"ÖGB soll BAWAG verkaufen": Androsch erhebt Vorwürfe gegen Gewerkschafter

Kontrolleinrichtungen der Bank funktionierten nicht Industrieller: "Verzetnitsch kann am wenigsten dafür"

Der Industrielle und frühere SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch hat dem ÖGB nahegelegt, die BAWAG zu verkaufen. Rechtlich könne der ÖGB eine Bank haben, "aber wenn sie nicht einmal in der Lage sind, sachlich kundige Aufsichtsräte zu entsenden, die Führung zu bestellen, dann sollte man sich eben trennen", sagte Androsch.

"Man wird sicher die Frage stellen müssen, ob der ÖGB gut beraten ist, eine Bank zu haben, ob es nicht gescheiter ist, sie zu verkaufen", so Androsch im "Standard". Und weiter: "Die Finanzmarktaufsicht hätte längst etwas unternehmen müssen. Es kann nur grob fahrlässig gewesen sein, dass man das nicht gesehen hat". Der zurückgetretene ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch komme zum Handkuss, "der kann am wenigsten dafür".

Man müsse nun "die konkrete Verantwortung der Aufsichtsbehörde herausarbeiten, das nicht angemessene Agieren der FMA", so Androsch. Die Kontrolleinrichtungen der Bank hätten nicht funktioniert, die Wirtschaftsprüfer als Bankprüfer hätten sich mit Formaldeckung begnügt, kritisierte Androsch.

"Die BAWAG war nicht insolvent, sie hat nur große Verluste gehabt. Das hätte man anders lösen können", meint Androsch. Man habe "einen Weg gewählt, der sicher nicht den Grundsätzen ordentlicher Bankkaufleute entspricht." Das Wichtigste, das die Aufsichtsbehörde jetzt tun müsste, sei "zu sagen, die Bank ist gesund, niemand braucht um sein Geld zu fürchten." Spekulationsgeschäfte mache man aber "nicht einmal, wenn man es kann, aber schon gar nicht, wenn man das nicht kann. Sie sind zu riskant", so Androsch.

(apa/red)