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OeNB senkt Prognose für 2013

Aufschwung erst 2015 - Euroraum ist Schwachstelle der Weltwirtschaft

Geldbündel mit 100-Euro-Scheinen © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

"Der Euroraum ist die Schwachstelle der Weltwirtschaft", sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny bei der Vorstellung der neuesten Wirtschaftsprognose der Nationalbank in Wien. Während in den USA die Rezession eindeutig beendet worden sei, gelte dies für den Euroraum leider nicht. "Der Euroraum ist eindeutig in einer Rezession", so Nowotny.

Für den Euroraum erwartet die OeNB für 2013 einen Rückgang des realen BIP um 0,6 Prozent, für 2014 eine Zunahme um 1,1 Prozent und für 2015 einen Anstieg um 1,6 Prozent.

Man habe die Dynamik des Abschwungs unterschätzt, so Nowotny. Die Rezession habe nunmehr auch Kernstaaten des Euroraumes wie die Niederlande und Finnland erreicht. "Es fehlt eine Wachstumslokomotive", so der Notenbankchef. Auch für Deutschland wird für heuer nur ein Wachstum von 0,4 Prozent prognostiziert und 1,9 Prozent für 2014.

Hoffnung besteht

Es bestehe aber die Hoffnung, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung bis zur Jahresmitte erreicht werde, "und wir dann wieder einen Aufschwung sehen". Diese Erwartungen basieren laut Nowotny auf einer deutlichen Verbesserung bei den Exporten und der Investitionsnachfrage.

Österreich sei somit einer der wenigen europäischen Staaten mit positiven Wachstum. Auch für Österreich erwartet Nowotny den Tiefpunkt des Einbruches in diesem Jahr, sodass Österreich nächstes Jahr wieder Wachstum haben könnte. Auch hier sollten die Exporte und die Investitionen wieder deutlich anspringen. Insgesamt gebe es in Österreich eine ausgeglichenere Entwicklung als in den anderen Staaten.

Da in wirtschaftlich schwachen Zeiten die Inflation zurückgehe, drohe von dieser Seite her keine Gefahr, es gebe aber auch keine Deflationsgefahr. Österreich habe eine höhere Inflationsrate, weil der Wirtschaftseinbruch auch nicht so groß sei. Nowotny rechnet mit sinkenden Inflationsraten. "Es gibt für die österreichische Wirtschaft eindeutig keine Inflationsgefahr", betonte er. Dahinter stünden sinkende Energiepreise.

Negative Entwicklung durch Arbeitsmarkt

Auch auf den Arbeitsmarkt wirke sich die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung negativ aus. Die Arbeitslosenquote sollte nächstes Jahr nicht über 5 Prozent steigen, so Doris Ritzberger-Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung Volkswirtschaft. Österreich werde auch in den kommenden Jahren die niedrigste Arbeitslosenrate in der EU aufweisen.

Aufgrund der gegebenen Wettbewerbsfähigkeit sollte sich in den kommenden Jahren auch die Leistungsbilanz positiv entwickeln, führte Nowotny aus. Die OeNB-Volkswirte erwarten geringere Budgetdefizite (ohne Zusatzkosten aus dem Bankenpaket) als das Finanzministerium, nämlich 1,7 Prozent im laufenden und 1,4 im kommenden Jahr. Nur 2015 dürften sie mit 1,2 Prozent höher sein. Hier geht das Ministerium von 0,6 Prozent aus. In der OeNB-Prognose sind nur Zahlen berücksichtigt, für die es bereits Beschlüsse gibt.

Insgesamt sei der öffentliche Haushalt derzeit auf einem guten Weg, mit dem Konsolidierungspaket seien längerfristige Maßnahmen gesetzt worden, der Konsolidierungspfad an sich existiere, so Nowotny. Die Staatsverschuldungsquoten werden sich laut OeNB von 74,4 Prozent heuer auf 74,0 Prozent und 72,8 Prozent in den kommenden beiden Jahren verringern. Diese Werte liegen über jenen des Ministeriums. Aufgrund der vernünftigen Politik stehe Österreich längerfristig gesehen vergleichsweise günstig da, so der OeNB-Gouverneur.

