Österreich-Aufgebot bleibt überschaubar:
Nur Harnik und Langer in Champions League

Bundesliga-Vertreter Salzburg neuerlich gescheitert Harnik für Bremen: "Wir haben nichts zu verlieren"

Österreich-Aufgebot bleibt überschaubar:
Nur Harnik und Langer in Champions League

Österreichs Kontingent in der europäischen Fußball-Champions-League ist nach dem neuerlichen Scheitern des Bundesliga-Vertreters Red Bull Salzburg in der Qualifikation wie in der Vorsaison überschaubar. Waren Martin Stranzl bei Spartak Moskau und Stefan Maierhofer, der bei Bayern München einmal auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte, in der vergangenen Spielzeit die einzigen rot-weiß-roten Akteure gewesen, so starten heuer Martin Harnik (Werder Bremen) und Michael Langer (VfB Stuttgart) in die Millionenliga.

Während sich die Spielminuten des Vorarlbergers Langer als Ersatztorhüter der Schwaben, die in Gruppe E ab Mittwoch auf den FC Barcelona, Olympique Lyon und die Glasgow Rangers treffen, wohl in Grenzen halten werden, darf sich ÖFB-"Shooting-Star" Harnik bei den Norddeutschen berechtigte Hoffnungen auf den einen oder anderen Einsatz machen. Gleich zum Auftakt am Dienstag (20:45 Uhr/live ORF1) trifft Werder in Gruppe C auf Mitfavorit Real, der 20-Jährige meldete sich jedenfalls rechtzeitig vor dem Auftritt im ehrwürdigen Bernabeu-Stadion fit.

Immerhin im Kader
"Ich bin im Kader, sitze also zumindest auf der Bank. Ich konnte aber in der vergangenen Woche nicht trainieren - man wird sehen ", meinte Harnik zu seinen Chancen auf einen Auftritt in der spanischen Hauptstadt. Erst drei Tage vor dem Spiel konnte der Teamspieler nach seiner Sprunggelenksverletzung, die er sich im Länderspiel Österreichs gegen Japan zugezogen hatte, die erste Einheit absolvieren, am Sonntag stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein. Werder, das in Richtung Madrid aufbrach, hat sich jedenfalls viel vorgenommen.

"Wir haben nichts zu verlieren"
Im Vorjahr scheiterten die in einer Gruppe mit Chelsea und dem FC Barcelona gestarteten Bremer knapp, in dieser Saison soll gegen Real, Lazio Rom und Olympiakos Piräus der Aufstieg ins Viertelfinale geschafft werden. "Wir haben nichts zu verlieren, wollen in Madrid zumindest einen Punkt holen. Ich denke, wir werden alle sehr motiviert sein", erklärte Harnik. Seine Nervosität von einem möglichen Auftritt in der Traditionsarena hielt sich noch in Grenzen: "Sicher ist es ein Highlight, aber ich habe noch nicht groß darüber nachgedacht. Vielleicht kommt aber beim Abschlusstraining das spezielle Gefühl auf."

Verpatzte Generalprobe
Klar ist jedoch, dass sich die Hanseaten nach einem 0:3 in Dortmund werden steigern müssen, um in Madrid zu bestehen. "Das war sicher nicht gut für uns, vor so einem Spiel wie gegen Madrid, aber jetzt müssen wir erst recht zeigen, dass das nicht Werder war", meinte der gegen die Borussia ausgeschlossene Däne Andreasen. Sportdirektor Klaus Allofs ortete vor allem Verbesserungspotenzial im Zweikampfverhalten: "Das wird der Schlüssel zum Erfolg. Real wird nicht Hacke, Spitze, eins, zwei, drei spielen sondern richtig zur Sache gehen."

Neben Harnik mit dabei sein werden gegen Real auch die nach dem Spiel gegen die Borussia angeschlagenen Diego und Boenisch, verzichten muss Coach Thomas Schaaf jedoch auf die verletzten Leistungsträger Torsten Frings, Tim Borowski, Clemens Fritz und Carlos Alberto.

Harte Zeiten gegen Real
Mehr als schwierige Voraussetzungen also für ein Erfolgserlebnis bei den "Königlichen", die in der spanischen Meisterschaft mit drei Siegen in drei Spielen eine makellose Bilanz aufzuweisen haben und in der europäischen Eliteliga von den vergangenen 22 Heimspielen nur eines verloren haben. "Wir sind eine Mannschaft, die jedem Team, auf das wir treffen, eine harte Zeit bescheren wird", ließ Real-Verteidiger und Weltfußballer Fabio Cannavaro vor dem 300. Champions-League-Match der Madrilenen schon einmal wissen. (apa/red)