EM 2016 von

ÖFB-Teamspieler Klein warnte vor Auftaktgegner Ungarn

Klein beurteilt Kritik an rechter Angriffsseite als unberechtigt © Bild: APA

Drei Tage vor dem EM-Auftakt der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag in Bordeaux hat Florian Klein eindringlich vor den Qualitäten der Magyaren gewarnt. Man dürfe die Truppe von Teamchef Bernd Storck keinesfalls unterschätzen, betonte der Rechtsverteidiger und verwies dabei vor allem auf die Abwehrstärke des Gegners.

"Die Ungarn stehen defensiv sehr kompakt, lauern auf Konter und sind bei Standardsituationen extrem stark, da heißt es wachsam sein", sagte der Oberösterreicher. Klein und seine Kollegen konnten sich am Freitag beim Videostudium ein Bild vom Weltranglisten-20. - Österreich ist Zehnter - machen.

Dabei stach vor allem Balazs Dzsudzsak heraus. "Man sieht gleich, dass er ein guter Fußballer ist. Aber die Offensive der Ungarn besteht nicht nur aus ihm, sie haben auch viele andere gute Spieler", meinte Klein.

So wie Dzsudzak über rechts agiert auch Gergö Lovrencsics, der wohl als zweiter ungarischer Flügel aufgeboten wird, auf der "falschen" Seite - das heißt, beide können mit ihrem stärkeren Fuß zur Mitte ziehen. "Da muss man aufpassen, dass es nicht zu vielen Eins-zu-Eins-Situationen kommt", erklärte Klein.

Zusätzliche Gefahr birgt auch die Tatsache, dass die ÖFB-Außenverteidiger durch die erwartete Defensivtaktik der Ungarn verstärkt in der Offensive gefordert sein werden. Dadurch könnten für die Magyaren Räume für schnelle Gegenstöße entstehen. "Da muss man abwägen, wie oft und weit man mitgeht, und die Abstimmung mit Fuchs muss passen. Aber in der Qualifikation haben wir das gegen tief stehende Gegner gut gemacht."

Klein sieht die ÖFB-Auswahl für das Duell mit den Ungarn gerüstet. "Wir müssen keine großen Dinge einstudieren, wir haben alles in uns drin. Wenn es uns gelingt, das abzurufen, werden wir sicher ein gutes Spiel machen", vermutete der 37-fache Internationale. "Wir haben uns bis jetzt perfekt vorbereitet und brauchen in keinster Weise nervös zu werden."

Die enttäuschende Saison bei Stuttgart ist für Klein ebenso kein Thema mehr wie die zuletzt oft geäußerten Bedenken, was die Schlagkraft der rechten Seite des ÖFB-Teams betrifft. "Die Kritik habe ich wahrgenommen, aber sie belastet mich nicht, weil sie meiner Meinung nach nicht richtig war."

Während der 29-Jährige in der Startformation gesetzt ist, ist möglicherweise noch nicht ganz geklärt, ob Martin Harnik oder Marcel Sabitzer sein Vordermann ist. "Ich habe diesbezüglich keine Präferenzen. Wir haben das große Glück, eine Mannschaft zu haben, in der jede Position doppelt besetzt ist", sagte Klein.

Ein weiterer Trumpf sei auch die große internationale Erfahrung der österreichischen Nationalmannschaft - dadurch werde die mangelnde Turniererfahrung mehr als wettgemacht. "Jeder von uns hat schon große Spiele abgeliefert, egal ob im Team oder beim Verein", betonte Klein.

Ob seine Truppe gegen Ungarn auch auf die Routine von Marc Janko setzen kann, scheint weiterhin offen. "Es wird immer besser, er hat gute Fortschritte gemacht. Inwiefern es reicht oder nicht, werden er selbst und der Teamchef entscheiden", meinte der Oberösterreicher. Er denke aber, dass es sich für den Basel-Stürmer bis Dienstag ausgehen werde.

Janko hatte zuletzt teilweise nur individuell trainiert - laut offiziellen ÖFB-Angaben wegen Muskelverspannungen im Nackenbereich. Allerdings scheint es nicht ausgeschlossen, dass der 32-Jährige auch mit einem Problem im linken Oberschenkel zu kämpfen hat. Wegen eines Muskelfaserrisses im linken Adduktorenbereich hatte der Stürmer zuletzt mehrere Wochen pausieren müssen.