Österreich startet mit Niederlage in WM: Gegen USA blieb die große Sensation aus

Bittere Lehrstunde: 2:6-Schlappe zum WM-Auftakt Start verschlafen: Schnelle Gegentore nach Pausen

Österreich startet mit Niederlage in WM: Gegen USA blieb die große Sensation aus

Nichts wurde aus der erhofften Sensation zum Auftakt der 71. Eishockey-Weltmeisterschaft in Moskau. Das US-Team zeigte dem österreichischen Nationalteam in der Mytischi-Arena deutlich die Grenzen auf und feierte einen nie gefährdeten 6:2 (3:1,1:1,2:0)-Sieg. Im zweiten Spiel am Sonntag gegen Vize-Weltmeister Tschechien sind die Österreicher wieder krasser Außenseiter, der Weg in die Zwischenrunde und damit der Klassenerhalt führt damit wie erwartet über Weißrussland am Dienstag.

Nach der guten Generalprobe beim 3:4 gegen Russland waren die Österreicher mit Selbstvertrauen ins Turnier gegangen. Die fast durchwegs mit NHL-Spielern angereisten Amerikaner zeigten den Klassenunterschied aber klar auf und ließen von Beginn weg keinen Zweifel aufkommen, wer das Kommando auf dem Eis hat.

Die Österreicher kamen mit dem schnellen Spiel der US-Boys nicht zurecht und gerieten schon nach 119 Sekunden in Rückstand. Phil Kessel, 19-jähriger Jungstar der Boston Bruins, traf zum 1:0 (2.).

In der 7. und 8. Minute hatte das Team von Jim Boni die große Chance zum Ausgleich. 1:40 Minuten lang spielten die Österreicher mit zwei Mann mehr auf dem Eis, doch wie schon in der Vorbereitung funktionierte auch im Ernstfall das Powerplay nicht.

Schnelle Gegentore nach Pausen
Die Strafe folgte wenig später. Petersen wollte sich den Puck mit dem Schlittschuh stoppen, die Scheibe sprang ihm aber davon und kullerte zwischen den Schonern von Torhüter Reinhard Divis zum 2:0 ins Tor (11.).

Nachdem die Österreicher neuerlich 43 Sekunden lang ein 5-gegen-3 nicht nutzen konnten, durften die rot-weiß-roten Fans aber doch jubeln. Raimund Divis verwertete einen idealen Pass von Schuller zum 1:2 (15.). Erik Cole stellte aber im Powerplay (5 gegen 3) wieder den Zwei-Tore-Abstand her (18.).

Unmittelbar nach Beginn des Mitteldrittels schlug das US-Team wieder zu. Nur 24 Sekunden nach dem Eröffnungsbully marschierte Chris Clark durch die Abwehr und traf zum 4:1 (21.). Oliver Setzinger sorgte mit einem abgefälschten Schuss aus spitzem Winkel (31.) dafür, dass die Österreicher nur mit einem 2:4 in die zweite Pause gingen.

Doch auch im Schlussdrittel kassierten die Österreicher wieder einen schnellen Gegentreffer. Erik Cole bezwang nach nur 14 Sekunden Divis zum 2:5, Brendan Bochenski fixierte im Powerplay den Endstand (54.).

Damit hat das US-Team die Hoffnungen der Österreicher auf einen Sieg in der ersten Gruppenphase zum vierten Mal souverän zunichte gemacht. 1995 und 1999 siegten die US-Boys 5:2, 1996 mit 5:1.

Meinungen zum WM-Auftakt
Jim Boni (Teamchef Österreich): "Es war ein klares Spiel. Du kannst nur so spielen, wie es der Gegner zulässt. Das US-Team ist sehr talentiert, sie sind läuferisch stark und passen den Puck gut. Sie haben schnelle Tore und immer zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Wenn wir bei 5 gegen 3 ein oder zwei Tore gemacht hätten, hätte es das Spiel vielleicht ändern können. Aber so waren sie nie unter Druck. Die USA kann um eine Medaille mitspielen, sie sind um nichts schlechter als Russland. Wir müssen positiv bleiben, aber wir müssen einfacher spielen. Gegen Tschechien steht Brückler im Tor."

Mike Sulivan (Teamchef USA): "Wir hatten heute einen super Torhüter, der bei 3 gegen 5 einige gute Paraden gemacht hat, sonst hätten wir Probleme bekommen können. Wir haben einige wirklich kreative Spieler, die ihre Chancen verwerten können. Wir sind ein junges Team, aber eine talentierte Gruppe. Das hat man heute gesehen."

Kapitän Dieter Kalt: "Wir haben heute schlecht gespielt, die USA haben hoch verdient gewonnen. Sie waren stark und hungrig und in allen Belangen besser. Sie haben unsere Schwächen am Anfang der Drittel ausgenutzt. Bei uns hat eigentlich nur die dritte und vierte Linie gut gespielt. Es wäre schön gewesen, zu gewinnen, aber nicht verdient."

Martin Ulrich (Verteidiger, im Schlussdrittel Stürmer): "Alles ist möglich, wie im Lotto. Wir müssen im eigenen Drittel konsequenter spielen, dann werden auch wir zu Chancen kommen. Die Defensivarbeit fängt nicht im eigenen Drittel an, sondern im Mitteldrittel."

Gerhard Unterluggauer: "Das war eine Katastrophe. Die USA sind sehr stark, der Puck läuft sehr viel. Sie spielen halt immer auf diesem Niveau. Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser haben wir uns darauf einstellen können."

Österreich - USA 2:6 (1:3,1:1,0:2)
Moskau, Mytischi-Arena. 1.900, Kurmann/Wehrli/Zatta (SUI/SUI/ITA)

Tore: Raimund Divis (15.), Setzinger (31.) bzw. Kessel (2.), Petersen (11.), Stempniak (18./PP). Clark (21.), Cole (41.), Bochenski (54./PP)

Österreich: Reinhard Divis - Rebek, R. Lukas; Ulrich, Unterluggauer; A. Lakos, Stewart; Ph.Lakos, Mattie - Setzinger, Koch, Welser; Trattnig, Ph. Lukas, Kalt; Baumgartner, Raimund Divis, Schuller; P. Harand, Marco Pewal, Peintner

USA: Grahame - Suter, Pothier; E. Johnson, M. Greene; Ballard, Hutchinson; Alberts, J. Johnson - Stempniak, Backes, Bochenski; Kessel, P. Stastny, Larose; Cole, Arnason, Clark; Davis, Petersen, Hall

(apa/red)