EM 2016 von

ÖFB-Stars Alaba und Arnautovic trotz langer Saison bereit

Alaba findet "immer besser in den Rhythmus" © Bild: APA (AFP)

Österreichs Topspieler fühlen sich für den EM-Auftakt am Dienstag gegen Ungarn bereit. Von zuletzt nicht restlos überzeugenden Testspiel-Auftritten gegen Malta (2:1) und die Niederlande (0:2) will sich David Alaba nicht beunruhigen lassen. "Ich weiß, dass ich immer besser in den Rhythmus komme", sagte der 24-Jährige am Samstag in einer Pressekonferenz im ÖFB-Teamcamp in Mallemort.

Wie Alaba bei Bayern München hat auch Offensivstar Marko Arnautovic bei Stoke City eine kräfteraubende Saison hinter sich. Der 27-Jährige hatte zudem am Donnerstag im öffentlichen Training mit Rippenproblemen für eine kleine Schrecksekunde gesorgt. "Alles ist gut, ich bin fit", betonte Arnautovic. Die Saison sei natürlich lang gewesen. "Aber ich fühle mich gut und ich fühle mich bereit."

Mit seinem Selbstvertrauen möchte Alaba auch auf großer Bühne beweisen, dass er hohe Qualitäten im zentralen Mittelfeld hat. Auf seiner Lieblingsposition kommt er nur im ÖFB-Team zum Einsatz, bei den Bayern agierte er fast ausschließlich als Links- oder Innenverteidiger. "Ich bin ein flexibler Spieler, der auf mehreren Positionen spielen kann", sagte der 23-Jährige.

Dies habe er auch bei den Bayern schon oft bewiesen, betonte der Deutschland-Legionär und wies darauf hin, dass er beim deutschen Rekordmeister selbst innerhalb eines Spiels oft in mehrere Rollen schlüpfte. Im ÖFB-Team ist für Alaba der Platz im Zentrum reserviert. Dadurch könnte er mit starken Leistungen bei der EM seinem Ziel, auch bei den Bayern vermehrt als Mittelfeldspieler eingesetzt zu werden, ein großes Stück näher kommen. "Ich will mich bei diesem Turnier auf dieser Position beweisen", kündigte Alaba an.

Österreichs zweifacher Sportler des Jahres übernimmt bei der ÖFB-Auswahl im Zentrum zumeist eine eher defensive, auf Spielaufbau ausgerichtete Rolle. Allerdings schob ihn Teamchef Marcel Koller manchmal auch schon eine Etappe nach vor. "Dadurch bin ich näher beim Tor und kann torgefährlicher werden. Als Sechser kann ich das Spiel mehr lenken und das Tempo angeben", erklärte Alaba.

Gegen die Ungarn ist ein sowohl defensiv als auch offensiv starker Alaba gefordert - schließlich gilt es, den zu erwartenden Abwehrriegel der Magyaren zu überwinden und nicht in Konter zu laufen. "Aber der Trainer wird uns zu 100 Prozent vorbereiten, es geht nur noch um Kleinigkeiten", erklärte der ÖFB-Star und meinte kurz danach: "Zum Großteil sind wir schon gut vorbereitet."

Mit Teamchef Marcel Koller führte Alaba vor der Einheit am Donnerstagnachmittag ein rund zehnminütiges intensives Gespräch. Über dessen Inhalt wollte der 46-fache Internationale (11 Tore) nichts verraten. Möglicherweise ging es dabei auch um die Frage des ersten ÖFB-Elferschützen. Auf der Pressekonferenz gab Alaba zunächst an, Strafstoßschütze Nummer eins zu sein, kurz danach ergänzte er: "Der Trainer wird ein paar Namen auf einen Zettel schreiben und dann schießt der, der sich am besten fühlt."

Seine Mannschaft gilt gegen Ungarn als Favorit, doch schon das Eröffnungsmatch zwischen Frankreich und Rumänien am Freitag hat laut Alaba vor Augen geführt, wie gefährlich Außenseiter sein können. "Dieses Spiel hat gezeigt, dass man niemanden unterschätzen darf."

Mit dem EM-Auftakt stieg bei Alaba auch die Vorfreude auf den ersten EURO-Auftritt. "Ich freue mich sehr auf das Ungarn-Spiel und bin froh, dass es endlich losgeht."