ÖGB kämpft nach Krise um Mitglieder: Will 2009 wieder ausgeglichen bilanzieren

Größtes Problem: Wiederherstellung des Vertrauens In Organisation selbst muss weiter gespart werden

Der Österreichische Gewerkschaftsbund will seine Krise bis 2009 endgültig bewältigt haben und in diesem Jahr wieder endgülig ausgeglichen bilanzieren. Um dies zu erreichen, muss die Organisation weiter sparen und neue Mitglieder gewinnen - unter anderem durch eine massive Werbekampagne, die im Februar 2008 gestartet wird, sagte ÖGB-Präsident Hundstorfer.

"Solange die Prozesse (BAWAG und Zivilrechtsprozess u.a. gegen den Ex-Präsidenten Fritz Verzetnitsch, Anm.) laufen, wäre das wenig sinnvoll", sagte Hundstorfer. Die Gewerkschaft habe durch die BAWAG- Affäre bis Ende vergangenen Jahres 70.000 ÖGBlerr verloren, "seither stagnieren unsere Mitgliederzahlen."

Sein größtes Problem sei aktuell nicht der BAWAG-Prozess, sondern die Wiederherstellung des Vertrauens der und der Glaubwürdigkeit für die Arbeitnehmer, beteuerte Hundstorfer. Derzeit haben die im Gewerkschaftsbund zusammengeschlossenen Organisationen 1,2 Millionen Mitglieder.

In der Organisation selbst müsse weiter gespart werden. Derzeit liefen Verhandlungen mit dem Zentralbetriebsrat der ÖGB-Angestellten über die Ablösung von deren Pensionsansprüchen (Volumen: 65 Mio. Euro). Die Gespräche seien gut unterwegs, bis Jahresende hoffe man, damit fertig zu sein.

Durch den Umzug des Hauptquartiers, Optimierungen in der Bürostruktur, einer Straffung bei den ÖGB-Medien und üebr den natürlichen Abgang bei den Mitarbeitern hoffe man weiteres Geld freizumachen. "Betriebsbedingte Kündigungen wird es keine geben", sagte Hundstorfer.

2009 wolle man wieder ausgeglichen bilanzieren können, sagte Hundstorfer - "und zwar ohne die Dividende der BAWAG, die ist Geschichte." Zwar werde der ÖGB für 2006 eine positive Bilanz legen können, dies aber nur aufgrund von nicht wiederholbaren Einmaleffekten.

(apa/red)