Gehälter und Pensionen von

ÖGB fordert 1.500 Euro Mindestlohn

Gewerkschaft sieht eklatante Benachteiligung der Frauen bei Pensionsberechnung

Designer 20's holding samples while using smart phone in home office with 9 month old daughter on lap © Bild: © Corbis

Die ÖGB-Frauen legen in Sachen Mindestlohn ein Schäuferl nach: Sie fordern angesichts der Krise und der starken Teuerung nicht mehr 1.300 Euro, sondern 1.500 Euro Mindestlohn, sagte Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht. Angesichts der immer noch klaffenden Einkommensschere müsse man Frauen raten, ja nicht zu Hause zu bleiben, sondern ihr Leben lang Vollzeit zu arbeiten, um nicht in der Pension in die Armutsfalle zu geraten. Denn die künftige lebenslange Durchrechnung und das Pensionskonto werden die Lage der Pensionistinnen weiter verschlechtern, ergaben Berechnungen der ÖGB-Frauen.

Die Einkommenssituation der Frauen hat sich auch am heurigen "Equal pay day" nicht gebessert: Sie verdienen bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung immer noch um 23,7 Prozent weniger - rechnet man Teilzeit- und atypisch Beschäftigte dazu sogar um 40 Prozent. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich nunmehr an vorletzter Stelle, größer klafft die Schere nur noch in Tschechien.

Dies schlägt - mit der hohen Teilzeit- und Unterbrechungsquote der Frauen - auch auf die Pension durch: Pensionistinnen bekamen 2010 durchschnittlich 786 Euro (Alters- und Invaliditätspension zusammen), die Männer 1.288 Euro.

Damit liegen die meisten Pensionistinnen schon jetzt unter der Armutsgrenze. Das werde sich mit der lebenslangen Durchrechnung (statt bisher den 15 bzw. 18 besten Jahren) und dem Pensionskonto noch verschlechtern - und zwar vor allem mit Frauen mit längerer Unterbrechung und viel Teilzeit. Denn jedes Jahr Unterbrechung werde zwei Prozent Pension kosten und jedes Jahr Teilzeit (50 Prozent) ein weiteres Prozent, erläuterte Ruprecht.

Anrechnung der Kindererziehungszeiten bringt wenig

Eine Vergleichsberechnung für zwei Lebensläufe mit gleichem Starteinkommen ergab für eine Frau mit längerer Unterbrechung und Teilzeit samt folgendem geringerem Einkommen 890 Euro brutto Pension, für eine bis auf zwei Jahre Karenz durchgehend Vollzeitbeschäftigte 1.370 Euro brutto. Die Anrechnung der Kindererziehungszeiten bringe wenig, stellte Ruprecht fest.

"Das Einkommen der Frauen muss erhöht werden", fordert sie deshalb. Der Mindestlohn müsse auf 1.500 Euro erhöht, vor allem in den Niedriglohnbranchen müssten die Löhne kräftig angehoben werden. Es brauche ausreichend Arbeitsplätze und Kinderbetreuung, um Frauen Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Mit hohen Beschäftigtenzahlen und hohen Einkommen würden zudem das Pensionssystem gesichert - weil davon nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Wirtschaft über die Kaufkraft sowie die Sozialversicherung über die Beiträge und die Finanzämter über die Steuern profitieren würden.

Kommentare

Heinrich Georg Elsigan

Was ist die Funktion der Frauenministerin? http://blog.area23.at/2012/10/einkommenstransparenz.html

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Also zum x-ten Mal: man kann bei Bezahlungsgerechtigkeit nur gleiche Jobs vergleichen und wenn Automechaniker mehr verdienen als Friseure und der Beruf Automechaniker eher von Männern und der der Friseuse eher von Frauen angestrebt wird,dann ergibt sich daraus ein geschlechtspezifisch gesehen ungleiches Einkommen,aber das Geschlecht ist nicht der Grund dafür. Und wenn jetzt Wirtschaftsbereiche...

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..etwas besser dastehen,wo mehr Männer arbeiten und andere,in denen mehr Frauen arbeiten,stagnieren, dann werden mehr Männer wiedereingestellt,aber der Grund dafür ist nicht das Geschlecht.
Und wenn ich ein Altersheim in die Luft sprenge werden alte Menschen sterben,aber der Grund dafür ist nicht das Alter. Und Logik ist dem Menschen zumutbar.

