Österreich bleibt in Kitz ohne Sieg: Grange gewinnt den Slalom, Miller die Kombination

Matt im Slalom Dritter hinter Franzosem & Byggmark Miller vor Raich und Schönfelder Sieger der Kombi

Jean-Baptiste Grange bleibt die Nummer eins der Slalom-Welt. Nach seinen zwei Siegen in Wengen hat der Franzose auch in Kitzbühel triumphiert. In 1:45,04 Minuten brachte der 23-Jährige seine Halbzeit-Führung ins Ziel, auf den weiteren Podestplätzen landeten der Schwede Jens Byggmark und der Tiroler Mario Matt.

Die Kombinations-Wertung ging an den US-Amerikaner Bode Miller, der sich damit zum wahren Hahnenkamm-Sieger des Wochenendes machte. Dahinter folgten in der Kombi als Zweiter der Tiroler Benjamin Raich und auf Rang drei ex aequo der Kärntner Rainer Schönfelder und der Kroate Ivica Kostelic. Im Gesamt-Weltcup rückte das Top-Trio am 68. Hahnenkamm-Wochenende eng zusammen, Raich führt nun 29 Punkte vor Miller und 66 Zähler vor Abfahrtssieger Didier Cuche (SUI).

Vierter Saisonsieg für Grange
Für Grange, der seine Führung im Slalom-Weltcup ausbaute, war es bereits der vierte Saisonsieg. "Ich habe viel Selbstvertrauen und gebe in jedem Lauf das Maximum. Aber unschlagbar bin ich sicher nicht", erklärte Grange, der sich damit so wie sein Landsmann Jean-Pierre Vidal (Slalom-Sieger 2006) einen Schriftzug auf einer Hahnenkamm-Gondel sicherte.

Dank seiner beneidenswerten Form hatte Grange selbst Byggmark in Griff. Der Schwede hatte 2007 beide Kitz-Slaloms gewonnen, konnte diesmal aber auch mit Rang zwei gut leben. "Ich hatte schon vor dem Rennen ein gutes Gefühl. Kitz ist für mich immer etwas sehr Besonderes." Matt sorgte für den ÖSV-Stockerlplatz im Slalom, war aber dennoch im ersten Moment nicht ganz zufrieden.

"Ich hatte im zweiten Lauf zwei extreme Fehler, ohne diesen wäre heute alles drinnen gewesen. Im ersten Moment habe ich mich geärgert, weil ich weiß, dass ich brutal schnell bin", so der amtierende Slalom-Weltmeister, der aber gleich hinzufügte: "Rang drei ist positiv." Der neue Fischer-Lochski hat sich bewährt. "Ohne diesen Ski wäre ich mit diesen Fehlern sicher nicht so weit vorne gelandet", berichtete Matt, der deshalb auch am Dienstag in Schladming auf diesen zurückgreifen will.

Schönfelder voll in seinem Element
Voll in seinem Element war vor den Fanmassen in Kitz wieder einmal Schönfelder, für den die Gamsstadt schon immer ein guter Boden war. Auch diesmal durfte "Schöni" mit Platz fünf im Slalom und Rang drei in der Kombi sehr zufrieden sein, "Vor so einem Publikum zu fahren ist immer schön. Und je näher ich den Leuten im Ziel komme, umso schneller werde ich."

Weltcup-Leader Raich - in der Kombi Zweiter, im Slalom Siebenter - vergab mit einem verhauten ersten Lauf die Chance auf noch mehr Punkte. "Nach dem ersten Durchgang war das fast das Maximum für mich. Der zweite Durchgang war gut, speziell mit dem Mittelteil bin ich zufrieden."

Herbst wechselt die Ski
Völlig unzufrieden war nach dem ersten Lauf auch Herbst gewesen (Zwischenrang 22). Der Salzburger griff daher im Finale auf andere Ski zurück, kam damit deutlich besser zurecht, markierte sogar Laufbestzeit und wurde noch 13. "Dieser zweite Lauf war ganz wichtig für mich, das war ich auch den Fans schuldig. Mit dem neuen Ski hat es deutlich besser funktioniert", so Herbst.

Ein vielversprechendes Weltcup-Debüt feierte im ÖSV-Team der Salzburger Wolfgang Hörl mit Rang 20. Mit Startnummer 49 qualifizierte sich der 24-Jährige, der bereits zwei Kreuzbandrisse, eine Meniskusoperation und das Pfeiffer'sche Drüsenfieber hinter sich hat, fürs Finale und staubte gleich seine ersten Weltcup-Punkte ab. Vor einem Jahr war Hörl in Kitz noch Vorläufer gewesen. "Da war mein großes Ziel, dass ich in einem Jahr beim Rennen teilnehmen darf. Dass ich jetzt gleich Weltcup-Punkte geholt habe, das ist natürlich ein Traum", meinte der Saalfeldner.

Einen Abflug erlebte im Slalom Michael Walchhofer, der Speed-Spezialist wurde ausgehoben und krachte mit voller Wucht ins Fangnetz. Der Salzburger klagte danach über Schmerzen in der linken Schulter. "Die spüre ich schon seit dem Herbst, jetzt sind sie wieder stärker", meinte der 32-Jährige nach seinem Ausflug zwischen die Slalomstangen.

Österreich hat damit das Kitz-Wochenende ohne Sieg beenden müssen, die ersten Plätze in den vier Disziplinen gingen an Marco Büchel (LIE), Cuche, Grange und Miller. Dennoch gab es in den vier Disziplinen durch Hermann Maier, Mario Scheiber (2), Matt, Raich und Schönfelder gleich sechs Stockerlplätze.

Endstand
1. Jean-Baptiste Grange FRA 1:45,04 Minuten
2. Jens Byggmark SWE +0,15
3. Mario Matt AUT +0,52
4. Julien Lizeroux FRA +0,67
5. Rainer Schönfelder AUT +0,94
6. Felix Neureuther GER +1,10
7. Benjamin Raich AUT +1,19
8. Ted Ligety USA +1,20
9. Ivica Kostelic CRO +1,29
10. Manfred Mölgg ITA +1,40
11. Steve Missillier FRA +1,50
12. Andre Myhrer SWE +1,63
13. Reinfried Herbst AUT +1,76
14. Bode Miller USA +1,80
15. Michael Janyk CAN +2,04
16. Akira Sasaki JPN +2,21
17. Bernard Vajdic SLO +2,31
18. Sandro Viletta SUI +2,35
19. Cristian Deville ITA +2,49
20. Wolfgang Hörl AUT +2,51
21. Patrick Biggs CAN +3,02
22. Patrick Thaler ITA +3,20
23. Johan Brolenius SWE +3,50
24. Kalle Palander FIN +3,62
25. Paul Stutz CAN +3,89
26. Giuliano Razzoli ITA +11,37

(apa/red)