ÖGB vor dem Bankrott

Sogar am Bawag-Verkauf naschen die US-Refco-Gläubiger mit.

ÖGB vor dem Bankrott

Ein katastrophaler Vergleich mit den US-Gläubigern bringt ÖGB an den Rand des Ruins. Die nächste Bombe: Prüfer von Nationalbank und Finanzmarktaufsicht zerfetzen Bawag.

Im Zorn sind sie solidarisch. Die ohnmächtige Wut auf Fritz Verzetnitsch, Günter Weninger, Helmut Elsner und Johann Zwettler schmiedet sie zusammen. „Diese Herren“, tobt ein vor Erregung bebender Funktionär nach Ende der Vorstandssitzung vom Dienstag, „haben dem ÖGB den Todesstoß versetzt.“ Und ein anderer stößt nach: „Der Gewerkschaftsbund ist ruiniert. Aus und vorbei. Von diesem finanziellen Aderlass erholt sich die Gewerkschaft nie mehr.“

Katastrophaler Vergleich. Was in den USA in wochenlangen Verhandlungen zwischen der New Yorker Anwaltskanzlei Andy Levander (für die Bawag) und Luc A. Despins (von Milbank, Tweed, Hadley & McCloy LLP – für das „offizielle Komitee der unbesicherten Refco-Gläubiger und andere“) ausgehandelt wurde, musste am Dienstag – „zähneknirschend“ (ein Beteiligter) – vom ÖGB-Vorstand abgesegnet werden.

„Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Wir hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera.“ Mehrere Dutzend Funktionäre lauschten fassungslos dem ÖGB-Präsidenten Rudolf Hundstorfer und dem Bawag-General Ewald Nowotny, die mit steinerner Miene den „Vergleich“ zwischen US-Refco-Gläubigern und Bawag erläuterten:

• Die Bawag zahlt der New Yorker Staatsanwaltschaft für die Mitbeteiligung an der Refco-Insolvenz (Gesamtobligo: 16 Milliarden US-Dollar, davon einbringlich: 11 Milliarden, also unbedeckt: 5 Milliarden) „sofort“ 75 Millionen Dollar.

• Ebenfalls „sofort“ sind an die Refco-Gläubiger weitere 75 Millionen

• Weitere 262,5 Millionen Dollar bekommt die Staatsanwaltschaft New York innerhalb eines Jahres, „spätestens aber nach Verkauf der Bawag“. Die Staatsanwaltschaft verpflichtet sich, die Hälfte dieser Summe an die Refco-Anleger, - gläubiger und -aktionäre zu überweisen – im Gegenzug wird staatliche Rechtssicherheit gegen weitere drohende Klagen gewährt.

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