quadratmetern selbst entscheiden können, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal sind.

Gegen ein generelles Rauchverbot sprach sich auch Gastronomen-Vereinigung "Beste Österreichische Gastlichkeit" (BÖG) aus. BÖG-Präsident Toni Mörwald: "Wir von der BÖG sehen uns als Vertreter der typisch österreichischen Gastronomie, für die das Rauchen ein Teil der Lebenskultur ist. Wir treten für ein friedliches Miteinander zwischen Raucher und Nichtraucher ein. Unser Vorschlag ist, dass im Bereich der Bar und der Schank weiterhin geraucht werden kann, im klassischen Speisenbereich sind wir fürs Nichtrauchen."

Erhobener Zeigefinger von Oberhauser
Kritik daran kam von SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser. Österreich werde zum Schlusslicht in einem zunehmend rauchfreien Europa. "Wir hoffen sehr, dass Gesundheitsministerin Kdolsky hier doch noch einlenkt und nicht wartet, bis der Druck aus Brüssel sie zum Handeln zwingt", erklärte sie in einer Aussendung. Selbst innerhalb der Gastronomie werde die Allianz für einen effektiven Nichtraucherschutz und Rauchfreiheit immer breiter, auch die Hoteliervereinigung und der Kitzbühler Tourismusverband sprechen sich für ein Rauchverbot in Lokalen aus, so Oberhauser. (apa/red)