Österreich will Gegner aufs Kreuz legen:
Bei Judo-Heim-EM mit voller Kraft voraus

Paischer und Filzmoser heiße Medaillen-Anwärter Paischer und Mittelfellner schon in dritter Runde

Österreich will Gegner aufs Kreuz legen:
Bei Judo-Heim-EM mit voller Kraft voraus © Bild: Reuters

Mit den stärksten verfügbaren Athleten, je einem Kämpfer pro Gewichtsklasse und damit mit voller Kraft ist Österreichs Judoverband (ÖJV) bei den Heim-Europameisterschaften im Wiener Dusika-Stadion am Start. Ziel sind ein bis zwei Medaillen, aussichtsreichste Anwärter der Salzburger Ludwig Paischer (bis 60 kg) und die Oberösterreicherin Sabrina Filzmoser (bis 57 kg), jede weitere Platzierung ist als Erfolg zu werten.

Weil der Kostenfaktor bei den Heim-Titelkämpfen nicht der entscheidende ist, wurden die normalerweise geltenden Nominierungsrichtlinien gelockert und alle 14 Gewichts-Kategorien besetzt. "Wenn man ganz hart ist, dann sind einige dabei, die es sich eigentlich nicht verdient hätten. Ich bin aber trotzdem optimistisch", gab sich Österreichs Cheftrainer Udo Quellmalz zuversichtlich. Trotz Erinnerung an den Weltcup Mitte Februar in Wien, als 21 der 24 ÖJV-Herren im ersten Kampf ausgeschieden waren. "Das war natürlich schon etwas schockierend, aber das ist einfach der normale Leistungsstand."

Als fast normal gilt auch ein Medaillengewinn von Paischer bei einem Großereignis, bisher hat er bei Olympia (1 Silber), WM (1 Silber/1 Bronze) und EM (2 Gold/1 Silber/3 Bronze) neunmal Edelmetall gewonnen. "Egal was man vorher macht. Man kann genau das Gleiche machen wie vor zwei Jahren, als alles super war und Lupo Gold gewann. Das ist auch keine Garantie, dass es jetzt wieder genauso läuft", sagte Quellmalz, der weiß, was die Öffentlichkeit erwartet: "Ein Paischer wird's schon richten." Realistische Medaillenchancen gibt der Trainer Paischer und Filzmoser. "Das ist auch das, was sie selbst von sich erwarten."

Für Filzmoser, die wie Paischer das ganze Jahr über eng mit Quellmalz zusammenarbeitet, hat die erweiterte Betreuertätigkeit ihres Trainers keinen Verzicht bedeutet. "Unsere Verbindung ist noch viel stabiler geworden. Er hat viel Zeit für alle anderen und organisatorische Dinge gebraucht. Wir haben unsere Zeit intensiv für Technik und Taktik genützt, da musste man noch aufmerksamer sein." Sie freut sich über das große rot-weiß-rote Team. "Ich sehe das voll positiv. Sonst ist eh immer alles nur auf zwei, drei Leute fokussiert. Jetzt verteilt sich der Druck. Jetzt kommen Fans aus Tirol und Vorarlberg, weil die eigenen Leute am Start sind."

Heute sind für Österreich bei den Frauen neben 2008-Europameisterin Filzmoser (bis 57 kg) auch Valentina Schauer (bis 48 kg) und Petra Steinbauer (bis 42 kg) sowie bei den Herren neben Paischer (bis 60 kg) noch Andreas Mitterfellner (bis 66 kg) im Einsatz. Freitag folgen Hilde Drexler (bis 63 kg), Bernadette Graf (bis 70 kg), Peter Scharinger (bis 73 kg) und Albert Fercher (bis 81 kg), am Samstag Nadine Pichler (bis 78 kg), Marianne Morawek-Hollensteiner (über 78 kg), Max Schirnhofer (bis 90 kg), Franz Birkfellner (bis 100 kg) und Rupert Riess (über 100 kg). Die EM wird mit den Teambewerben am Sonntag beendet.

Paischer & Mitterfellner in dritter Runde
Andreas Mitterfellner hat zum Auftakt der Judo-EM in Wien seinen ersten Kampf in der Gewichtsklasse bis 66 kg gegen den Polen Pawel Zagrodnik mit zwei Waza-ari-Wertungen gewonnen und trifft nun auf Tarian Karimow aus Aserbaidschan. Valentina Schauer (bis 48 kg) unterlag in ihrem ersten Kampf der Französin Aurore Climence durch Ippon 2:22 Minuten vor Schluss.

Sabrina Filzmoser und Petra Steinbauer sind jeweils durch Ipponsiege in die nächste Runde eingezogen. Die Kärntnerin Steinbauer setzte sich in der Klasse bis 52 kg nach nur 23 Sekunden gegen die Weißrussin Alesia Starawerawa durch, nächste Gegnerin ist die russische Titelverteidigerin Natalja Kusjutina. Die Oberösterreicherin Filzmoser benötigte in der 57er-Kategorie nach Freilos in Runde eins 2:35 Minuten für den Erfolg gegen die Estin Julia Bezko. Gegnerin um den Poolsieg ist die ungarische WM-Dritte Hedvig Karakas.

Die Siegesserie der rot-weiß-roten Nationalteam-Sportler bei der EM in Wien geht weiter, Ludwig Paischer und Andreas Mitterfellner kämpfen in ihren Gewichtsklassen bereits um den Pool-Sieg. Der Salzburger Paischer setzte sich in der Klasse bis 60 kg nach einem Freilos in der ersten Runde gegen den Finnen Juho Reinvall mit zwei Waza-ari-Wertungen durch und trifft nun auf den Tschechen Pavel Petrikov.

Mitterfellner hat in der Kategorie bis 66 kg auch seinen zweiten Kampf gewonnen. Der 28-Jährige vom ASKÖ JC Pöls besiegte Tarian Karimow aus Aserbaidschan 3:18 Minuten vor dem Ende mit Ippon. Gegner im Duell um den Pool-Sieg ist der Franzose Loic Korval.

(apa/red)