Öffentlicher Verkehr von

Wiener Linien: Das sind
die Projekte für 2019

Öffentlicher Verkehr - Wiener Linien: Das sind
die Projekte für 2019 © Bild: Wiener Linien/Helmer

Die Wiener Linien haben heute einen Ausblick auf die unmittelbare Zukunft der Verkehrsbetriebe und deren Infrastruktur gegeben. Hier sind alle Details zu finden.

Linie 11 geht in Betrieb, Linie D wird verlängert

2019 liegt der Fokus auf Straßenbahnprojekten – mit dem Öffi-Paket werden Bim und Bus beschleunigt und ausgebaut. Mit der Linie 11 wird eine bessere Verbindung zwischen Simmering und Favoriten geschaffen. Neben dem 11er kehrt die Linie 71 nach Kaiserebersdorf zurück. Der 11er entlastet außerdem die Linie 6 im stark frequentierten Abschnitt Quellenstraße – Reumannplatz – Absberggasse. Aktuell wird die Linie D um 1,1 Kilometer und zwei Stationen bis zur Absberggasse verlängert. Damit erhalten die BewohnerInnen des Sonnwendviertels eine bessere Anbindung an die U1. Im Herbst 2019 wird der D-Wagen auf der neuen Route unterwegs sein. Die Beschleunigung des 15A ist eine wichtige Maßnahme für das Öffi-Netz im Süden Wiens. Im letzten Jahr wurden zusätzliche Busspuren und verbesserte Haltestellensituationen geschaffen, auf der Wienerbergstraße sind diese bereits aktiv, heuer werden Verbesserungen auf der Raxstraße umgesetzt.

© apa/Martin Hirsch

U2xU5-Linienkreuz ist im Entstehen

Seit dem Spatenstich am Matzleinsdorfer Platz im Oktober 2018 wird am Baufeld Triester Straße fleißig am Startschacht für die Tunnelbohrmaschine gearbeitet. Auch bei der Station Pilgramgasse, wo U4-Modernisierung und U2-Bau Hand in Hand gehen, wird weiter fleißig gebaut. Nachdem im Herbst 2018 eine fast 2.000 m2 große Arbeitsplattform über dem Wienfluss errichtet wurde, bleibt 2019 kein Stein mehr auf dem anderen. Mit Ausnahme des denkmalgeschützten Otto-Wagner-Aufganges wird die gesamte Station abgetragen und als Knotenstation von U2 und U4 neu errichtet.
Da Ausschreibungen aufgrund der überhitzten Baukonjunktur dieses Jahr wiederholt werden, startet im Frühjahr die neue Bietersuche. Voraussichtlich ab 2025 fährt die U5 bis Frankhplatz, die U2 ab 2027 zum Matzleinsdorfer Platz.

Neue Fahrzeugflotte – Baustart für X-Wagen, 16 neue Flexity

Eine neue U-Bahn-Linie braucht natürlich auch neue Fahrzeuge: 2019 wird der erste Zug der neuen U-Bahn-Generation im Siemens-Werk in Simmering Gestalt annehmen. Noch im Frühjahr starten die Bauarbeiten am ersten Prototypen, damit der X-Wagen Mitte 2020 den Testbetrieb im Wiener U-Bahn-Netz aufnehmen kann. Der X-Wagen kann sowohl mit Fahrpersonal als auch vollautomatisch fahren. Bereits vor der Inbetriebnahme der ersten vollautomatischen U-Bahn-Linie U5 wird er daher schon auf den Linien U1 bis U4 für die Fahrgäste im Einsatz sein.

Bei den Straßenbahnen gibt es schon eine neue Generation, den Flexity: Bislang sind zwei Garnituren im Einsatz, bis Ende 2019 kommen 16 neue Flexity-Straßenbahnen dazu. Diese werden auf den Linien 67, 71 und 6 unterwegs sein. Die für 211 Fahrgäste konzipierte Niederflur-Bim spielt alle Stückerl: von acht Kinderwagenplätze über zwei Rollstuhlplätze bis hin zur voll digitalisierten Fahrgastinformation. Bis 2025 werden insgesamt 119 neue Modelle in Wien unterwegs sein und damit für noch mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr sorgen. Sie ersetzen sukzessive die alten Hochflur-Garnituren.

Ab Frühjahr ist autonomer Bus mit Fahrgästen in der Seestadt unterwegs

Auch bei den Bussen gibt es Neuerungen: Seit 2013 läuft die Erneuerung der Busflotte durch umweltfreundliche EURO-6 Mercedes-Busse. Mit Ende 2019 wird die Umstellung abgeschlossen sein. Heuer werden noch 12 Normalbusse, 33 Gelenkbusse und 19 XL-Busse geliefert. Wie bereits angekündigt, wird nach den Linien 2A und 3A, die seit Sommer 2013 vollständig rein elektrisch betrieben werden, die Linie 4A als nächstes auf E-Busse umgestellt – erstmals mit 12-Meter-Bussen.