Ignaz-Kutschnberger

Noch was Freunde der BLASMUSIM beim ÖGB: Von welchen Pensionen sprechen wir hier überhaupt...von denen die möglicherweise in den nächsten 10 Jahren noch bezahlt werden...oder von denen die es nach 10 Jahren sowieso nimmer gibt, weil die Aktiven keine oder nur gering bezahlte Arbeit finden und daher keine Pensionsbeiträge für Pensionisten bezahlen können... weil euch ist schon das Umlage-System bekannt ...und dass die jetzigen Arbeiter und Angestellten die Pensionen für den Opa und die Oma einbezahlen, oder??... Also während ihr scheinbar noch Sorgen habt, wie man die Pension der nächsten 10 Jahre noch finanzieren kann, stelle ich mir die FRAGE: Gibt es in 10 oder 15 Jahren ÜBERHAUPT noch eine Pension...und wenn ja, wie hoch wird die dann sein...700 Euro pro Monat für jeden??... Und wenn ihr so besorgt seid um Pensionen und Mindestlöhne frage ich mich, warum wir im Nationalrat über 180 Leute haben die jeder monatlich über 12.000 Euro und mehr kassieren...und warum man als Nationalratsabgeordneter schon nach 1 Monat die vollen Pensionsansprüche erworben hat, wo andere JAHRELANG dafür hackln müssen um mit über 60 dann eventuell ein paar Hunderter zu bekommen!! Und lieber ÖGB baut die BAWAG/PSK jetzt über 600 Stellen ab wegen den versenkten Millionen in der Karibik oder warum?? Wieviele JOBS gehen von diesen über 600 eingesparten wegen den Karibik-Spekulationen drauf, wo noch immer hunderte MILLIONEN auf dubiose Art und Weise unauffindbar sind... das tät mich und Herrn und Frau Österreicher jetzt auch mal interessiern !!

Jede Lohnerhöhung oder sogar schon Forderung, zieht eine sofortige Preiserhöhung nach sich, noch bevor diese üerhaupt in Kraft tritt. Daher beißt sich die Katze eigenlich nur in den Schwanz, denn übriggeblieben ist von den letzten Lohn- oder Pensionserhöhungen nur ein Minus. Da muß man War-Lord recht geben!

Ignaz-Kutschnberger
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Lieber ÖGB...von mir aus könnts ihr 3.000 Mindestlohn fordern...weil das ist sowieso ein Teufelskreis: Höherer Lohn bedeutet automatisch dass die Produkte auch wieder teurer werden...dann kostet halt 1 Liter Milch dann vermutlich 3 Euro statt bisher 1 Euro und der Liter Benzin dann halt 4 Euro statt jetzt 1,50... was bringt das??? Diese Forderungen sind unterm Strich fürn ARSCH um es mal ganz direkt zu formulieren!! In München sind in den Supermärkten die Preise um rund 30 % billiger als bei unseren Supermärkten...das macht bei einer Familie mit 2 Kindern rund 300 Euro ERSPARNIS pro MONAT !!! Also im Jahr über 3.000 EURO!! Da brauch ich keinen Mindestlohn der automatisch dazu führt, dass in den Geschäften die Sachen noch mehr kosten...Der Stronach FRANK tät jetzt vermutlich sagen: Frau Ruprecht, wie es scheint haben sie von der Wirtschaft keine Ahnung!! Was Österreich braucht ist mehr Wettbewerb bei den Lebensmittelhändlern...und nicht 5 Supermärkte in der Hand von einem Konzern der den Preis diktiert!! ... Laut einer Studie gibt es bereits beim BILLA über 3,4 Millionen Club-Karten in Österreich...kein Wunder, wenn es außer Billa, Merkur und Bipa (alles REWE-Konzern) so gut wie keine anderen Supermärkte hier im Land gibt... Schöne Grüße an den ÖGB...und vielleicht denkt die EIN oder der ANDERE mal über meine Worte nach anstatt irgendwelche sinnlosen Forderungen zu stellen, die unterm Strich wieder nur eine nochmalige TEUERUNG mit sich bringen... !!! Hirnlos!!

Ignaz-Kutschnberger
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Und lieber ÖGB...ihr müsst Arbeitsplätze schaffen...und zwar Vollzeit-Arbeitsplätze!!! Was nutzt eine Forderung nach Mindestlohn bei 40 Wochenstunden....wenn du dann eh nur eine Teilzeitbeschäftigung vorfindest und keinen Vollzeitjob??... Hirnlos sowas!! Und für sowas zahlt man noch einen Mitgliedsbeitrag auch... In anderen Ländern leben sie mit 500 Euro im Monat besser wie jemand hier mit 2.000 Euro!! Jedesmal wenn Lohnerhöhungen gefordert wurde, wurde davor oder kurz danach eh alles um 10% teurer...also hast 3 % draufbekommen,...musstest danach eh alles um mehr als 5 % teurer einkaufen... also unterm Strich noch ein Verlust im Geldbörsl !!

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