Flaute wird auch in nächsten Monaten anhalten

Die Konjunkturflaute in Österreich dürfte in den nächsten Monaten anhalten. Diese wenig erfreuliche Entwicklung lässt der aktuelle Wifo-Konjunkturtest erwarten, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag in einer Aussendung weiter erklärte.


Weder vom Exportsektor noch von der Inlandsnachfrage seien zum Jahresauftakt nennenswerte Impulse gekommen, begründete das Wifo am Montag im BIP-Bericht für das erste Vierteljahr 2013 die bereits vierte Stagnation der heimischen Wirtschaft in Folge. Konjunkturdämpfend habe in Österreich im Zeitraum Jänner bis März vor allem die Schwäche der Transportwirtschaft und der Warenproduktion gewirkt.

Japan und den USA geht es besser

Von der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern - darunter wichtigen Absatzmärkten Österreichs - würden negative Impulse ausgehen. Im Euro-Raum hält laut Wifo die Rezession weiter an - ausgehend von Ländern an der Peripherie wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern.

Weltweit bleibt die Konjunktur den Experten zufolge "sehr unterschiedlich" und "fragmentiert". In Japan etwa sehen sie die Wirtschaft derzeit am deutlichsten anziehen - jedoch nur dank massiver geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben und die Deflation zu überwinden. In den USA halte die Erholung an, obgleich dem Rückgang der Arbeitslosigkeit eine Abnahme der Erwerbsquote gegenüberstehe. Nicht zuletzt die gezielten Maßnahmen der Zentralbank erlaubten dort eine Kreditausweitung und eine Erholung des Immobilienmarktes und begünstigten die Bautätigkeit.

Kommentare

galileo2

das ist der grösste vollkoffer,, wie der zu diesem posten gekommen ist kann keiner nachvollziehen.

mfp7764 melden

Die wirtschaft wird sich wohl nie wieder erfangen seit wir in dieser scheiss eu sind und den unnötigen euro haben.hauptsache den banken,managern und politkern gehts gut.auf uns bürger wird e geschissen.

christian95 melden

Wir verdienen nichts anderes!
Wahltag ist Zahltag!
So lange wir uns immer wieder solche Typen wählen darf man sich nicht wundern.
Faymann und Spindelegger sind nicht erst seit ein paar Tagen solche "tauben Nüsse"????

Lieb,das wöchentliche Kaffeesudlesen;-)
Und dass er sich nicht endgültig festlegen will, verstehe ich, seit zwei Jahren folgt auf jede Entwarnung eine Verschärfung der Situation und langsam spricht sichs rum, dass das nicht business as usual ist.Aber man kann ihm nicht mal böse sein,denn als Nationalbankchef wäre es fahrlässig,die Situation durch ein panikdurchzogenes Schwarzmalen noch anzuheizen.

Wer erinnert sich noch?
"Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein Gutes Geschäft" - Fekter. Von einer Wirtschaftskrise hat niemand gesprochen.

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Ist wie bei einem Hund, dem man einem Stecken auf dem Rücken bindet, damit ständig eine Knackwurst vor seiner Nase baumelt.

Ist eine umfassende Steuerreform geplant?
Weg von den destruktiven Steuersystem zum
1.) Investiere in Betriebsausgaben
2.) Raionalisiere Menschen weg

Welche Umstände sollen sonst zur Verheissung Aufschwung 2015 führen? Solange die irren Wirtschaftswissenschaftler noch die Politik beeinfluße können gibt es keine Hoffnung auf eine stabile Lage.

christian95 melden

Wir verdienen nichts anderes! Seit 1945 wählen wir weiterhin SPÖ+ÖVP, egal wie hoch sie den Staat und die Länder noch verschulden.... Österreich hat eine der höchsten Steuerquoten weltweit, Arbeit ist mit ca. 60% versteuer...., Mrd. für Griechenland; usw...
Wahltag ist Zahltag

Auch bei der Nationalbank ist es kein Nachteil ein Parteibuch von SPÖ+ÖVP zu haben. Die Schwachstelle unserer Wirtschaft ist die aufgebläht Verwaltung! Weiterhin wird JEDE Funktion gleich 10 fach besetzt. Einmal im Bund und 9x mit gleichen Aufgaben in den Ländern.
Über 770 Abgeordnete und 94 Regierungsmitglieder, ein Heer von hochbezahlten Beamten.....

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