Österreich schielt auf Gaddafis Libyen: Leitl
will Tor zu Afrikas reichstem Land aufstoßen

Wirtschaft soll Geschäftsbeziehungen intensivieren Ist Libyen in den Fußstapfen von China und Indien?

Österreich will seine Wirtschaftsbeziehungen zu Libyen ausbauen und vom Aufschwung des Landes profitieren. Wirtschaftskammer-Präsident Leitl besuchte den afrikanischen Staat mit einer 40-köpfigen Wirtschaftsdelegation, um weitere Geschäfte vor allem im Bau- und Infrastrukturbereich anzubahnen und Kontakte zu Entscheidungsträgern zu knüpfen.

Österreich schielt auf Gaddafis Libyen: Leitl
will Tor zu Afrikas reichstem Land aufstoßen © Bild: APA/Fohringer

"Libyen ist ein Land, das von der Wirtschaftskrise unbeeinflusst ist. Auch wenn das Land von der Vergangenheit geprägt ist, ist es ein Land mit Zukunft", machte Leitl österreichischen Firmenvertretern in Tripolis Mut. Österreich habe in Libyen einen hohen Stellenwert.

China habe vor 20 Jahren mit dem Aufholprozess begonnen, Indien vor zehn Jahren. Jetzt stehe Libyen "in den Startlöchern", so der WKÖ-Präsident. "Daher müssen wir jetzt hier sein, um dann in der Zielgeraden dabei zu sein. Gespräche mit dem Infrastruktur- und dem Wirtschaftsminister hätten geholfen, den "Sympathiebonus Österreichs in Libyen weiterzuentwickeln", sagte Leitl. Auch konkrete Zusagen der Minister habe es gegeben, "österreichische Unternehmen mit gutem Ruf" bevorzugt zu behandeln.

Libyen ist mit einem Bruttosozialprodukt von 17.600 Dollar pro Kopf das reichste Land Afrikas mit den größten Erdölreserven des Kontinents. Nach dem Ende der Sanktionen im Jahr 2004 ist das Land wieder zum Leben erwacht und versucht einerseits, das Image des "Schurkenstaates" loszuwerden und andererseits, den Anschluss an die internationale Staatengemeinschaft zu finden.
(apa/red)