Ölpreisverfall von

Die Welt schwimmt im Öl

Das flüssige Gold ist so billig wie nie. Was hinter dem Preisverfall steckt.

ÖL © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Der jüngste Absturz des Ölpreises setzt die Anbieter der Branche massiv unter Druck und macht Investoren nervös. Was steckt hinter dem Preisverfall? Was erwarten Experten für die nächsten Monate? Ein Überblick.

Wie viel kostet Öl momentan?

Ein Fass (entspricht 159 Liter) Nordsee-Öl der Sorte Brent kostete am Montag 48,24 Dollar (44,09 Euro) - der niedrigste Preis seit sechseinhalb Monaten und etwa halb so viel wie vor Jahresfrist. Früher waren Werte von unter 50 Dollar die Regel. Erst Ende 2004 kletterte der Preis erstmals über diese Marke. Bis zum Juli 2008 - die weltweite Finanzkrise brodelte bereits - stieg der Preis sogar auf ein Allzeithoch von 147,50 Dollar. Zwar folgte im Sog der Krise der Absturz, doch seit 2005 hat ein Fass Brent zu 90 Prozent mehr als 50 Dollar gekostet.

Warum war der Öl-Preis eigentlich so stark gestiegen?

Ein wichtiger Grund war die enorme Nachfrage aus China. Die Volksrepublik ist in der vergangenen Dekade zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA aufgestiegen - mit einem riesigen Hunger nach Rohstoffen. Zugleich schienen die Öl-Vorräte begrenzt zu sein. Die Nachfrage überstieg das Angebot.

Wie ist es dann zum jüngsten Absturz gekommen?

Derzeit ist es genau anders. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Das Öl-Kartell OPEC pumpte zum Beispiel allein im Juli nach eigenen Angaben mit rund 32 Millionen Fass täglich so viel wie seit Beginn der Aufzeichnungen 1997 nicht mehr. Dazu kommt bald wieder die Ölförderung im Iran. Nach der Einigung im jahrelangen Atomstreit könnten die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden. Es wird mit einem Wirtschaftsboom gerechnet. Zusätzlich 500.000 Barrel täglich könnten so auf den Markt kommen. Parallel lässt das Wachstum in China nach.

Erdölfeld
© imago/PemAX

100 Dollar sind also vorerst nicht mehr denkbar?

Eher nicht. Denn auch die Amerikaner mischen wieder viel stärker auf dem Markt mit. US-Firmen suchen mithilfe der umstrittenen Fracking-Methode nach Öl. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Ton- oder Schiefergestein gepresst. Die USA produzieren derzeit laut Energiebehörde EIA 9,5 Millionen Fass Öl täglich. Allerdings wurden viele kostenintensivere Ölförderprojekte initiiert, als der Ölpreis noch deutlich höher lag. Einige Vorhaben rechnen sich nun nicht mehr, da die Kosten den zu erzielenden Gewinn übersteigen.

Wo wird sich der Ölpreis dann einpendeln?

Das ist unter Experten umstritten. Im Jänner war der Preis schon einmal bis auf fast 45 Dollar gesunken. Einige Marktteilnehmer rechnen damit, dass das Tief vom Dezember 2008 wieder in Reichweite kommen könnte. Damals war der Ölpreis bis auf 36,20 Dollar gefallen. Allerdings bleibe Öl ein seltener Rohstoff, sagt Analyst Richard Gorry von JBC Energy Asia. Das spreche gegen einen zu starken Preisverfall. Einer Reuters-Umfrage vom Juli zufolge dürften sich die Notierungen im kommenden Jahr stabilisieren. Im Schnitt wird dann mit einer Spanne von 60 bis 70 Dollar je Barrel gerechnet.

Kommentare

Nicht vergessen: Auf Öl ist über 55% Steuer drauf vom Versagerstaat!

strizzi1949
strizzi1949 melden

Sehr Witzig! Und warum ist dann der Benzinpreis immer noch so hoch? Das sind ja schön langsam Wucherpreise! Warum greift da der Staat nicht ein? Wucherpreise sind doch verboten!

strizzi1949
strizzi1949 melden

Und wo bleiben unsere lieben Autofahrerclubs? Von denen hört man in dieser Beziehung gar nix! Die sind auf Tauchstation! Die Hand aufhalten für den Clubbeitrag, das können sie, aber wenn darum geht, was für den Autofahrer zu tu, dann verschwinden sie in der Versenkung!

11223344 melden

der staat wäre ja blöd die preise zu senken, da würden sie ja ein paar milliönchen weniger steuern zu verschleudern haben. die dummheiten der griechin muss ja wieder hereinkommen.

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