Österreich mit Beamtenzahl in OECD im hinteren Mittelfeld: Rückgang begann 1997!

12,8% aller Beschäftigten sind öffentlich Bedienstete Norwegen liegt mit 32,9 Prozent klar an der Spitze

Österreich befindet sich mit der Zahl seiner Beamten unter den westlichen Industrieländern im hinteren Mittelfeld. Laut Daten der OECD liegt der Anteil öffentliche Bediensteter an der Gesamtbeschäftigung bei 12,8 Prozent. Die Spitze nimmt Norwegen mit einem Anteil von 32,9 Prozent ein, am unteren Ende rangiert Japan mit 8,6 Prozent. Der Durchschnitt der europäischen Länder liegt bei 16,9 Prozent.

Nach der OECD-Definition sind allerdings mehr öffentlich Bedienstete erfasst (rund 518.000) als in Österreich gemeinhin darunter verstanden werden. Dazu zählen neben den Gebietskörperschaften etwa auch Beschäftige in Sozialversicherungen und Kammern sowie vielen anderen Organisationen, Institutionen und Unternehmen, in denen in Österreich keine Beamten im eigentlichen Sinn beschäftigt sind. Nach dem "Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung" werden von der OECD als "öffentlich Bedienstete" die Beschäftigten in Institution bezeichnet, die "zu den Nichtmarktproduzenten" zählen, die überwiegend aus Steuergeldern finanziert werden und die eine Leistung anbieten, an deren Erstellung die Politik bzw. eine Gebietskörperschaft "Interesse" hat.

Demnach haben die skandinavischen Länder eindeutig den höchsten Anteil öffentlich Bediensteter an der Zahl der Gesamtbeschäftigten. Hinter Norwegen mit 32,9 Prozent finden sich Schweden (31,6), Dänemark (30,5) und Finnland (24,5 Prozent). Österreich liegt mit 12,8 Prozent unter dem europäischen Schnitt von 16,9 Prozent. Hinter Österreich finden sich Griechenland (12,6), Irland (11,5), die Niederlande (11,1) und Deutschland (10,9 Prozent). In den USA sind 15,5 Prozent aller Beschäftigten öffentlich Bedienstete, in Japan nur 8,6 Prozent. Die Daten stammen aus dem Jahr 2004, aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

In Österreich ist die Zahl der öffentlich Bediensteten bis 1996 auf den damaligen Höchstwert von 14,6 Prozent gestiegen, seither ist ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. 1997 hat die Regierung mit einem Einfrieren der Beamtenstände auch den ersten Schritt zur Senkung der Reduktion gesetzt. Danach folgte ein Beschluss, die Zahl der Beamten um ein Prozent im Jahr 2000 sowie jeweils zwei Prozent in den Jahren 2002 und 2003 zu reduzieren. Im November 2003 wurde dann ein Pragmatisierungsstopp beschlossen, der bis heute auf unbestimmte Zeit gilt. Zudem darf nur jede zweite durch Pensionierung freiwerdende Stelle (Beamte und Vertragsbedienstete) nachbesetzt werden. Beamtenministerin Doris Bures (S) hat mehrfach angekündigt, diesen Sparkurs weiter fortsetzen zu wollen. (apa)