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Pensionen: Studie sieht explodierende Kosten

Scharfe Kritik der AK: "Immer gleiche Halbwahrheiten"

Pensionen: 2020 soll wieder ein Loch im Pensionssystem klaffen. © Bild: Thinkstock.de/Creatista

Die wirtschaftsliberale Initiative Agenda Austria sieht die Pensionskosten explodieren. Eine Studie des "Think-Tank" hat ergeben, dass ohne weitere Korrekturen die staatlichen Belastungen massiv ansteigen würden oder die Pensionisten mit deutlich sinkenden Bezügen zu rechnen hätten.

Würden nur die Reformen der Koalition umgesetzt, würden gemäß der Studie die Pensionsbeiträge der Arbeitnehmer innerhalb von 30 Jahren um mehr als die Hälfte auf 36 Prozent des Bruttolohns steigen. Alternativ bekäme ein Pensionist ein Drittel weniger Rente oder aber der Zuschuss aus dem Budget stiege auf das Dreifache des heutigen Niveaus.

Vorbild an schwedischem System

Sinnvoller wäre für die Forscher eine Umsetzung des schwedischen Systems, wo bei Pensionsantritt die angesammelte Summe durch die Zahl der noch zu erwarteten Lebensjahre diktiert wird. Dieses würde von den berechneten Modellen am ehesten dafür sorgen, dass die Kosten stabil gehalten werden könnten.

AK: "Immer gleiche Halbwahrheiten"

In der Arbeiterkammer reagiert man auf die Studie verschnupft: "Was wir nicht brauchen, ist ein neoliberales Institut, das mit immer gleichen Halbwahrheiten versucht massive Verschlechterungen herbeizureden", schreibt AK-Präsident Rudolf Kaske in einer Aussendung. Diese Vorschläge würden letztlich auf ein System ohne Bundesbeitrag und damit auf drastische Pensionskürzungen und/oder eine massive Anhebung des Pensionsalters vor allem für die heute Jüngeren hinauslaufen.

Gut gefiel die Agenda Austria-Studie der Jungen Industrie. Bundesvorsitzende Therese Niss warb für ein Pensionsmodell, bei dem nur noch das als Pension ausgezahlt wird, was selbst erarbeitet wurde - ergänzt um eine Ausgleichszulage, also eine Art Mindestpension.

Kommentare

Das ist doch längst bekannt! Nicht die ASVG sondern die extrem hohen Beamten und Politikerpensionen, jenseits der 10.000 monatlich sind nicht mehr leistbar.
Solche Pensionen bekommt man: Nationalbank, ORF, allen Ministerien, beim Bundespräsidenten, Nationalrat, allen 9 Landtagen und Landesregierungen, BH´s, Polizei, Hochschulen, Richter, Staatsanwälte, Gymnasien, Kammern usw., usw.,

Wer die Grundrechenarten nur halbwegs beherrscht, kann sich ausrechnen, dass die staatliche Pension in der jetzigen Form in Zukunft nicht möglich sein wird. Immer kürzere Lebensarbeitszeit und damit weniger Beitragszahlungen bei ansteigender Lebenserwartung. Würde 'der Staat' (alle Steuerzahler) nicht jetzt schon laufend zu den Pensionen Geld zuschießen, dann wäre bei vielen schon heute die Ernüchterung eingekehrt.

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