Seit April 2018 wird bei den Wiener Linien einmal mehr Geschichte geschrieben. Ein breit aufgestelltes Projektkonsortium beschäftigt sich intensiv mit dem Zukunftsprojekt autonome Öffi-Busse. Zwei elektrisch-betriebene E-Busse werden seit Monaten von allen ProjektpartnerInnen in der Busgarage Leopoldau auf unterschiedlichsten Ebenen erprobt und erforscht. Im Frühjahr 2019 startet der Fahrgasttestbetrieb in der Seestadt auf einer rund zwei Kilometer langen Strecke rund um die U2-Station Seestadt.

U6-Maßnahmenpaket: Alle Züge werden klimatisiert

2018 wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf der U6 umgesetzt – Bodenmarkierungen sorgen für schnelleres Ein- und Aussteigen, Stationen und Fahrzeuge wurden modernisiert, die Sauberkeitsmaßnahmen verstärkt. 2019 rüsten die Wiener Linien step by step die alten U6-Züge mit Klimaanlagen nach, bis Ende 2020 werden auch die letzten U6-Züge mit Klimaanlagen ausgerüstet sein. Bereits letzten Sommer wurden Lüftungskiemen und Sonnenschutzfolien an den alten Zügen angebracht, die für Abkühlung an heißen Tagen sorgen.

Sicherheitsteam wird aufgestockt, Bodycams im Einsatz

Die Öffis zählen bislang schon zu den sichersten Orten der Stadt. Damit das so bleibt, arbeiten die Wiener Linien eng mit der Polizei zusammen und haben selber eine Vielzahl an Maßnahmen gesetzt, die sie laufend ausbauen.
Im Herbst haben alle 80 SicherheitsdienstmitarbeiterInnen die Bodycamschulung absolviert und sind mit Bodycams unterwegs. Die Kameras wirken präventiv und deeskalierend – und wenn etwas passiert, dann helfen sie der Polizei bei der raschen Aufklärung. Das Sicherheitsteam wird im Laufe des Jahres auf 120 MitarbeiterInnen aufgestockt. Auch die Videoüberwachung wird ausgebaut: Zu den bereits 13.000 Kameras in den Öffis, kommen 2019 noch einmal 600 in Fahrzeugen und Stationen hinzu.

U4-Modernisierung geht weiter, U6-Sanierung im Finale

Noch bis Ende Juni wird die U4-Station Roßauer Lände in Fahrtrichtung Heiligenstadt generalsaniert. Von 29. Juni bis 1. September, also während der Sommerferien, fährt die U4 nicht zwischen Längenfeldgasse und Karlsplatz. Entlang der Strecke werden untere anderem der gesamte Boden ausgehoben, Schienen, Schwellen und Schotter erneuert. In den Stationen Karlsplatz und Margaretengürtel werden über den Sommer die Bahnsteige abgetragen und neu errichtet, die Otto-Wagner-Gebäude werden saniert. Seit Anfang Februar wird die zweite Bahnsteigseite der Gumpendorfer Straße (Richtung Floridsdorf) saniert. Anfang Mai können Fahrgäste hier dann wieder wie gewohnt ein- und aussteigen. In den letzten Jahren wurden bereits die Otto-Wagner-Stationen Burggasse, Josefstädter Straße, Alser Straße, Währinger Straße und Nußdorfer Straße renoviert. Die Modernisierung der U6-Stationen ist damit abgeschlossen.

Über 8.000 Meter neue Gleise

Wie jedes Jahr führen wir auch heuer wieder ca. 40 Gleisbauprojekte durch. Die größte Modernisierung findet im Sommer auf der Hütteldorfer Straße (Linie 49 wird kurzgeführt) und auf der Knöllgasse (Linie 1 wird abgelenkt geführt) statt. Der PKW-Verkehr wird lokal umgeleitet. Kleinere Erneuerungen finden auch über Ostern am Ring statt. In enger Zusammenarbeit mit der Baustellenkoordination der Stadt Wien, wird ein Großteil der Arbeiten möglichst nachts und unter laufendem Betrieb durchgeführt.

Neue KünstlerInnen für die U-Bahn-Stars

Wien steht Metropolen wie New York oder London um nichts nach, wenn es um Musik geht. 40 Bands und SolokünstlerInnen sorgten 2018 als U-Bahn-Stars in sechs U-Bahn-Stationen für Unterhaltung. Fahrgäste konnten bei den 6.500 Auftritten knapp 10.000 Stunden unterschiedlichsten Musikrichtungen lauschen. Seit dem CD-Release im Herbst, kann man zu den Songs der StraßenkünstlerInnen auch zu Hause mitsingen. Ab Frühjahr wird es zusätzliche, neue MusikerInnen geben, die derzeit von einer Fachjury ausgewählt werden.